Hamburg untersucht im Forschungsprojekt „PV-GreenHHouse“, wie sich Photovoltaikanlagen in bestehende Gewächshäuser integrieren lassen. Ziel ist es, den Energieverbrauch im Gartenbau zu senken, erneuerbare Energien stärker zu nutzen und die Agrarstruktur der Hansestadt langfristig zu stärken.

Hamburg treibt die Nutzung erneuerbarer Energien in der Landwirtschaft voran. Das von der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) finanzierte und auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt „PV-GreenHHouse“ steht unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE).
Untersucht wird, wie sich moderne Solaranlagen effizient und praxistauglich in bestehende Gewächshäuser integrieren lassen. Die Maßnahmen, die voraussichtlich bis Anfang 2029 laufen, sollen den Energieverbrauch im Gartenbau reduzieren und den Agrarstandort Hamburg klimafreundlich weiterentwickeln. Dies berichtet die Stadt Hamburg in einer Mitteilung.
Großes Potenzial für Solarenergie auf Hamburger Gewächshausflächen
„In der Hamburger Agrarwirtschaft gibt es riesige Potenziale für die Energiewende. Mit unserer Photovoltaikstrategie haben wir das klare Ziel verankert, den Ausbau von Solarstrom in unserer Stadt so einfach wie möglich zu machen“, betont Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft.
„Das wegweisende Pilotprojekt zeigt eindrucksvoll, wie das in der Praxis aussieht. Allein in Hamburg gibt es rund 160 Hektar Gewächshausfläche – mit dem Schnittblumenbetrieb ‚Knobi-Blumen‘ als starkem Innovator voran prüfen wir jetzt dieses enorme Potenzial und bringen saubere Energie direkt zu unseren traditionellen Familienbetrieben, die sich so noch klimafreundlicher aufstellen können.“
Karim Fahmy, Projektleiter beim Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), ergänzt: „Der Standort Hamburg hebt sich mit seiner urbanen Agrarwirtschaft deutlich von ländlichen Flächenländern ab. Unser Forschungsprojekt wird maßgebliche Impulse für die Transformation der Hamburger Agrarstruktur liefern. Es unterstützt direkt die nachhaltige Gestaltung der landwirtschaftlichen Produktion und trägt zur Erhaltung und Stärkung der Agrarstruktur in Hamburg bei. “
Photovoltaik in Gewächshäusern auf dem Prüfstand
Seit Januar 2026 begleitet das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) das Forschungsvorhaben „PV-GreenHHouse – Integration von PV in Gewächshäuser der Hansestadt Hamburg“. Im Rahmen des auf drei Jahre angelegten Projekts wird untersucht, in welchem Umfang sich Photovoltaikanlagen in bestehende Gewächshäuser integrieren lassen.
Unter der Federführung des Fraunhofer ISE arbeiten die Hochschule Geisenheim University (HGU), das Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau e. V. (ZBG) der Universität Hohenheim sowie die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) zusammen. Die Landwirtschaftskammer Hamburg ist als assoziierter Partner beteiligt. Als Praxisstandort und Reallabor dient während der Projektlaufzeit der Hamburger Schnittblumenbetrieb „Knobi-Blumen“.
Das auf drei Jahre angelegte Forschungsvorhaben soll Betrieben und Beratungseinrichtungen eine fundierte Grundlage für künftige Entscheidungen bieten. Im Mittelpunkt stehen die Weiterentwicklung des urbanen Gartenbaus sowie die Erarbeitung innovativer Ansätze zur effizienteren Nutzung erneuerbarer Energien. Damit soll die Agrarstruktur in Hamburg langfristig gestärkt werden. Die Umweltbehörde kündigt an, die Öffentlichkeit regelmäßig über den Stand und die Ergebnisse der Maßnahmen zu informieren.
Red.



