Mehr Artenvielfalt an Alster & Co.: Hamburg setzt auf naturnahe Stadtgewässer

Mit dem Naturschutzgroßprojekt „Hamburg, deine Flussnatur“ will die Stiftung Lebensraum Elbe bis 2035 insgesamt 38 Hamburger Gewässer ökologisch aufwerten. Für das Projekt stehen rund 25 Millionen Euro bereit, überwiegend aus Bundesmitteln.

Naturnahe Stadtgewässer in Hamburg
Bis 2035 soll das Projekt „Hamburg, deine Flussnatur“ die Flüsse, Bäche und Kanäle der Stadt ökologisch stärken. Foto: Adobe Stock/boysen

Bereits seit Ende Februar 2026 setzt die Stiftung Lebensraum Elbe in Hamburg das Naturschutzgroßprojekt „Hamburg, deine Flussnatur“ um. Das Ziel: Die Hamburger Gewässer bis 2035 artenreicher und erlebbarer zu machen.

Für die kommenden zehn Jahre steht für das Projekt ein Gesamtbudget von rund 25 Millionen Euro zur Verfügung, das größtenteils vom Bund getragen wird. Bundesumweltminister Carsten Schneider hatte den offiziellen Zuwendungsbescheid über rund 17 Millionen Euro bereits im Februar an die Stiftung Lebensraum Elbe übergeben. Dies berichtet die Stadt Hamburg in einer Mitteilung.

Naturschutzgroßprojekt für naturnahe Stadtgewässer in Hamburg

Das verzweigte Netz der Hamburger Flüsse, Bäche und Kanäle soll im Rahmen des Naturschutzprojekts ökologisch gestärkt werden. Auf etwa 3200 Hektar Stadtgebiet profitieren davon 38 Gewässer – ausgenommen der Elbe –, deren Uferlinie insgesamt 375 Kilometer lang ist. Bis zu 500 Maßnahmen sollen bis 2035 realisiert werden, die auf einem umfangreichen Pflege- und Entwicklungsplan basieren.

„Das Projekt zum Schutz und zur Entwicklung der Fließgewässer in Hamburg ist eine wichtige Investition in die Zukunft dieser einzigartigen Naturlandschaft mitten in der Stadt“, betont Carsten Schneider, Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. „Wir wollen die Flussnatur aufwerten und für alle zugänglich und erlebbar machen. Das ist auch ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des wunderschönen Hamburger Naturerbes.“

Den Freizeit- und Erholungswert von Hamburgs Gewässern stärken

Hamburgs Gewässer mit ihren Ufern und Auen sollen als Lebens- und Wanderräume für Pflanzen und Tiere weiterentwickelt werden, damit sie sich besser an die Folgen des Klimawandels anpassen können. Vorgesehen sind unter anderem abgeflachte Ufer, naturnah verlängerte Gewässerläufe, mit Pflanzelementen ergänzte gemauerte Uferkanten sowie der Einbau von Totholz.

Eine gezielte Besucherlenkung und neue Wasserzugänge sollen zugleich den Freizeit- und Erholungswert entlang der Gewässer erhöhen. Das Projekt zielt darauf ab, die Hamburgerinnen und Hamburger stärker mit der städtischen Flussnatur zu verbinden. Das Bewusstsein für den Wert der Stadtnatur soll so gefördert werden.

„Mit ‚Hamburg, deine Flussnatur‘ zeigen wir, dass Naturschutz und moderne Stadtentwicklung kein Widerspruch sind“, erklärt Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz. „Naturschutzgroßprojekte im urbanen Raum schaffen nicht nur Lebensräume für bedrohte Arten, sondern auch Orte, an denen Menschen inmitten der Stadt Natur erfahren können. Gleichzeitig stärken sie das Zusammenspiel von Gewässern, Grünflächen und naturnahen Lebensräumen, das die Stadt widerstandsfähiger gegen Hitze, Starkregen und andere Folgen des Klimawandels macht.

Die Gesamtkosten betragen 25 Millionen Euro

Die Umsetzung des Naturschutzgroßprojekts kostet insgesamt rund 25 Millionen Euro. Im Rahmen des Programms „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ wird das Projekt mit rund 17,3 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit finanziert.

Die Freie und Hansestadt Hamburg steuert Fördermittel in Höhe von rund 1,85 Millionen Euro bei. Zugleich stellt die Stiftung Lebensraum Elbe Gelder in Höhe von rund 5,56 Millionen Euro zur Verfügung. In die bereits abgeschlossene Planungsphase hatten Bund, Hamburg und die Stiftung gemeinsam rund 2,3 Millionen Euro investiert.

Red.


Über die Stiftung Lebensraum Elbe

Die Stiftung Lebensraum Elbe engagiert sich dafür, den ökologischen Zustand der Tideelbe und ihrer Nebengewässer zu verbessern, ihre natürliche Vielfalt zu erhalten und ihre besonderen Lebensräume zu stärken. Dazu gestaltet sie Ufer und Vorländer naturnäher und wertet Gewässer in ihrer ökologischen Struktur auf. Gegründet wurde die Stiftung am 11. Mai 2010 durch Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft. Ihre Arbeit ist legislatur- und parteiübergreifend ausgerichtet.


Mehr zum Thema

Natürlicher Klimaschutz

Zisternen, Blühstreifen, klimaresiliente Bäume: Engelskirchen wappnet sich gegen den Klimawandel

Hitze, Trockenheit, Starkregen – die Gemeinde Engelskirchen in Nordrhein-Westfalen erlebt die Folgen des Klimawandels bereits deutlich. Mit Unterstützung des Bundesprogramms …
Klimaanpassung in München

Mehr Grün für die Stadt: Münchens Strategien für ein besseres Stadtklima

Mehr Grün und die Entwicklung zur Schwammstadt: Längst ist klar, was (Groß-) Städte brauchen, um klimaresilient zu werden. Die Herausforderung …
3-30-300-Regel

Stadtbäume im Fokus: Diese grüne Regel macht urbane Räume grüner und klimaresilienter

Es grünt so grün – in urbanen Räumen aus unterschiedlichen Gründen, aber meist zu wenig. Dabei sind Stadtbäume lebensnotwendig. Inwiefern …