7000 LED-Leuchten, 65 Prozent weniger Energie: Bad Salzuflens Weg zur modernen Straßenbeleuchtung

Eine beschauliche Bäderstadt drückt aufs Tempo: Bad Salzuflen hat mit ambitionierten Zeitplänen die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt. Wie das gelang und was andere Kommunen sich abschauen können, erläutert Ingo Neitzner für die Stadt.

LED-Straßenbeleuchtung in Bad Salzuflen
Bad Salzuflens Strategie: mehrere Förderprojekte für die Umstellung auf LED – umgesetzt wurde jeweils innerhalb eines Jahres. Foto: Stadt Bad Salzuflen, C. Jahr

Die Stadt Bad Salzuflen betreibt im gesamten Stadtgebiet rund 7000 Straßenleuchten. Bereits im Jahr 2011 wurde beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) der erste Förderantrag zur schrittweisen Umrüstung der öffentlichen Beleuchtung auf moderne LED-Technik gestellt. Mit dem letzten Antrag aus dem Jahr 2021, der sich auf die Umrüstung der verbliebenen 1700 Straßenleuchten bezog, konnte das Sanierungsprogramm vollständig abgeschlossen werden.

Nach Ausstellung jedes Förderbescheids begann ein einjähriger Projektzeitraum – innerhalb dieses Rahmens waren sämtliche Bau- und Installationsarbeiten einschließlich Dokumentation und Abrechnung fertigzustellen. Diese zeitliche Vorgabe war ambitioniert und erforderte eine äußerst effiziente Planung sowie eine enge Abstimmung zwischen Verwaltung und ausführenden Firmen.

Die relevanten Daten lagen vor

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war dabei das bereits bestehende Beleuchtungskataster, das alle relevanten Stammdaten wie Standort, Leuchtentyp, Lichtpunkthöhe, Mastzustand und Anschlussleistung enthielt. Dadurch konnten Planungsunterlagen, Lichtberechnungen und Ausschreibungsunterlagen schnell und präzise erstellt werden.

Auch bei der Vergabe wurde strukturiert vorgegangen. Eine Bewertungsmatrix sorgte für Transparenz und Nachvollziehbarkeit, sodass qualitative Kriterien wie technische Ausführung, Energieeffizienz, Lieferzeiten und Projektorganisation angemessen berücksichtigt wurden.

Strenge Zeitvorgaben für die LED-Straßenbeleuchtung in Bad Salzuflen

Zudem wurden alle Bieter frühzeitig darauf hingewiesen, dass es sich um eine Fördermaßnahme mit einem strengen Zeitplan handelt. Dies trug wesentlich dazu bei, dass die Arbeiten ohne Verzögerungen durchgeführt werden konnten.

Die Förderquote betrug 30 Prozent der Investitionskosten. Für den Antrag aus dem Jahr 2021 ergab sich daraus eine Fördersumme von knapp 309.000 Euro. Diese finanzielle Unterstützung erleichterte es der Stadt, die Modernisierung vollständig und zeitnah umzusetzen.

Deutlich weniger Energieverbrauch

Insgesamt ist es Bad Salzuflen gelungen, innerhalb von nur zehn Jahren alle 7000 Straßenleuchten auf energieeffiziente LED-Technik umzustellen.

Rund 2500 der neuen Leuchten verfügen zudem über „smarte“ Funktionen. Sie erlauben eine flexible Steuerung, können bedarfsorientiert gedimmt werden und ermöglichen eine präzise Erfassung der Verbrauchsdaten jeder einzelnen Leuchte. Damit sind weitere Optimierungen des Energieeinsatzes in Zukunft möglich.

Durch die umfassende Modernisierung konnte der Energieverbrauch der Straßenbeleuchtung um etwa 65 Prozent reduziert werden. Dies führt nicht nur zu erheblichen Kosteneinsparungen, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Stadtentwicklung.

Positives Fazit aus Bad Salzuflen

Der gesamte Prozess zeigt deutlich, wie wichtig verlässliche Stammdaten, ein präzises Leistungsverzeichnis und eine strukturierte Bewertung der Angebote sind. Nur so können technische und zeitliche Anforderungen eingehalten und spätere Überraschungen bei Montage oder Produktqualität vermieden werden.

Die Umstellung von herkömmlichen Entladungslampen auf moderne LED-Technologie verdeutlicht das große Potenzial, das Kommunen im Bereich Energieeffizienz aktiv heben können.

Ingo Neitzner


Der Autor

Ingo Neitzner ist Abteilungsleiter für technisches Gebäudemanagement beim Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft der Stadt Bad Salzuflen.


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