Nachhaltige Schulhofsanierung: Wie die Woogbachschule in Speyer ihre Außenanlagen klimaresilient gestaltete

Die Woogbachschule in Speyer hat ihren Schulhof grundlegend umgestaltet. Aus einer stark versiegelten, sanierungsbedürftigen Fläche ist ein grüner, klimaangepasster Lern- und Aufenthaltsort entstanden. Mit entsiegelten Bereichen, neuen Bäumen, innovativen Pflanzsystemen und einer funktionalen Neustrukturierung zeigt das Projekt, wie eine nachhaltige Schulhofsanierung gelingen kann.

Nachhaltige Schulhofsanierung
Auf dem neu gestalteten Schulhof der Woogbachschule können die Kinder unter schattenspendenden Bäumen spielen und die Natur entdecken. Foto: Adobe Stock/candy1812

Die Woogbachschule in Speyer verdeutlicht, wie sich Klimaschutz sinnvoll in den schulischen Alltag integrieren lässt. 2019 zeigte sich der in die Jahre gekommene Schulhof als deutlich sanierungsbedürftig. Unebener Asphalt, fehlende Flächen für die Versickerung von Regenwasser und nur wenig Begrünung bestimmten das Erscheinungsbild.

Mithilfe von Mitteln aus dem kommunalen Investitionspaket wurde die rund 5.000 m² große Fläche vollständig neugestaltet – nachhaltig und im Hinblick auf die absehbaren Folgen des Klimawandels. Dies berichtet die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz in einer Mitteilung.

Rückbau und Entsiegelung gegen Hochwasser

Im Mittelpunkt stand der Rückbau der alten asphaltierten Schulhoffläche sowie der bisherigen Sportanlagen, die für eine Grundschule nicht mehr zeitgemäß waren. So konnten zusätzliche begrünte Versickerungsflächen geschaffen werden.

Insgesamt wurden rund 3.700 m² Asphalt durch ein Pflaster mit Drainfugensystem ersetzt. Dieses kann mindestens 270 Liter Wasser pro Sekunde und Hektar aufnehmen. Das eingesetzte Material besteht zu 45 Prozent aus Recyclingstoffen und trägt damit zur Schonung wertvoller Ressourcen bei.

Überschüssiges Regenwasser wird nun in neu angelegte Grünbereiche geleitet. Der frühere Hofablauf fungiert lediglich noch als Notüberlauf bei Starkregenereignissen.

Natürlicher Hitzeschutz durch Begrünung und Schatten

Ein zentrales Element der Neugestaltung war die Begrünung. 25 neue Bäume sorgen für Schatten und tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Unter ihnen sind sowohl heimische Arten wie die Hainbuche und das Feld-Ahorn als auch klimaresiliente Arten wie die Gleditschie und die Zelkove. Heckenstrukturen und begrünte Mulden vervollständigen das Begrünungskonzept. Ausstattungselemente wie Fahrradständer und Müllboxen wurden mit einer extensiven Dachbegrünung versehen.

Darüber hinaus wurde ein innovatives Vorhaben realisiert. Vier Baumstandorte wurden vergleichend angelegt – zwei nach herkömmlichem Standard, zwei mit einem Wurzelkammersystem aus Recyclingkunststoff. Auf diese Weise möchte die Stadt ermitteln, welche Pflanzmethode die besten Voraussetzungen für ein gesundes Baumwachstum schafft. Ein praxisnaher Lernort – auch mit Blick auf die künftige Auswahl und Pflanzung von Stadtbäumen.

Nachhaltige Schulhofsanierung hin zu einem Lern- und Lebensort

Neben den ökologischen Aspekten stand auch die funktionale Aufwertung im Fokus. Flächen für Fahrräder, Roller und Müllbehälter wurden neu strukturiert, eine barrierefreie Erschließung realisiert und zwei Solarleuchten zur Erhöhung der Sicherheit installiert. Im kleinen Schulwald erleben die Kinder Natur unmittelbar – und Unterricht muss nicht mehr nur mit der Theorie im Klassenzimmer stattfinden.

„Mit der nachhaltigen Umgestaltung des Schulhofs der Woogbachschule zeigen wir, dass Klimaschutz vor Ort beginnt. Wir schaffen nicht nur einen sicheren und attraktiven Aufenthaltsort für die Schülerinnen und Schüler, sondern setzen zugleich ein Zeichen für eine klimaangepasste Stadtentwicklung“, erklärt Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler.

Die Schulhofsanierung der Woogbachschule zeigt beispielhaft, wie Kommunen Bildungseinrichtungen zu Lern- und Lebensorten entwickeln können, die ökologische Verantwortung und Lebensqualität miteinander verbinden.

Red.

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