Klimaneutralität in Fokus: Grevens Kläranlage wird zum Vorzeigeprojekt

Mit ehrgeizigen Zielen und innovativen Maßnahmen treibt die Stadt Greven die Umrüstung ihrer Kläranlage in Greven-Reckenfeld voran. Durch konsequente energetische Optimierung, den Ausbau erneuerbarer Energien und moderne Abwassertechnik wird aus einem der größten Energieverbraucher der Kommune ein nahezu energieautarkes Vorzeigeprojekt.

Energieautarke Kläranlage
Die Kläranlage Greven-Reckenfeld: Ein Schlüsselprojekt für Klimaschutz und Energieeffizienz in der Kommune. Foto: Adobe Stock/darknightsky

Bis 2040 die Klimaneutralität erreichen – dieses Ziel hat sich die Stadt Greven im Rahmen ihres kommunalen Klimaschutzkonzepts gesetzt. Ein zentrales Vorhaben ist dabei die Umrüstung der Kläranlage in Greven-Reckenfeld von einem hohen Energieverbraucher hin zu einer nahezu energieautarken Anlage.

Da Kläranlagen im kommunalen Bereich zu den größten Energieverbrauchern zählen, trägt dieses Projekt maßgeblich zur Verringerung der Treibhausgasemissionen in Greven bei. Dies berichtet das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit in einer Mitteilung.

Hin zu einer energieautarken Kläranlage in Greven

Die Technischen Betriebe Greven übernehmen die Umsetzung des Projekts. Seit 2009 realisieren sie gezielt technische und bauliche Maßnahmen, die den Stromverbrauch verringern und zugleich die Eigenversorgung durch erneuerbare Energiequellen steigern.

Den Auftakt bildeten die energetische Sanierung des Belebungsbeckens sowie der Ausbau der Solarenergie. Im Jahr 2022 kamen zwei Blockheizkraftwerke hinzu, die durch die Verstromung von Faulgas jeweils eine elektrische Leistung von 99 kW erzielen. Diese Anlagen steigern nicht nur die Eigenenergieerzeugung, sondern ermöglichen durch Kraft-Wärme-Kopplung zudem eine effiziente Nutzung der eingesetzten Energieträger.

Im Jahr 2024 erfolgte eine weitere Optimierung des Energiesystems. Das Gesamtsystem wurde um neue Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 65 kWp und einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 130 kW erweitert.

Beide Maßnahmen erhielten eine finanzielle Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von 90 Prozent. Darüber hinaus wurden vier Elektrofahrzeuge angeschafft und am Hauptstandort eine entsprechende Ladeinfrastruktur eingerichtet. Ziel ist es, den gesamten Fuhrpark schrittweise auf batteriebasierte Mobilität umzustellen.

Grevener Kläranlage überzeugt beim Bundeswettbewerb „Klimaaktive Kommune 2025“

Parallel zur energetischen Optimierung wird auch die Abwasserbehandlung technologisch weiterentwickelt. Bereits seit 2020 ist in der Anlage eine vierte Reinigungsstufe auf Basis der Pulveraktivkohle-Adsorption in Betrieb. Diese entfernt Mikroschadstoffe, insbesondere Medikamentenrückständen, gezielt aus dem Abwasser.

Eine wissenschaftliche Begleitstudie zeigte, dass sich die Effizienz bei der Entfernung dieser Stoffe von etwa 25 auf über 80 Prozent erhöht hat. Grevens Bürgerinnen und Bürger profitieren davon ebenso wie die Umwelt – denn das Wasser wird gereinigt in den Naturkreislauf zurückgeführt.

Die Maßnahmen der Technischen Betriebe der Stadt zur Optimierung der Kläranlage verdeutlichen, wie einer der größten kommunalen Energieverbraucher in Greven effizient und nahezu energieautark betrieben werden kann. Für den energetischen Umbau ihrer Kläranlage wurde die Stadt Greven beim Bundeswettbewerb „Klimaaktive Kommune 2025“ ausgezeichnet.

Red.

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