Erneuerbare Energien haben in den ersten drei Quartalen 2026 einen neuen Höchstwert erreicht: Mit 60,7 Prozent deckten sie mehr als drei Fünftel des Stromverbrauchs in Deutschland. Ausschlaggebend waren vor allem Zuwächse bei Windenergie und Photovoltaik sowie der anhaltend starke Ausbau entsprechender Anlagen.

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2026 deckten erneuerbare Energien 60,7 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg um vier Prozentpunkte und markiert einen neuen Höchstwert. Gleichzeitig legte der Bruttostromverbrauch um 1,6 Prozent zu.
Dies belegen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erreichte in den ersten drei Quartalen 237,5 Milliarden Kilowattstunden. Somit lag sie 8,7 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft in einer Mitteilung berichtet.
Ausbau von Windkraft und Photovoltaik hält hohes Niveau
Der Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum resultiert hauptsächlich aus der deutlich höheren Stromerzeugung aus Windenergie an Land (+9,1 Prozent) und auf See (+19,8 Prozent) sowie aus Photovoltaik (+13,9 Prozent). Neben dem fortschreitenden Ausbau ist dies auch auf ein günstigeres Winddargebot zurückzuführen.
Die Stromproduktion aus Wasserkraft ging wegen geringer Niederschlagsmengen verglichen mit dem Vorjahr um 14,3 Prozent zurück. Bei der Erzeugung aus Biomasse ist ein geringerer Rückgang von 2,1 Prozent zu verzeichnen. Der aus Wind und Solar gewonnene Strom hat diese Rückgänge deutlich überkompensiert.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien setzte sich 2026 bislang auf hohem Niveau fort. Im Bereich der Photovoltaik wurden nach Einträgen im Marktstammdatenregister bisher Anlagen mit einer Bruttoleistung von 11,8 Gigawatt neu installiert. Damit wurde der Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums von 11,0 Gigawatt erneut übertroffen. Auch bei der Windenergie an Land nahm der Ausbau weiter zu. Bislang wurden Inbetriebnahmen mit einer Leistung von 3,5 Gigawatt registriert, nachdem im Vorjahreszeitraum 3,1 Gigawatt verzeichnet worden waren.
Deutlich stärker als im Vorjahr fiel zudem der Zubau der Windenergie auf See aus. Während im Gesamtjahr 2025 ein Zubau von 0,5 Gigawatt zu verzeichnen war, wurden im laufenden Jahr 2026 bereits 1,3 Gigawatt neu installiert.
Netzausbau und schnellere Verfahren als Schlüsselfaktoren
„Diese positiven Zahlen sind das Ergebnis eines guten Zusammenspiels der Energiewirtschaft: zum einen der starke Zubau von Erneuerbaren Anlagen, zum anderen die verlässliche Einbindung der Anlagen in unser Energiesystem durch die Netzbetreiber. Damit ermöglichen wir den wachsenden Erneuerbaren-Anteil bei gleichbleibender Versorgungsqualität“, so Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.
„Damit der Erneuerbaren-Anteil weiterwächst, muss die Bundesregierung zeitnah zu einer Einigung beim Erneuerbare-Energien-Gesetz kommen und das angekündigte Beschleunigungspaket für den Ausbau der Verteilnetze auf den Weg bringen. Hier gilt es insbesondere, Verfahren und Umweltprüfungen zu vereinfachen, um einen schnelleren Baubeginn zu ermöglichen.
Wichtige Weichen stellt auch das Netzanschlusspaket, das aktuell im Parlament verhandelt wird. 99,96 Prozent der Erneuerbaren-Energien-Anlagen sind an das Verteilnetz angeschlossen. Neue Anlagen konkurrieren mit zunehmender Elektrifizierung immer mehr um den Anschluss ans Netz mit Industrie, Gewerbe, Batteriespeichern und Wärmepumpen. Klare Vorgaben, die einen schnelleren und effizienteren Netzanschluss möglich machen, sind daher unverzichtbar.“
Red.




