Baden-Württemberg investiert in zukunftsfähige Satellitenkommunikation für die Feuerwehr

Das Land Baden-Württemberg stattet seine Feuerwehren mit einem neuen satellitengestützten Funksystem aus – und schafft so eine weitere Alternative zum Digitalfunknetz.

Satellitenkommunikation für die Feuerwehr
Die Satellitenkommunikation soll den bestehenden Digitalfunk bei Feuerwehreinsätzen entlasten. Foto: Adobe Stock/Mario Hoesel

Das Land Baden-Württemberg stellt seinen Feuerwehren ein neues satellitengestütztes Funksystem zur Verfügung, das als ergänzende Alternative zum bestehenden Digitalfunknetz dient. Dieses System kommt ohne bodengebundene Infrastruktur aus und gewährleistet durch verschlüsselte Übertragung einen hohen Sicherheitsstandard bei der Kommunikation.

Ziel der Investition ist, dass die Feuerwehren auch in extremsten Krisen sicher kommunizieren können, so das Land Baden-Württemberg in einer Mitteilung.

Satellitenkommunikation für die Feuerwehr in Baden-Württemberg

„Kommunikation ist ein wesentlicher Schlüssel für einen erfolgreichen Einsatz“, betont Baden-Württembergs stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl. „Daher investieren wir in eine moderne und zukunftsfähige Kommunikationstechnik. Mit dem nun beschafften Satellitenkommunikationssystem kann unsere Feuerwehr die Herausforderungen in Krisen entschlossen angehen.“

Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben kommunizieren zunehmend über den Digitalfunk, ein deutschlandweit einheitliches Funknetz, das speziell für diesen Nutzerkreis eingerichtet wurde. Allerdings besteht bei Einsätzen baden-württembergischer Einsatzkräfte im Ausland oder bei ausländischen Feuerwehren in Baden-Württemberg nicht immer ein Zugang zum Digitalfunknetz. In diesen Situationen, die im Rahmen des europäischen Katastrophenschutzmechanismus auftreten können, bietet der Satellitenfunk künftig eine verlässliche Kommunikationsalternative für die Feuerwehr.

Die Vorteile der Satellitenkommunikation

Darüber hinaus ermöglicht der Satellitenfunk der Feuerwehrführung, das Digitalfunknetz bei hoher Auslastung zu entlasten. Auch im unwahrscheinlichen Fall einer Störung des Digitalfunks bleibt die Kommunikation der Einsatzkräfte gesichert. Das System überzeugt durch hohe Zuverlässigkeit und erfüllt strenge Sicherheitsanforderungen. So gewährleistet es beispielsweise den Betrieb auch bei langanhaltenden, flächendeckenden Stromausfällen.

Die Stadt- und Landkreise, die Regierungspräsidien sowie das Innenministerium werden mit dem Satellitenfunksystem „SaFe“ (Satellitenfunk Feuerwehr) ausgestattet. In der ersten Ausbaustufe hat das Land Baden-Württemberg 52 fest installierte Funkgeräte in Gebäuden sowie 190 tragbare Satelliten-Handsprechfunkgeräte beschafft. Für den Betrieb des Systems ist keine zusätzliche bodengebundene Infrastruktur erforderlich, wie etwa Masten oder Antennen. Die Kommunikation erfolgt ausschließlich über eine direkte Verbindung der Antenne zu einem Satelliten. Dabei werden alle übertragenen Informationen durchgängig verschlüsselt, um einen unbefugten Zugriff und Abhörversuche zuverlässig zu verhindern.

Red.

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