Hitze, Trockenheit, Starkregen – die Gemeinde Engelskirchen in Nordrhein-Westfalen erlebt die Folgen des Klimawandels bereits deutlich. Mit Unterstützung des Bundesprogramms „Natürlicher Klimaschutz in kommunalen Gebieten im ländlichen Raum (ANK-LK)“ setzt die Gemeinde auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket, um sich für die Zukunft bestmöglich aufzustellen.

Wie kann eine Kommune ihre Lebensqualität sichern, wenn Hitzeperioden zunehmen, Wälder unter Trockenheit leiden und Starkregenereignisse immer häufiger Schäden anrichten? Die Gemeinde Engelskirchen in Nordrhein-Westfalen macht vor, wie natürlicher Klimaschutz vor Ort umgesetzt werden kann.
Seit Anfang 2025 realisiert die Gemeinde mehrere Maßnahmen mit dem Ziel, ökologische Funktionen zu stärken und zugleich die Lebensqualität der Menschen vor Ort zu erhöhen. Finanziert wird das Vorhaben über das Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz in kommunalen Gebieten im ländlichen Raum (ANK-LK)“ des Bundesumweltministeriums (BMUKN). Dies berichtet die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) in einer Mitteilung.
Engelskirchen bekommt den Klimawandel bereits zu spüren
In Engelskirchen sind die Folgen des Klimawandels deutlich zu erkennen: Trockenheit, Borkenkäferbefall und großflächige Waldverluste haben die Hanglagen geschwächt. Starkregenereignisse im Sommer 2021 verursachten Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. In den Siedlungsbereichen fehlen zudem schattenspendende Bäume, versiegelte Flächen heizen sich auf, und ein verlandeter Teich hat seine ökologische Funktion eingebüßt.
Mit einem Maßnahmenpaket auf einer Gesamtfläche von mehr als 30.000 Quadratmetern stellt sich die Gemeinde diesen Herausforderungen nun gezielt.
Maßnahmen für den natürlichen Klimaschutz
Ein Baustein des Vorhabens ist der Einbau von Zisternen, die Regenwasser speichern, das künftig zur Bewässerung von Grünflächen genutzt werden soll. Zudem entsiegelt die Gemeinde Verkehrs- und Aufenthaltsflächen und bepflanzt sie mit artenreichem Regiosaatgut. Die 110 neuen klimaresilienten Bäume sollen in Zukunft Schatten spenden. Der verlandete Teich wird vertieft, ökologisch aufgewertet und über den Walbach künftig ganzjährig mit Wasser versorgt. Auf diese Weise entsteht erneut ein wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Schon seit 2018 pflegt Engelskirchen artenreiche Saumflächen – also Blühstreifen an Wegen, Wiesenrändern und Ufern. Diese Bereiche bieten wichtige Kleinstlebensräume für Insekten und Wildpflanzen und tragen zur CO₂-Bindung bei. Mit dem geförderten Projekt soll diese Initiative fortgeführt und weiter ausgebaut werden.
Insektenschonendes Mähen in Engelskirchen
Seit September 2025 steht hierfür zudem ein insektenschonendes Mähgerät bereit. Die Maschine verfügt über ein Doppelmessermähwerk, das mit variabler Schnitthöhe arbeitet. Ein- und mehrjährige Kräuter können sich folglich besser entwickeln.
Eine vorgeschaltete „Scheuchvorrichtung“ sorgt außerdem dafür, dass am Boden lebende Tiere rechtzeitig ausweichen können. Insgesamt ermöglicht die Technik eine besonders insektenschonende Pflege – ein wichtiger Beitrag, um bestehende Blühstreifen dauerhaft zu erhalten und neue Blühflächen zu integrieren.
Die Bevölkerung bringt sich aktiv ein
Für die Pflege der Blühstreifenflächen kooperiert die Gemeinde eng mit der Bevölkerung. Ehrenamtliche Saumpatinnen und Saumpaten beobachten die Entwicklung der Bereiche, dokumentieren Veränderungen und geben Hinweise für die Pflegeplanung. Viele Bürgerinnen und Bürger sehen dieses Engagement als sinnvolle Möglichkeit, aktiv zur Artenvielfalt beizutragen und gleichzeitig mehr über die heimische Natur zu erfahren.
Neben dem Projekt in Engelskirchen unterstützt das Bundesumweltministerium noch mehr als hundert weitere Vorhaben, die einen positiven Beitrag für den natürlichen Klimaschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.
Red.



