Batteriespeicher auf Rekordkurs: 270 Prozent Wachstum im Großspeicher-Segment

Der Ausbau von Batteriespeichern in Deutschland hat im ersten Quartal 2026 deutlich an Dynamik gewonnen. Neue Höchstwerte bei der installierten Kapazität, starke Zuwächse insbesondere bei Großspeichern und eine breite Unterstützung in der Bevölkerung unterstreichen ihre wachsende Bedeutung für ein stabiles und effizientes Energiesystem.

Batteriespeicher auf Rekordkurs
Batteriespeicher gewinnen in Deutschland rasant an Bedeutung: Sie gleichen Schwankungen erneuerbarer Energien aus und tragen zur Stabilität des Stromsystems bei. Foto: Adobe Stock/Sashkin

Die Investitionen in Batteriespeicher erreichen in Deutschland neue Höchstwerte. Im ersten Quartal 2026 gingen Speicherkapazitäten von mehr als zwei Gigawattstunden (GWh) ans Netz. Damit lag der Ausbau stationärer Batteriespeicher etwa 67 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Dies geht aus einer Auswertung von Daten der Bundesnetzagentur durch den Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hervor, so der Verband in einer Mitteilung.

Batteriespeicherbestand erreicht 28 GWh

Alles in allem erhöhte sich der Batteriespeicherbestand in Deutschland auf etwa 28 GWh, verteilt auf rund 2,5 Millionen Systeme. Rechnerisch entspricht dies einer Speichermenge, die ausreicht, um den durchschnittlichen täglichen Strombedarf von etwa drei Millionen Privathaushalten zu decken.

„Batteriespeicher können den Bedarf an teuren Reserve-Gaskraftwerken deutlich reduzieren“, betont Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Der bestehende Bestand an stationären Batteriespeichern entspricht in seiner Kapazität der täglichen Stromerzeugung von mehr als zwei der geplanten Reserve-Gaskraftwerke. Sie tragen dazu bei, wetterbedingte Schwankungen bei der Einspeisung von Solar- und Windenergie auszugleichen.

König zufolge müsse es vermieden werden, Batteriespeicher gegenüber Gaskraftwerken zu benachteiligen. „Stattdessen sollten Speicher gezielt gestärkt werden“, betont er. Deutschland habe erst einen Bruchteil der benötigten Speicherkapazitäten erschlossen.

Breite Akzeptanz für Batteriespeicher

Der Ausbau von Batteriespeichern findet auch in der Bevölkerung breite Unterstützung, wie eine repräsentative Befragung zeigt. In der vom BSW-Solar beauftragten YouGov-Umfrage unter 2.190 Wahlberechtigten nannten 42 Prozent Batteriespeicher als bevorzugte Lösung, um Schwankungen bei der Stromerzeugung aus Wind- und Solarkraft künftig stärker auszugleichen.

Damit lagen sie mit deutlichem Abstand vor Erdgaskraftwerken, die auf 17 Prozent kamen. Ebenfalls vergleichsweise hohe Zustimmungswerte erhielten Biomassekraftwerke mit 32 Prozent sowie Wasserstoff-Gaskraftwerke mit 31 Prozent. Mehrfachnennungen waren möglich.

„Batteriespeicher sind ein zentraler Baustein für ein kosteneffizientes, resilientes und klimaneutrales Energiesystem“, berichtet Körnig. „Im Vergleich zu Gaskraftwerken sind sie schneller errichtet, verursachen keine direkten CO₂-Emissionen und senken Systemkosten, indem sie erneuerbare Energien effizient integrieren und Netzengpässe reduzieren.“

Gewerbespeicher mit deutlichem Wachstum

Mit dem Ziel, dass Batteriespeicher ihr Potenzial vollständig entfalten können, fordert der BSW-Solar einen weiteren Abbau bestehender Markthemmnisse. Nach Angaben des Verbandes gehören dazu insbesondere vereinfachte regulatorische Rahmenbedingungen für Co-Located-Speicher, schnellere Verfahren beim Netzanschluss sowie Netzentgeltregelungen, die den Betrieb von Batteriespeichern nicht zusätzlich verteuern.

Zudem spricht sich der Verband dafür aus, bei Netzengpässen und negativen Strompreisen auf das Abregeln von Photovoltaikanlagen zu verzichten und stattdessen die Nutzung von lokalem Batteriespeicher zu ermöglichen.

Maßgeblich für die aktuell dynamische Entwicklung des Speichermarktes sind vor allem Großspeicher mit einer jeweiligen Kapazität von mehr als einer Megawattstunde (MWh). In diesem Segment verzeichnete die Analyse des BSW im ersten Quartal einen Zubau von über einer Gigawattstunde – das entspricht einem Anstieg von rund 270 Prozent und damit nahezu einer Vervierfachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Im Gewerbesegment (20 kWh bis 1 MWh) verzeichnete der Markt ebenfalls ein deutliches Wachstum: Die neu installierte Speicherkapazität nahm um rund 42 Prozent auf etwa 0,16 GWh zu. Im Bereich der Heimspeicher (5 bis 20 kWh) lag der Zubau mit rund 0,74 GWh hingegen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Red.

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