Mit dem Naturschutzgroßprojekt „Mittelelbe–Schwarze Elster II“ wird die Auenlandschaft bei Bad Schmiedeberg gezielt aufgewertet. Ziel ist es, Lebensräume zu revitalisieren, den Wasserrückhalt zu stärken und einen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz zu leisten – gefördert mit Millionenmitteln aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz.

Im Naturschutzgroßprojekt „Mittelelbe-Schwarze Elster II“ bei Bad Schmiedeberg in Sachsen-Anhalt sollen in den nächsten zehn Jahren unter anderem der Altarm „Alte Elbe Bösewig“ wieder an die Elbe angebunden werden.
Ziel ist es, den Zustand des Auengebiets zu verbessern und artenreiches Auengrünland wiederherzustellen. Zudem werde der Biotopverbund gefördert und der Wasserrückhalt in den Auen gestärkt. Diese bieten zudem ein besonderes Naturerlebnis.
Die zweite Phase des Projekts, die nun begonnen hat, wird über das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) mit rund 56 Millionen Euro gefördert. Dies berichtet das Bundesumweltministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit in einer Mitteilung.
Auen als Schlüssel für Klimaschutz und Artenvielfalt
„Intakte Auen sind überlebenswichtig für viele Tierarten, aber sie tun auch uns Menschen gut. Hier kann man die Schönheit der Natur unmittelbar erleben“, so Bundesumweltminister Carsten Schneider. „Zugleich sind intakte Auen ein wirksamer Schutz für uns Menschen vor den Folgen des Klimawandels. Sie speichern Wasser, binden Kohlenstoff und wirken ausgleichend auf extreme Wetterereignisse wie Hochwasser und Dürre.“
Schneider fährt fort: „Die Wiederherstellung der Flussauen entlang der Mittelelbe und der Schwarzen Elster ist ein zentraler Baustein für die naturnahe Entwicklung der Elbaue. Damit stärken wir das große Netz der natürlichen Infrastruktur, das wir erhalten und für den Klimawandel fit machen wollen.“
Das Fördergebiet erstreckt sich über rund 4.452 Hektar zwischen Pretzsch, Jessen und Gallin im Landkreis Wittenberg (Sachsen-Anhalt) und liegt im Biosphärenreservat Mittelelbe. Angestrebt wird, den Wasserrückhalt in der Region zu stärken, wertvolle Lebensräume zu erhalten sowie eine klimaresiliente Landschaft zu fördern.
„Mit den geplanten Maßnahmen des Projekts ‚Mittelelbe-Schwarze Elster‘ wird die natürliche Dynamik zwischen Fluss und Aue wiederhergestellt“, erklärt BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm. „Dadurch verbessern sich die Lebensbedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus wird auch die Fähigkeit der Landschaft gestärkt, Wasser zu speichern und Kohlenstoff langfristig zu binden. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel ist das ein entscheidender Beitrag zum natürlichen Klimaschutz.“
Revitalisierung von Fluss- und Auenlandschaften im Fokus
Intakte Flussauen mit ihren typischen Lebensräumen zählen zu den artenreichsten Ökosystemen Europas. Sie tragen sowohl zum Hochwasserschutz bei als auch zur Milderung von Dürreperioden. Eine naturnahe Entwicklung der Elbaue ermöglicht zudem, dass feuchte Böden große Mengen Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufnehmen. Die Böden speichern diese langfristig, statt – wie in ausgetrockneten Auen – CO₂ freizusetzen.
Frühere Begradigungen der Elbe haben zudem zu einer erhöhten Fließgeschwindigkeit, einer Vertiefung des Flussbetts und zu einem insgesamt gesunkenen Wasserspiegel geführt. Die seitliche Wiederanbindung der Auen soll dieser Entwicklung entgegenwirken – gemeinsam mit dem Pilotprojekt Klöden der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.
Die vorgesehenen Maßnahmen des Naturschutzgroßprojekts stützen sich auf einen umfassenden Pflege- und Entwicklungsplan. Dieser wurde in einer ersten, rund dreijährigen Projektphase unter Einbindung landwirtschaftlicher Betriebe, regionaler Akteurinnen und Akteure sowie der Bevölkerung erarbeitet.
Im Mittelpunkt steht die Revitalisierung der Fluss- und Auenlandschaften. Dazu gehört unter anderem, abgeschnittene Altarme wieder an Elbe und Schwarze Elster anzuschließen, verlandete Gewässer zu entschlammen und neue Kleingewässer anzulegen. Außerdem soll die Schwarze Elster in bestimmten Abschnitten wieder ihren ursprünglich geschwungenen Verlauf erhalten.
Bund, Land und Stiftung bündeln ihre Mittel
In der zweiten Projektphase unterstützt das Bundesumweltministerium das Vorhaben „Mittelelbe–Schwarze Elster“ mit rund 56 Millionen Euro aus dem „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“. Weitere Mittel stellen das Land Sachsen-Anhalt mit etwa neun Millionen Euro sowie die Heinz Sielmann Stiftung mit rund sechs Millionen Euro bereit, die das Projekt zugleich vor Ort betreut.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) übernimmt die fachliche und administrative Begleitung. Zu den weiteren Projektpartnern gehören unter anderem das Biosphärenreservat Mittelelbe, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) sowie der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW).
Red.
Zum Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
Mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) fördert das Bundesumweltministerium (BMUKN) Maßnahmen, die Klimaschutz mit dem Aufbau und der Stärkung vielfältiger Ökosysteme verknüpfen.



