Mit Photovoltaik zur positiven Energiebilanz: Freiburger Rathaus setzt weltweit Maßstäbe

Die Stadt Freiburg zeigt, wie nachhaltige Stadtentwicklung in der Praxis funktioniert. Der Erweiterungsbau des Rathauses im Stadtteil Stühlinger deckt seinen Energiebedarf nicht nur selbst, sondern produziert im Jahresverlauf sogar einen Überschuss. Möglich wird das durch ein durchdachtes Zusammenspiel von Architektur, Photovoltaik und innovativer Gebäudetechnik.

Plusenergie-Rathaus Freiburg
Das Rathaus im Freiburger Stadtteil Stühlinger gilt als weltweit erstes öffentliches Netto-Plusenergie-Gebäude. Fassadenintegrierte Photovoltaik und moderne Gebäudetechnik sorgen für eine positive Energiebilanz. Foto: Adobe Stock/christiane65

Die Stadt Freiburg im Breisgau unterstreicht erneut ihren Anspruch, als Vorbild nachhaltiger Stadtentwicklung zu gelten. Der Erweiterungsbau des Rathauses im Stadtteil Stühlinger produziert über das Jahr hinweg mehr Energie aus erneuerbaren Quellen, als er selbst verbraucht. Somit gilt er als weltweit erstes öffentliches Gebäude mit Netto-Plusenergie-Standard.

Sowohl die bauliche Gestaltung als auch das Energiekonzept folgen konsequent dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Grundlage dafür ist die Fassade des sechsgeschossigen des Gebäudes. Sie setzt sich aus deckenhohen Glaselementen sowie versetzt angeordneten, vertikal auskragenden Bauteilen aus heimischem Lärchenholz zusammen, in die Photovoltaikmodule integriert sind.

Mit der Hilfe einer 3D-Verschattungssimulation wurde festgelegt, welche Bereiche der Fassade für die Belegung mit Photovoltaik geeignet sind. Dies berichtet das Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg in einer Mitteilung.

Vom Solarstrom bis zur Wärmerückgewinnung

Ergänzt durch Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach, die Nutzung von Solarthermie, Wärmepumpen und Wärmerückgewinnung sowie ein intelligentes Raumklimakonzept wird die positive Energiebilanz ermöglicht. Der jährliche Primärenergiebedarf für Heizung, Kühlung, Lüftung und Warmwasser liegt bei lediglich 45 Kilowattstunden pro Quadratmeter – und damit bei nur 40 Prozent des Bedarfs vergleichbarer Bürogebäude.

Die Photovoltaikanlage erzeugt jährlich etwa 558 Megawattstunden Strom aus Sonnenenergie; hierfür wurden Module mit einer Gesamtleistung von 660 Kilowattpeak installiert. Im Vergleich zur Versorgung über den deutschen Strommix werden so jährlich mehr als 287 Tonnen CO₂ eingespart.

Rund 83 Prozent des erzeugten Solarstroms nutzt das Gebäude selbst, während überschüssige Energie in das öffentliche Netz eingespeist und nach dem EEG vergütet wird. Für sein Konzept wurde das Rathaus im Stadtteil Stühlinger im Jahr 2020 mit dem Deutschen Solarpreis in der Kategorie Solare Architektur und Stadtentwicklung ausgezeichnet.

Red.

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