Erneuerbare Energien sind zur tragenden Säule der Stromversorgung in Deutschland geworden. 56 Prozent des Stromverbrauchs wurden im vergangenen Jahr aus regenerativen Quellen gedeckt, vor allem aus Solar- und Windenergie. Dies belegt eine Auswertung von KfW-Research.

Im vergangenen Jahr wurden 56 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen. Davon entfielen 29 Prozent auf Windenergie und 16 Prozent auf Solarenergie. Beide Energieformen ergänzen sich dabei sehr gut: Die höchste Sonneneinstrahlung wird meist an Tagen mit wenig Wind erreicht – und umgekehrt.
In den vergangenen drei Jahren traten im Durchschnitt nur an etwa 15 Tagen im Jahr ungünstige Bedingungen für Wind- und Solarenergie gleichzeitig auf. Das entspricht rund vier Prozent aller Tage, die allesamt im Zeitraum zwischen Oktober und Februar lagen. Dies belegt eine Studie von KfW Research, wie die KfW in einer Mitteilung berichtet.
Höherer Anteil von erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung
Gleichzeitig unterschreitet der Anteil von Wind- und Solarstrom immer seltener einen bestimmten absoluten Schwellenwert. Im Jahr 2025 wiesen beide Erzeugungsformen zusammen an 16 Tagen nur geringe Anteile (unter 15 Prozent) an der Stromerzeugung auf. Vier Jahre zuvor waren es mit 31 Tagen noch fast doppelt so viele.
Das zeigt: Der Ausbau der erneuerbaren Energien macht sich bemerkbar. Auch die Zahl der Tage, an denen der Anteil von Wind- und Solarenergie sehr niedrig (unter zehn Prozent) war, ist gesunken: 2021 traf dies noch auf neun Tage zu, im vergangenen Jahr nur noch auf sechs.
„Der starke Ausbau von Wind- und Solarenergie stellt kein Klumpenrisiko für Deutschland dar. Beide Energiequellen wirken effektiv zusammen“, so Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.
Zusammenspiel zwischen Wind- und Solarenergie
Solarenergie steht nur tagsüber zur Verfügung. Windenergie fällt im Tagesverlauf gleichmäßiger an, erreicht aber in der Regel nachts etwas höhere Erzeugungswerte. Hinzu kommt: Im Sommer scheint die Sonne häufiger und länger, während die Windstromerzeugung im Winter ihren Höchststand erreicht. Die gegenseitige Kompensation ist jedoch nicht vollständig, sodass im Winterhalbjahr insgesamt weniger Strom aus Sonne und Wind zur Verfügung steht.
An den Tagen im Jahr 2025 mit geringen Beiträgen aus Wind- und Solarenergie wurde verstärkt Strom importiert (15 Prozent gegenüber fünf Prozent im Jahresdurchschnitt 2025). Gleichzeitig stieg in Deutschland die Erzeugung fossilen Stroms – sowohl aus Kohle (29 Prozent gegenüber 21 Prozent) als auch aus anderen fossilen Energieträgern, vor allem Gas (29 Prozent gegenüber 16 Prozent).
„Die erneuerbaren Energien sind inzwischen die zentrale Säule der Stromversorgung in Deutschland. Der Ausbau ist bereits fortgeschritten, dennoch sind weitere Schritte erforderlich“, betont Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.
„Perspektivisch könnte die Stromerzeugung aus Biomasse noch gezielter zu Zeiten mit wenig Wind und Sonne zum Einsatz kommen. Auch eine Flexibilisierung der Nachfrage, mehr Batteriespeicher und neue Gaskraftwerke, die mittelfristig mit Wasserstoff betrieben werden können, sind ein wichtiger Teil der Lösung.“
Red.



