Moore sind zentrale Akteure im Klimaschutz – doch vielerorts geraten sie durch sinkende Wasserstände unter Druck. In Berlin-Spandau soll ein gefördertes Renaturierungsprojekt den Wasserhaushalt eines innerstädtischen Niedermoors langfristig stabilisieren. Eine unterirdische Wasserverbindung zur Havel bildet dabei das technische Herzstück.

Moore zählen zu den bedeutendsten natürlichen Instrumenten des Klimaschutzes. Sie binden erhebliche Mengen an Kohlenstoff, regulieren den Wasserhaushalt in der Landschaft und stellen wertvolle Habitate für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten bereit. Insbesondere im urbanen Raum nimmt ihre Relevanz vor dem Hintergrund zunehmender Hitze- und Trockenperioden weiter zu. Gleichzeitig sind viele Moore durch sinkende Wasserstände und wiederkehrende Dürreereignisse beeinträchtigt.
Auch das Flächennaturdenkmal Immenweide/Glühwürmchengrund im Berliner Bezirk Spandau ist von dieser Entwicklung betroffen. Das seltene innerstädtische Niedermoor trocknet regelmäßig aus. In der Folge werden Lebensräume geschädigt, Torfböden bauen sich ab und zentrale Klimaschutzfunktionen gehen verloren. Dies berichtet das Bundesamt für Naturschutz in einer Mitteilung.
Wiedervernässung ohne Pumpentechnik
Mit dem Projekt „Naturschutz mit Tiefgang – Spandauer Moor wird renaturiert“, das durch das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz gefördert wird, soll der Wasserhaushalt des Gebietes langfristig stabilisiert werden.
Kern des Vorhabens ist eine sogenannte Dükerleitung – eine unterirdische Wasserverbindung, die die Havel mit den Moorflächen koppelt. Sie ermöglicht eine energieeffiziente Wasserzufuhr ohne den Einsatz von Pumpentechnik und trägt dazu bei, den Wasserhaushalt des Moores langfristig zu stabilisieren.
Ziel ist es, ein weiteres Austrocknen des Moorkörpers zu verhindern und die charakteristischen Standortbedingungen dauerhaft zu sichern. Zugleich geht es darum, Kohlenstoffspeicher zu wahren, die Biodiversität zu stärken und die Freisetzung von Treibhausgasen aus degradierten Moorböden zu verringern. Ergänzend erfolgt eine kontinuierliche Überwachung der Wasserstände.
Moorrenaturierung mit direktem Nutzen für die Menschen
Die typische Moorvegetation wird durch die Anpflanzung standortgerechter Arten zuden gezielt gefördert. Neue Informationstafeln sowie Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit sollen die Bedeutung von Mooren für Klimaschutz, Biodiversität und Klimaanpassung stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.
Das Projekt verdeutlicht exemplarisch das Zusammenspiel von technischem Know-how und Naturschutz beim Erhalt wertvoller Ökosysteme. Neben dem Schutz von Arten und Lebensräumen ergeben sich auch Vorteile für die Bevölkerung vor Ort: Das wiedervernässte Moor trägt an heißen Tagen zur Abkühlung bei, verbessert den Wasserrückhalt und erhöht die Qualität der Naherholung im städtischen Raum.
Red.
Über das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz der Bundesregierung fördert Maßnahmen, die Klimaschutz mit dem Aufbau und der Stärkung vielfältiger Ökosysteme verknüpfen.



