Schnelles Internet auf dem Land? Wie es geht, zeigt Huisheim: Bis zur letzten Mühle ist die bayerische Gemeinde mit Glasfaser versorgt, dafür wurde sie auch ausgezeichnet. Bürgermeister Harald Müller ordnet ein, warum sich das Engagement gelohnt hat – und was andere sich abschauen können.

Die Gemeinde Huisheim wurde 2023 mit dem Gigabit-Siegel Bayern als Best-Practice-Gemeinde ausgezeichnet – ein Meilenstein, auf den Bürgermeister Harald Müller (SPD) mit großem Stolz zurückblickt. „Dass wir in einem Auswahlprozess aus über 2000 Kommunen zu den rund 50 Best-Practice-Gemeinden gehören, zeigt, dass früh die richtigen Weichen gestellt wurden“, betont er.
Ausschlaggebend war vor allem der konsequente und vollständige Ausbau: Im Gemeindegebiet von Huisheim – mit seinen Ortsteilen Gosheim und Lommersheim – sind heute 100 Prozent aller Gebäude, Grundstücke und möglichen Bauplätze mit Glasfaser erschlossen – bis hin zu abgelegenen Mühlen, Aussiedlerhöfen und den kleinsten Ortsteilen.
Für die Gemeinde bedeutet das Siegel sehr viel. „Es zeigt, dass auch kleine Kommunen leistungsfähig und zukunftsorientiert handeln können“, so der Bürgermeister. Mit rund 1700 Einwohnern sei dies keineswegs selbstverständlich.
Wesentlich waren Förderprogramme
Ein entscheidender Erfolgsfaktor war die Nutzung staatlicher Förderprogramme. Insbesondere die Gigabit-Förderung des Freistaats Bayern mit bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten ermöglichte es der Kommune, die erheblichen finanziellen Herausforderungen zu stemmen. „Ohne Förderung wäre ein flächendeckender Ausbau in dieser Qualität nicht realisierbar gewesen“, stellt Bürgermeister Müller klar.
Heute ist der Glasfaserausbau vollständig abgeschlossen. Damit hat die Kommune frühzeitig eine zukunftssichere digitale Infrastruktur geschaffen. Die Bedeutung zeigte sich besonders bereits während der Corona-Pandemie: Homeschooling, Homeoffice und digitale Kommunikation waren nur durch leistungsfähige Netze zuverlässig möglich.
Herausforderungen gab es aber auch. Dazu zählten insbesondere die Organisation eines flächendeckenden Ausbaus in einer ländlich geprägten Struktur sowie die Koordination vieler Beteiligter. Umso wichtiger war für Bürgermeister Harald Müller der enge Austausch – sowohl mit den ausführenden Unternehmen als auch mit den Bürgerinnen und Bürgern. „Kommunikation war der Schlüssel“, betont er.
Regelmäßige Bürgerversammlungen, persönliche Anschreiben und individuelle Gespräche vor Ort gehörten zum festen Bestandteil des Projekts. Der Bürgermeister suchte aktiv den direkten Kontakt, verschaffte sich ein Bild an den jeweiligen Grundstücken und beriet die Anwohner persönlich. Diese intensive Begleitung habe wesentlich zur hohen Akzeptanz und zum reibungslosen Ablauf beigetragen.
Glasfaserausbau als Standortfaktor für Huisheim
Die Bilanz fällt daher durchweg positiv aus: „Am wichtigsten ist, dass wir alle erreicht haben – wirklich jeden Haushalt. Das war unser Anspruch.“ Gleichzeitig profitiert die Gemeinde langfristig: Die Attraktivität für Gewerbetreibende, Arbeitnehmer im Homeoffice und Bauwillige ist deutlich gestiegen.
Aus den gesammelten Erfahrungen leitet Bürgermeister Müller klare Empfehlungen für andere Kommunen ab: „Man sollte jede Gelegenheit nutzen, um Synergien zu schaffen.“ Insbesondere bei Straßen- oder Kanalsanierungen sei es sinnvoll, Glasfaserleitungen direkt mitzuverlegen. Das spare Zeit, Kosten und zusätzliche Eingriffe.
Rückblickend zeigt sich: Der Gigabit-Ausbau in der Gemeinde Huisheim ist ein Beispiel dafür, wie Engagement, strategisches Vorgehen, Förderung und intensive Bürgerkommunikation zusammenwirken können. „Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben – und vor allem freue ich mich für unsere Bürgerinnen und Bürger sowie unsere Gewerbebetriebe“, fasst Bürgermeister Müller zusammen.
Red.




