Smarte kommunale Gebäude, messbare Effekte: Wie Künstliche Intelligenz beim Energiesparen unterstützen kann

Smarte Prozesse und mehr Nachhaltigkeit dank Künstlicher Intelligenz: Fünf Kommunen zeigen, wie digitale Lösungen konkrete Mehrwerte für Klimaschutz, kommunale Finanzen und den Verwaltungsalltag schaffen – und zugleich als Blaupause für andere dienen können.

Künstliche Intelligenz in kommunalen Gebäuden
Künstliche Intelligenz in kommunalen Gebäuden: Fünf hessische Kommunen wollen Energie sparen und Kosten senken. Foto: Adobe Stock/NAMPIX

Mithilfe der Digitalisierung Energie und Geld sparen – dieses Zeil verfolgen die hessischen Kommunen Neuental, Bad Zwesten, Borken, Jesberg und Wabern im Rahmen des Projekts „Intelligente kommunale Gebäude“.

Das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation unterstützt das Vorhaben mit 1,17 Millionen Euro aus der Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“. Dies berichtet das Ministerium in einer Mitteilung.

Künstliche Intelligenz macht kommunale Gebäude smarter

„Ihr Projekt ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Haushalte der Kommunen. Dank Künstlicher Intelligenz werden Prozesse smarter, nachhaltiger und benutzerfreundlicher. Die Nutzung einer Open-Source-Lösung ermöglicht es zudem weiteren Kommunen, von den im Schwalm-Eder-Kreis erarbeiteten Erfahrungen zu profitieren“, so Stefan Sauer, Hessischer Staatssekretär für Digitalisierung und Innovation.

Die fünf Kommunen haben mit ihrem ersten gemeinsamen Vorhaben „Land kann digital“ bereits verdeutlicht, wie digitale Lösungen auf kommunaler Ebene sowohl den Komfort erhöhen als auch Einsparpotenziale erschließen können.

Im Rahmen eines Teilprojekts wurden zehn kommunale Gebäude mit digitaler Technik zur Durchführung energetischer Analysen ausgestattet. Da die Antragsteller durch eine automatisierte Steuerung eine Senkung des Energieverbrauchs sowie der CO₂-Emissionen um 15 bis 20 Prozent erwarten, ist im neuen Projekt vorgesehen, sämtliche kommunalen Liegenschaften technisch entsprechend aufzurüsten – von Kindertagesstätten bis hin zum Rathaus.

Künstliche Intelligenz soll dabei eine automatisierte, bedarfsgerechte Steuerung von Heizleistung und Beleuchtung auf Grundlage der tatsächlichen Raumnutzung ermöglichen. Die Verwendung eines KI-Algorithmus auf Open-Source-Basis erlaubt es zudem anderen Kommunen, eine vergleichbare Infrastruktur mit relativ geringem Aufwand zu implementieren.

Eine digitale Steuerung senkt den Energieverbrauch in kommunalen Gebäuden

Im vorangegangenen Projekt hatten sich die fünf Kommunen darüber hinaus mit weiteren zukunftsorientierten Themenfeldern befasst. So wurden unter anderem neue Online-Buchungssysteme für Schwimmbäder und Campingplätze eingeführt sowie Sensoren mit unterschiedlichen Funktionen installiert.

Auf einem Cockpit zur offenen urbanen Datenplattform lassen sich die durch die Sensoren ermittelten Daten zu Lärm, Luft, Verkehr, Licht, Energie, Flächennutzung und Pegelständen einsehen. Die gewonnenen Messdaten ermöglichen eine Überwachung und bilden die Grundlage für gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen.

„In unserem vorigen Projekt Smart Region Schwalm-Eder-West haben wir festgestellt, welch großes Potenzial im Bereich Smart Building steckt, sowohl für den Klimaschutz als auch für die Finanzen unserer Kommunen“, berichtet Erich Strohm, erster Beigeordneter der Gemeinde Neuental, stellvertretend für die fünf Kommunen.

„Dieses Potenzial nun zu erforschen und zu heben, ist sowohl eine große Chance als auch der einzig logische Schritt. Wir möchten hierdurch sowohl die Umwelt entlasten, als auch unser Personal und unsere Finanzen – und anderen Kommunen hierdurch den Einstieg in ähnliche Vorhaben erleichtern.“

Red.


Hintergrund

Zur Förderung der Kommunen sowie zur Unterstützung von Austausch und Vernetzung hat die Hessische Landesregierung bereits im Frühjahr 2020 die Geschäftsstelle Smarte Regionen im Haus der Digitalministerin eingerichtet. Im Rahmen des Programms „Starke Heimat Hessen“ werden Kommunen bei der Umsetzung zentraler Zukunftsvorhaben begleitet. Über die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“ stellt das Land seit 2021 rund 16 Millionen Euro pro Jahr für kommunale Digitalisierungsvorhaben bereit. Bisher wurden beziehungsweise werden 125 Vorhaben mit einer Gesamtfördersumme von rund 92 Millionen Euro unterstützt. Seit 2025 ergänzt eine neue Förderlinie das Programm, die die Nachnutzung erprobter, datenplattformbasierter Lösungen unterstützt. Darüber hinaus profitieren auch nicht direkt geförderte Kommunen über Formate des Wissenstransfers, beispielsweise durch die Best-Practice-Datenbank oder Erfahrungskreise.


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