Was das Hamburger Baummanagement besonders macht

Anfang Juli verlieh der Europäische Baumpflegerat der Hansestadt Hamburg für ihr herausragendes Baummanagement den Preis „Europäische Stadt der Bäume 2025“. Vielfältige Maßnahmen zeichnen das Baummanagement der Hansestadt aus – und verleihen ihr eine bundesweite Vorbildfunktion.

Hamburger Baummanagement
Für ihr herausragendes Baummanagement ernannte der Europäische Baumpflegerat die Hansestadt Hamburg zur „Europäischen Stadt der Bäume 2025“. Foto: Adobe Stock/Elena Odareeva

Die Hansestadt Hamburg ist nicht nur für ihren Hafen und die Speicherstadt bekannt, sondern auch für ihr Baummanagement. Die vielfältigen Maßnahmen, die die Stadt insbesondere im Hinblick auf die sich wandelnden Klimabedingungen ergreift, werden bundesweit bereits vielerorts anerkannt und angewendet.

Auch der Europäische Baumpflegerat (European Arboricultural Council, EAC) hat das Straßenbaum-Management der Hansestadt in diesem Jahr mit einer besonderen Auszeichnung gewürdigt, wie die Stadt Hamburg in einer Mitteilung berichtet. Der EAC verlieh Hamburg bereits Anfang Juli bei seiner Jahreshauptversammlung in Bonn den Preis „Europäische Stadt der Bäume 2025“ (engl. „European City of the Trees 2025“.

Hamburger Baummanagement ausgezeichnet: Diese Maßnahmen überzeugten die Jury

Hamburg verfügt in seinen sieben Bezirken über mehr als 3200 ha Parks und Grünanlagen mit wertvollen Altbaumbeständen sowie die rund 230.000 Straßenbäume.

Mehr als 30.000 dieser Straßenbäume haben ihr achtzigstes Lebensjahr bereits vollendet und gelten somit als besonders wertvolle Altbäume. Die Hälfte von ihnen ist sogar über 100 Jahre alt.

Die Entscheidung, die Hansestadt als Europäische Stadt der Bäume auszuzeichnen geht auf die vielfältigen und innovativen Maßnahmen im Baummanagement zurück:

  • Digitales Baumkataster als Steuerungsinstrument: Mit seiner Hilfe erfasst und pflegt Hamburg seinen Baumbestand.
  • Langfristige Strategien gegen Baumkrankheiten: Um die Bäume so lange wie möglich zu erhalten und ihre Krankheiten besser zu verstehen, setzt Hamburg seit über 20 Jahren auf Monitoringprogramme.
  • Klimawandel-Forschung und -Anpassung: Um den Hamburger Baumbestand an den Klimawandel anzupassen, hat das Projekt „Stadtbäume im Klimawandel“ ein integriertes Konzept entwickelt.
  • Vorbildlicher Schutz bei Baumaßnahmen: Hamburg schützt seine Bäume auch während umfangreicher Bauprojekte – beispielsweise mithilfe baumschonender Techniken wie Handarbeit oder Saugbaggern.
  • Vielfalt bei den Baumarten: Um die Stadt angesichts des Klimawandels widerstandsfähiger zu gestalten, pflanzt Hamburg gezielt verschiedene Baumarten. Neue Arten werden zudem auf ihre Stadtklima-Tauglichkeit geprüft.
  • Schutz der Alt- und Bestandsbäume: Mit dem Ziel, die Alt- und Bestandsbäume möglichst lange zu erhalten, pflegt und kontrolliert Hamburg diese besonders intensiv. Alte Bäume werden durch Standortverbesserungen vitalisiert.
  • Innovation mit bundesweiter Strahlkraft: Hamburgs Straßenbaum-Management hat bundesweit Vorbildcharakter. Andere Städte haben beispielsweise bereits die Hamburger Schnittmethode in der Baumpflege übernommen.
  • Erfolgreiche Zusammenarbeit für Hamburgs Bäume: Die Umweltbehörde koordiniert Hamburgs Baummanagement und arbeitet eng mit Bezirksämtern, Fachinstitutionen und vielen weiteren Akteuren aus der Wissenschaft und der Praxis zusammen.
  • Bürgerbeteiligung: Hamburgerinnen und Hamburger können sich bereits seit 2011 an der Pflanzkampagne „Mein Baum – Meine Stadt“ beteiligen.

Weitere Informationen zum Hamburger Baummanagement finden Sie hier.

Hamburg für sein Baummanagement ausgezeichnet

Neben Hamburg hatten sich noch sieben weitere deutsche Städte um den Preis beworben. In die Top 3 schafften es neben Hansestadt die Städte Bonn und Leipzig.

Baumexperten aus den Niederlanden, England, der Slowakei, Spanien und Deutschland stellten die Präsentationen der Fachwelt vor. An der abschließenden Abstimmung beteiligten sich der Vorstand des Europäischen Baumpflegerats ebenso wie die Deutschen Baumpflegeverbände. Letztere wurden von der Interessengemeinschaft Baumpflege (IDB) vertreten.

Red.

Mehr zum Thema

Klimaresiliente Baumarten

Klimawandel in den Städten: Klimaresiliente Baumarten trotzen Hitze und Trockenheit

Bäume und Sträucher leiden oft bereits deutlich sichtbar unter der zunehmenden Trockenheit. Lösungen können klimaresiliente Arten und neue Grünkonzepte sein, …
Flächenversiegelung

Zu viel Grau und zu wenig Grün in vielen deutschen Städten

Zu viel Beton, zu viel Flächenversiegelung, zu wenig Grün. Das ist das Ergebnis des ersten Hitze-Checks der Deutschen Umwelthilfe. DUH …
Baum, Haus, Stadt, Straße

Mit vitalen Bäumen für ein gutes Stadtklima

Urbane Räume werden im Sommer immer öfter zu Hitzespots – Stadtbäume aber können dagegenhalten. Damit sie effizient kühlen können, hält …