Der Ausbau erneuerbarer Energien setzt sich fort: Im ersten Halbjahr 2026 stammten 57 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Besonders die Photovoltaik entwickelte sich dynamisch, während Umweltwärme und Geothermie im Gebäudebereich sowie erneuerbare Energien im Verkehrssektor ebenfalls zulegten.

Im ersten Halbjahr 2026 deckten erneuerbare Energien in Deutschland rund 57 Prozent des Stromverbrauchs. Nach Angaben der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) lag die Stromerzeugung aus Wind-, Wasser-, Solar- und Bioenergie damit etwa sechs Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Zuwächse verzeichneten auch der Gebäude- und der Verkehrssektor: Die Nutzung von Umweltwärme und Geothermie aus Wärmepumpen stieg um 19 Prozent, der Einsatz von Biokraftstoffen und Strom im Verkehr um 13 Prozent. Dies berichtet das Umweltbundesamt in einer Mitteilung.
Erneuerbare Energien mit deutlichem Plus im ersten Halbjahr
„Die Zahlen des ersten Halbjahres 2026 stimmen optimistisch. Gerade jetzt sollten wir den Ausbau dieser Zukunftstechnologien weiter forcieren. Der Aufschwung bei Wind und Sonne darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wärme- und die Verkehrswende weiter beschleunigt werden muss“, so UBA-Präsident Dirk Messner.
„Elektroautos und Wärmepumpen müssen schneller in die Breite, das Stromsystem muss durch neue Großbatteriespeicher flexibler werden. Nur wenn alle Sektoren gemeinsam Fahrt aufnehmen, können wir unsere Klimaziele erreichen.“
Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland rund 153 Terawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 145 Terawattstunden entspricht dies einem Plus von sechs Prozent. Nachdem das erste Halbjahr 2025 von ungewöhnlich niedrigen Windgeschwindigkeiten geprägt war, bewegten sich die Werte 2026 wieder näher am langjährigen Durchschnitt.
Mit einem Anteil von rund 45 Prozent blieb die Windenergie die wichtigste Quelle der erneuerbaren Stromerzeugung. Es folgten die Photovoltaik mit 34 Prozent, Biomasse mit 15 Prozent, Wasserkraft mit fünf Prozent sowie Geothermie mit weniger als einem Prozent.
Photovoltaik erreicht Ausbauziel früher als erwartet
Die positive Entwicklung der Photovoltaik setzte sich im ersten Halbjahr 2026 fort. Eine überdurchschnittliche Sonneneinstrahlung und der weitere Ausbau der Anlagen begünstigten dies. Im ersten Halbjahr 2026 wurden insgesamt rund acht Gigawatt (GW) neue Bruttoleistung installiert. Damit dürfte das Ausbauziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) von insgesamt 128 Gigawatt installierter Photovoltaikleistung für 2026 bereits im Sommer erreicht werden.
Bei der Windenergie an Land belief sich der Netto-Zubau im ersten Halbjahr auf rund zwei Gigawatt. Ende Juni 2026 waren damit Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 70 Gigawatt installiert. Der aktuelle Ausbau spiegelt die gestiegene Zahl der Neugenehmigungen jedoch noch nicht wider. Das im EEG festgelegte Ziel von 84 Gigawatt bis zum Jahresende wird voraussichtlich deutlich verfehlt.
Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch erreichte im ersten Halbjahr 2026 rund 57 Prozent. Im Vergleichszeitraum 2025 lag der Wert bei 54 Prozent, 2024 ebenfalls bei 57 Prozent. Eine verlässliche Prognose für das Gesamtjahr 2026 lässt sich derzeit noch nicht erstellen. Sowohl die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien als auch der Stromverbrauch hängen im weiteren Jahresverlauf maßgeblich von den Witterungsbedingungen und teilweise von der wirtschaftlichen Entwicklung ab.
Red.



