Ein Selbstläufer ist die Mobilitätswende nicht – und doch gibt es zunehmend Bewegung. Zum Beispiel Niedersachsen: Wo setzt das Land an? Und was erhofft sich der Staatssekretär von den Kommunen auch über die Landesgrenzen hinaus?

Mit der Verkehrswende läuft es deutschlandweit eher nicht gut – wo hakt es aus Ihrer Sicht? Wo liegen aktuell die größten Herausforderungen – wo müsste man den Fuß von der Bremse nehmen und wo ordentlich Gas geben?
Matthias Wunderling-Weilbier: Die größte Herausforderung bleibt der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Wenn mehr Verkehr auf die Schiene verlagert werden soll, braucht es leistungsfähige und moderne Schienenwege. Hier ist vor allem der Bund gefordert, denn das Schienennetz der Deutschen Bahn ist Bundesinfrastruktur. Sowohl beim Ausbau als auch bei der Sanierung bestehender Strecken besteht erheblicher Nachholbedarf. Niedersachsen investiert bereits gezielt in die Schieneninfrastruktur und schafft so die Voraussetzungen für bessere Angebote im Schienenpersonennahverkehr.
Beim Radverkehr sind wir auf einem guten Weg und wollen das Tempo weiter erhöhen. Das Land investiert 2026 mit rund 26,5 Millionen Euro so viel wie nie zuvor in Neubau und Sanierung von Radwegen an Landesstraßen. Geplant sind 13 Neubauprojekte sowie die Sanierung von 46 Radwegeabschnitten mit rund 130 Kilometern Länge. Ziel ist es, den Radverkehrsanteil bis 2030 auf mindestens 25 Prozent zu steigern.
Auch bei der Elektromobilität braucht es weiteren Schwung. Entscheidend ist eine flächendeckende und bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur. Niedersachsen unterstützt den Bund bei der Umsetzung des Deutschlandnetzes mit bundesweit rund 9.000 Schnellladepunkten bis Ende 2026. Aus unserer Sicht sollte der Bund diesen Ausbau künftig noch stärker vorantreiben.
Insgesamt investiert Niedersachsen derzeit historisch hohe Summen in die Verkehrsinfrastruktur. Mit dem Zukunftsprogramm Infrastruktur stellt das Land in den kommenden zehn Jahren zusätzlich rund 1,8 Milliarden Euro bereit. Hinzu kommen Rekordinvestitionen in den ÖPNV, darunter 110 Millionen Euro Landesmittel im Förderprogramm 2026. Mit dem neuen D-Ticket Azubi Niedersachsen setzen wir zudem auf bezahlbare Mobilität und stärken die Fachkräftesicherung.
Kurz gesagt: Beim Ausbau von Schiene und Ladeinfrastruktur müssen wir deutlich schneller werden. Gleichzeitig setzen wir unsere Investitionen in Radverkehr, ÖPNV und moderne Infrastruktur konsequent fort.
Die Schlüsselrolle der Kommunen bei der Mobilitätswende
Welche Rolle könnten – oder sollten – Städte und Gemeinden für die Mobilitätswende spielen? Was ist entscheidend in Metropolen? Und was im ländlichen Raum?
Matthias Wunderling-Weilbier: Für den Ausbau der Schieneninfrastruktur ist die Akzeptanz vor Ort entscheidend. Städte und Gemeinden sind wichtige Partner. Deshalb setzen wir uns dafür ein, kommunale Interessen frühzeitig in Planungen einzubeziehen. So können zum Beispiel frühzeitig Verkehrssituationen verbessert werden, etwa durch die Entschärfung problematischer Bahnübergänge.
Auch die Kommunen selbst spielen eine Schlüsselrolle bei der Mobilitätswende. Die EU verpflichtet sieben niedersächsische Städte zur Erstellung nachhaltiger Mobilitätspläne, viele weitere Kommunen gehen diesen Weg freiwillig. Gerade angesichts begrenzter finanzieller Spielräume und der Klimaziele sind solche Konzepte wichtig, um Maßnahmen gezielt umzusetzen.
Grundsätzlich geben die Kommunen den Takt vor, wenn es um die konkrete Ausgestaltung der Mobilitätswende vor Ort geht. Insbesondere den Landkreisen und kreisfreien Städten als Aufgabenträgern des ÖPNV kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Sie kennen die lokalen Bedarfe und gestalten die Angebote entsprechend.
Wichtig ist, Mobilität ganzheitlich zu denken. Bus und Bahn, Radverkehr, Park-and-Ride- und Bike-and-Ride-Angebote, Bürgerbusse, flexible Bedienformen und digitale Informationssysteme müssen besser verknüpft werden. Gerade im ländlichen Raum geht es darum, attraktive und verlässliche Alternativen zum Auto zu schaffen.
Mobilität als Gesamtsystem sehen
Was erwarten Sie, was erhoffen Sie sich von den Kommunen in Niedersachsen?
Matthias Wunderling-Weilbier: Ich wünsche mir, dass Kommunen Mobilität noch stärker als Gesamtsystem begreifen. Entscheidend ist nicht die einzelne Maßnahme, sondern das Zusammenspiel der verschiedenen Angebote: Wo werden sichere Radwege benötigt? Wo fehlen attraktive Umstiegsmöglichkeiten? Wo sollte der Busverkehr ausgebaut werden? Wo sind flexible Bedienformen sinnvoller als klassische Linienverkehre? Und wie können digitale Informationen bestehende Angebote einfacher und komfortabler nutzbar machen?
Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Haushalte braucht es einen klaren strategischen Rahmen. Gute Mobilitätskonzepte helfen dabei, Prioritäten zu setzen, Investitionen gezielt auszurichten und Fördermittel wirksam einzusetzen.
Wichtig ist zudem, frühzeitig in Daten und digitale Strukturen zu investieren. Dazu gehört, Verkehrsdaten systematisch zu erfassen, verfügbar zu machen und bestehende Systeme besser zu vernetzen. Auf dieser Grundlage können Anwendungen wie intelligente Verkehrslenkung oder modernes Parkraummanagement weiterentwickelt werden.
Das Land unterstützt die Kommunen dabei mit entsprechenden Angeboten und Plattformen. Unser Ziel ist es, gemeinsam praxistaugliche und übertragbare Lösungen zu entwickeln. Wer heute die richtigen Weichen stellt, schafft die Grundlage für eine effiziente, klimafreundliche und nutzerorientierte Mobilität der Zukunft.
Das Land Niedersachsen stärkt die Kommunen bei der Verkehrswende
Und andersherum: Wie kann und will das Land die Kommunen unterstützen?
Matthias Wunderling-Weilbier: Das Land Niedersachsen unterstützt die Kommunen auf vielfältige Weise bei der Umsetzung der Verkehrswende. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau des Radverkehrs. Durch Investitionen in das landeseigene Radwegenetz werden sichere und attraktive Verbindungen zwischen Städten und Gemeinden geschaffen und kommunale Netze besser verknüpft.
Über das Niedersächsische Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und das Bundesprogramm „Stadt und Land“ stellt das Land umfangreiche Fördermittel für kommunale Infrastrukturprojekte bereit. Radverkehrsmaßnahmen werden dabei mit Förderquoten von bis zu 80 beziehungsweise 90 Prozent unterstützt. Ergänzt wird dies durch Beratungsangebote wie die Mobilotsin der Landesnahverkehrsgesellschaft sowie Handreichungen der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.
Auch den ÖPNV unterstützt das Land gezielt – etwa durch Förderprogramme für Haltestellen, Busse, Park-and-Ride- und Bike-and-Ride-Anlagen, Echtzeitinformationssysteme und Betriebshöfe. Besonders im ländlichen Raum spielen zudem flexible Bedienformen, Bürgerbusse, Mobilitätszentralen und digitale Angebote eine wichtige Rolle.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität. Niedersachsen hat frühzeitig eine bundesweit einmalige Beratungsstruktur aufgebaut, um Landkreise und Kommunen bei der Planung öffentlicher Ladeinfrastruktur zu unterstützen. Bis Ende 2025 haben bereits 38 von 45 Landkreisen und kreisfreien Städten entsprechende Konzepte erstellt. Nun unterstützt das Land die Kommunen dabei, die identifizierten Flächen erfolgreich zu vermarkten und den Ausbau vor Ort voranzubringen.
So schafft Niedersachsen attraktive Förderbedingungen, fachliche Beratung und praktische Hilfestellungen, damit Kommunen ihre Mobilitätsstrategien wirksam und ressourcenschonend umsetzen können.
Passgenaue Konzepte für die Verkehrswende im ländlichen Raum
Gerade außerhalb der Städte ist die Verkehrswende besonders schwierig. Welche Lösungen funktionieren dort wirklich?
Matthias Wunderling-Weilbier: Für die Verkehrswende im ländlichen Raum gibt es keine Patentlösung. Entscheidend sind passgenaue Konzepte, die sich an den jeweiligen Gegebenheiten und Bedürfnissen vor Ort orientieren. Dazu gehört auch, den Individualverkehr sinnvoll einzubinden und besser mit dem öffentlichen Verkehr zu verknüpfen. Angebote wie Park-and-Ride können dabei eine wichtige Rolle spielen. Ergänzend helfen digitale Informations- und Buchungssysteme, Mobilitätsangebote einfacher und attraktiver nutzbar zu machen. Ziel muss es sein, die verschiedenen Verkehrsträger stärker zu vernetzen und bestehende Systeme weiterzuentwickeln.
Die eigentliche Herausforderung liegt häufig nicht in der Erreichbarkeit der nächsten Haltestelle, sondern in der Qualität des Angebots. Viele Menschen können Bus oder Bahn grundsätzlich nutzen, stoßen jedoch auf zu geringe Taktungen, eingeschränkte Abendverbindungen oder fehlende Angebote an Wochenenden. Genau hier müssen wir ansetzen.
Auf stark nachgefragten Verbindungen können regelmäßige Busangebote und landesbedeutsame Buslinien einen wichtigen Beitrag leisten. In dünner besiedelten Regionen sind flexible Angebote wie Rufbusse, On-Demand-Verkehre oder Bürgerbusse oft die bessere Lösung. Das erfolgreiche Sprinti-Projekt in der Region Hannover zeigt das Potenzial solcher Ansätze.
Entscheidend ist, dass die verschiedenen Angebote zuverlässig funktionieren und nahtlos ineinandergreifen – von Bus und Bahn über den Radverkehr bis hin zu attraktiven Umstiegsmöglichkeiten und digitalen Buchungssystemen. Nur so entsteht ein Mobilitätsangebot, das im Alltag eine attraktive Alternative zum eigenen Auto sein kann.
„Echte Wahlmöglichkeiten“ zum Auto schaffen
Wie kann man Menschen im ländlichen Raum konkret zum Umstieg weg vom Auto bewegen?
Matthias Wunderling-Weilbier: Gerade im ländlichen Raum ist ein eigenes Fahrzeug für viele Menschen unverzichtbar – sei es für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder für Freizeitaktivitäten. Umso wichtiger ist es, attraktive und komfortable Mobilitätsangebote zu schaffen, damit diejenigen, die auf ein eigenes Auto oder einen Zweitwagen verzichten möchten, dies auch tatsächlich können. Dazu gehören sichere Fuß- und Radwege innerhalb der Ortschaften, gut ausgebaute Radverbindungen zwischen den Orten sowie ein attraktiver ÖPNV mit flexiblen Bedienformen.
Gleichzeitig müssen wir realistisch bleiben: Für viele Menschen im ländlichen Raum wird das Auto auch künftig ein wichtiger Bestandteil ihrer Mobilität sein. Wer weite Strecken zurücklegt, im Schichtdienst arbeitet oder unterschiedliche Wege im Alltag miteinander verbinden muss, kann nicht allein durch Appelle zum Umstieg bewegt werden.
Deshalb geht es nicht darum, das Auto zu ersetzen, sondern echte Wahlmöglichkeiten zu schaffen. Verlässliche Busverbindungen auf stark nachgefragten Strecken, flexible Angebote in der Fläche, sichere Radwege, gute Umsteigemöglichkeiten und nutzerfreundliche digitale Informationen können dazu beitragen, dass mehr Menschen Bus, Bahn oder Fahrrad nutzen. Besonders im ländlichen Raum ist es oft ein realistisches Ziel, den Bedarf an einem Zweitwagen zu reduzieren.
Niedersachsen treibt die Verkehrswende auch im ländlichen Raum voran
Wird der ländliche Raum in Förderprogrammen ausreichend berücksichtigt?
Matthias Wunderling-Weilbier: Ja, der ländliche Raum wird in Niedersachsen gezielt berücksichtigt. Ziel ist es, Mobilität und Erreichbarkeit in allen Regionen zu stärken und gleichwertige Lebensverhältnisse zu sichern.
Ein wichtiges Instrument ist das Niedersächsische Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Es sorgt dafür, dass Fördermittel in alle Landesteile fließen, und setzt zugleich Anreize für nachhaltige Mobilität. Radverkehrsprojekte werden mit Förderquoten von bis zu 80 Prozent unterstützt, finanzschwächere Kommunen profitieren von zusätzlichen Vorteilen. Ergänzt wird dies durch das Bundesprogramm „Stadt und Land“, das Förderquoten von bis zu 90 Prozent ermöglicht und insbesondere Investitionen in sichere Radwegeverbindungen und moderne Fahrradinfrastruktur unterstützt.
Darüber hinaus investiert Niedersachsen jährlich erhebliche Mittel in den ÖPNV. Von 2022 bis 2026 wurden insgesamt knapp 600 Millionen Euro bereitgestellt. Gefördert werden unter anderem die Reaktivierung von Bahnstrecken, der barrierefreie Ausbau von Haltestellen, zentrale Omnibusbahnhöfe, Park-and-Ride- und Bike-and-Ride-Anlagen sowie digitale Fahrgastinformationssysteme. Allein für den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen wurden mehr als 150 Millionen Euro eingesetzt und über 3.500 Haltestellen modernisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt sind die landesbedeutsamen Buslinien. Sie schließen Lücken dort, wo Schienenverbindungen fehlen, und sorgen für eine bessere Verknüpfung von Bus- und Bahnverkehr. Gerade im ländlichen Raum leisten sie einen wichtigen Beitrag, um Mobilitätsangebote attraktiver und verlässlicher zu machen.
Insgesamt zeigt sich: Durch hohe Förderquoten, eine flächengerechte Mittelverteilung und die gezielte Unterstützung finanzschwächerer Kommunen trägt das Land dazu bei, dass die Verkehrswende nicht nur in den Städten, sondern auch im ländlichen Raum vorankommt.
Fußverkehrs-Checks als Instrument moderner Mobilitätsplanung
Wie helfen Aktionen wie die Fußverkehrs-Checks, Mobilität modern zu gestalten? Können Sie die Aktion kurz erläutern?
Matthias Wunderling-Weilbier: Instrumente wie die Fußverkehrs-Checks leisten einen wichtigen Beitrag zu einer modernen und nachhaltigen Mobilität, indem sie den Fußverkehr gezielt in den Fokus rücken. Ziel ist es, gemeinsam sichere, barrierefreie und attraktive Wege- und Querungsverbindungen zu entwickeln. Bei moderierten Begehungen analysieren Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Fachleuten die Stärken und Schwächen des bestehenden Fußwegenetzes und erarbeiten konkrete Verbesserungsvorschläge. Die Ergebnisse liefern den Kommunen wertvolle Impulse für die weitere Verkehrs- und Stadtplanung.
Die Mobilotsin der Landesnahverkehrsgesellschaft begleitet und koordiniert diese Prozesse fachlich. Sie sorgt für eine hohe Qualität der Verfahren und unterstützt die Kommunen dabei, die entwickelten Maßnahmen mit bestehenden Fördermöglichkeiten zu verknüpfen.
Eine wichtige Ergänzung ist die Zertifizierung „Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen“. Organisiert wird sie von der AGFK Niedersachsen/Bremen. Voraussetzung sind anspruchsvolle Kriterien in den Bereichen Infrastruktur, Service und Kommunikation. Die Zertifizierung macht das Engagement einer Kommune sichtbar und setzt Anreize, die Qualität der Radverkehrsförderung langfristig weiterzuentwickeln.
Diese Initiativen stärken nicht nur den Fuß- und Radverkehr. Sie erhöhen auch die Aufenthaltsqualität in Städten und Gemeinden, fördern umweltfreundliche Mobilität und machen die Verkehrswende vor Ort konkret erfahrbar.
Die Kooperation zwischen Land und Kommunen
Wo funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen bereits gut – und wo hakt es noch?
Matthias Wunderling-Weilbier: Besonders gut funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen dort, wo Zuständigkeiten, Daten und gemeinsame Ziele klar definiert und abgestimmt sind. Das zeigt sich etwa bei Infrastrukturprojekten, beim barrierefreien Ausbau von Haltestellen oder bei regionalen Ansätzen im Verkehrsmanagement.
Eine Herausforderung besteht darin, dass die Verantwortung für das Angebot im straßengebundenen ÖPNV bei den kommunalen Aufgabenträgern liegt, während sich viele Erwartungen an das Land richten. Deshalb braucht es einen offenen und realistischen Austausch darüber, welche Maßnahmen fachlich sinnvoll sind, welche finanziellen Spielräume bestehen und welche Ebene jeweils die Verantwortung trägt.
Ein gutes Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit ist der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Niedersachsen hat die Kommunen frühzeitig durch eine landesweit einzigartige Strategieberatung bei der Erstellung von Ladeinfrastrukturkonzepten unterstützt. Dadurch konnten sich viele Kommunen eine starke strategische Ausgangsposition erarbeiten und beim Ausbau der Elektromobilität eine Vorreiterrolle einnehmen.
Diesen Ansatz führen wir konsequent fort. Das Land unterstützt die Kommunen dabei, die identifizierten Standorte in die Umsetzung zu bringen und geeignete Partner für den Aufbau der Ladeinfrastruktur zu gewinnen. Ziel ist es, den flächendeckenden Ausbau öffentlicher Ladepunkte weiter zu beschleunigen und den Kommunen zugleich zu ermöglichen, Ladeinfrastruktur möglichst wirtschaftlich und ohne eigene Investitionsrisiken umzusetzen.
Mobilität als „vernetztes System“ begreifen
Welchen Appell oder Rat haben Sie an kommunale Entscheiderinnen und Entscheider? Welche Weichen sollten sie jetzt stellen? Welche Schwerpunkte und Akzente sollten sie setzen?
Matthias Wunderling-Weilbier: Mein Appell lautet: Mobilität nicht nur projektweise denken, sondern als vernetztes System. Einzelne Radwege, Buslinien oder digitale Angebote entfalten ihren größten Nutzen, wenn sie aufeinander abgestimmt sind.
Gerade im ländlichen Raum sollten Kommunen prüfen, welche Achsen ein verlässliches Grundangebot brauchen, wo flexible Bedienformen sinnvoll sind und wie Radverkehr, Bus, Bahn und Umstiegspunkte besser zusammenwirken können.
Wer diese Grundlagen jetzt schafft, kann Fördermittel gezielter einsetzen und Mobilität Schritt für Schritt verlässlicher, attraktiver und effizienter gestalten.
Interview von Fabienne Acker



