Die drei hessischen Kommunen Fernwald, Grünberg und Lich wollen den Energieverbrauch ihrer kommunalen Gebäude künftig digital erfassen und auswerten. Mit Sensoren, einer gemeinsamen Datenplattform und einem eigenen Funknetz sollen Einsparpotenziale sichtbar werden. Das Land Hessen fördert das Projekt mit rund 718.000 Euro.

Die Kommunen Fernwald, Grünberg und Lich setzen künftig auf digitales Energiemonitoring, um den Strom-, Wärme- und Wasserverbrauch ihrer Gebäude transparenter zu erfassen und Einsparpotenziale zu identifizieren. Dafür entwickeln sie gemeinsam ein System zur automatisierten Erfassung und Auswertung von Verbrauchsdaten.
Das Hessische Digitalministerium unterstützt das Projekt „Smartes Energiemonitoring in Gebäuden“ mit rund 718.000 Euro aus dem Förderprogramm „Starke Heimat Hessen“. Dies berichtet das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation in einer Mitteilung.
Digitale Technik macht Energieverbräuche transparent
„Wer Energie sparen will, muss zuerst wissen, wo und wann sie verbraucht wird. Genau dabei hilft digitale Technik. Sensoren liefern aktuelle Daten, Künstliche Intelligenz kann daraus Muster erkennen und die Gebäudetechnik künftig gezielter steuern“, erklärt Staatssekretär Dr. Nicolas Sölter. „So können Kommunen Kosten senken, Energie sparen und gleichzeitig ihre Gebäude besser betreiben.“
Fernwald, Grünberg und Lich planen, ihre kommunalen Gebäude mit Sensoren auszustatten. Diese sollen unter anderem den Verbrauch von Strom, Wärme und Wasser erfassen. Die erhobenen Daten werden anschließend auf einer gemeinsamen digitalen Plattform gebündelt und dort ausgewertet.
Perspektivisch soll das System über die reine Erfassung von Verbrauchsdaten hinausgehen. So könnten Heizungs-, Lüftungs- und Beleuchtungsanlagen künftig automatisiert an die tatsächliche Nutzung eines Gebäudes angepasst werden. Künstliche Intelligenz soll dabei den jeweiligen Bedarf erkennen. Auf diese Weise müssten beispielsweise ungenutzte Räume nicht in gleichem Umfang beheizt werden wie belegte Bereiche.
Gemeinsam zur digitalen Infrastruktur
Für die Übertragung der Messdaten errichten die drei Kommunen gemeinsam ein eigenes Funknetz. Dieses ermöglicht eine Reichweite über größere Distanzen bei gleichzeitig geringem Energiebedarf. Dadurch können auch batteriebetriebene Sensoren über längere Zeiträume zuverlässig eingesetzt werden.
Das Vorhaben geht über das Energiemanagement hinaus. Die gemeinsame Datenplattform soll künftig auch Informationen zu Straßen, Gebäuden, Grünflächen, Sport- und Spielplätzen sowie Rad- und Wanderwegen bündeln. Darüber hinaus können Wetter- und Klimadaten integriert werden. Perspektivisch sollen auch Vereine, Unternehmen, Gastronomiebetriebe und medizinische Einrichtungen Informationen über die Plattform bereitstellen können.
„Besonders sinnvoll ist, dass Fernwald, Grünberg und Lich dieses Projekt gemeinsam angehen. Digitalisierung muss nicht an Gemeindegrenzen Halt machen. Wenn Kommunen Technik, Daten und Erfahrungen teilen, können sie Lösungen schneller umsetzen und effizienter nutzen“, so Sölter.
Die drei Kommunen orientieren sich dabei an Erfahrungen aus anderen Regionen Hessens. Als Vorbilder dienen Projekte in Waldsolms und der Region Schwalm-Eder-West. Dort kommen bereits Funknetze und Sensoren zum Einsatz, um Daten zu erfassen und den Energieverbrauch kommunaler Gebäude besser zu steuern. Fernwald, Grünberg und Lich übernehmen bewährte Bestandteile dieser Ansätze und passen sie an ihre eigenen Anforderungen an.
Red.
Über das Förderprogramm „Starke Heimat Hessen“
Mit dem Programm „Starke Heimat Hessen“ unterstützt das Land Kommunen bei der Umsetzung von Zukunftsprojekten. Für die Förderung smarter Kommunen und Regionen stehen seit 2021 jährlich rund 15,5 Millionen Euro für kommunale Digitalisierungsvorhaben zur Verfügung. Bislang wurden beziehungsweise werden 149 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 110 Millionen Euro unterstützt.




