Wie nimmt das schnelle Internet mehr Tempo auf? Zum Beispiel der Südwesten: Dort haben jetzt 24 Akteure den „Glasfaserpakt Baden-Württemberg“ unterzeichnet – unter anderem sind Kommunale Landesverbände dabei.

Um die besten Voraussetzungen für einen zügigen Ausbau von Glasfasernetzen im Land zu schaffen, hat die baden-württembergische Landesregierung mit Kommunalen Landesverbänden, Telekommunikationsunternehmen, Branchenverbänden, Stadtwerken und weiteren Partnern einen „Glasfaserpakt“ vereinbart. Ziel ist es, in enger Zusammenarbeit aller Unterzeichner die Rahmenbedingungen für einen möglichst raschen, flächendeckenden Glasfaserausbau im Land zu optimieren und vorhandene Ausbauhemmnisse zu reduzieren beziehungsweise zu beseitigen.
Mitte Juli wurde der Pakt von seinen insgesamt 24 Akteuren unterzeichnet – die Landesregierung sieht das als weiteren wichtigen Schritt in Richtung digitale Zukunft. „Die Digitalisierung braucht starke Bündnisse – und genau das ist der Glasfaserpakt. Ein starkes Bündnis aller am landesweiten Breitbandausbau beteiligten Akteure und getragen von Überzeugung und Verantwortung“, sagte Digitalisierungsminister Thomas Strobl bei der feierlichen Unterzeichnung. Das Land zeige damit: Digitalisierung beginne ganz konkret mit der Infrastruktur unter den Füßen. Denn nur so erreiche man digitale Teilhabe für alle, treibe wirtschaftlichen Fortschritt voran und stärke die digitale Souveränität Baden-Württembergs.
Wegbereiter einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur
Für Millionen Menschen, für Unternehmen, Krankenhäuser, Bildungseinrichtungen und die Behörden sei schnelles Internet nicht ein „Nice-to-have“, sondern Lebenselixier. Den Ausbau schaffe man nur im Team. „Denn sowohl der Ausbau durch die Privatwirtschaft als auch die Unterstützung durch Bund, Land und Kommunen im Wege der Förderung sind unverzichtbare Bausteine für einen gelingenden flächendeckenden Glasfaserausbau. Wir schaffen ein verlässliches Fundament für ein digitales und zukunftsfähiges Baden-Württemberg“, betont Strobl.
Der Glasfaserpakt Baden-Württemberg soll die Kräfte für eine leistungsfähige digitale Infrastruktur bündeln. Er basiert auf dem gemeinsamen Verständnis, dass der Glasfaserausbau in Baden-Württemberg nur in enger Kooperation zwischen öffentlicher Hand und privatwirtschaftlichen Unternehmen gelingen kann.
Die zentralen Punkte des Glasfaserpakts Baden-Württemberg
Der Pakt legt verbindliche Prinzipien für das Zusammenspiel der Akteure fest – von der Koordination eigenwirtschaftlicher und geförderter Ausbaumaßnahmen bis hin zur gemeinsamen Fortschrittsdokumentation über den neuen landesweiten Gigabitatlas. Die Partner verständigten sich unter anderem auf folgende zentrale Punkte:
- Vorrang für eigenwirtschaftlichen Ausbau: Privatwirtschaftliche Projekte sind im Fokus, werden gegebenenfalls gezielt durch Fördermittel ergänzt – für einen maximal flächendeckenden Ausbau.
- Bessere Verzahnung: Öffentliche und private Vorhaben sollen künftig noch enger abgestimmt und koordiniert werden – um Synergien zu nutzen und Doppelstrukturen zu vermeiden.
- Einführung eines landesweiten Gigabitatlas: Das Land schafft ein eigenes zentrales Instrument zur transparenten Fortschrittsdokumentation des Glasfaserausbaus.
- Gemeinsame Kommunikationsoffensive: Mit gebündelter Öffentlichkeitsarbeit wollen die Paktpartner die Sichtbarkeit, Akzeptanz und Nachfrage für Glasfaseranschlüsse steigern.
- Regelmäßige Evaluation und Weiterentwicklung: Ein jährliches Treffen auf Arbeitsebene soll Fortschritte überprüfen, Optimierungspotenziale identifizieren und konkrete Maßnahmen anpassen.
Schon vor seiner offiziellen Unterzeichnung habe der Pakt bundesweit Beachtung gefunden. Während des Erstellungsprozesses trat laut Landesregierung eine stetig wachsende Zahl von Verbänden und Unternehmen an das Ministerium heran, um sich zu informieren, und auch, um sich dem Pakt anzuschließen.
Förderungen in Milliardenhöhe
Durch eine zielgerichtete Förderpolitik und eine Milliardenoffensive unterstützt die Landesregierung den landesweiten Ausbau: Seit 2016 hat Baden-Württemberg mehr als 3,2 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Zusammen mit der Förderung des Bundes ergibt sich ein Gesamtbetrag von rund 6,74 Milliarden Euro für den Breitbandausbau in Baden-Württemberg, erläuterte Digitalisierungsminister Strobl.
Seit dem Jahr 2020 fließen jährlich die meisten Fördermittel des Bundes nach Baden-Württemberg. Bis heute hat das Land mehr als 3700 Projekte gefördert. Im Doppelhaushalt 2025/2026 sind weitere 1,1 Milliarden Euro für den Ausbau des schnellen Internets vorgesehen.
„Unser Ziel ist klar: Wir wollen das Tempo beim Ausbau nochmal erhöhen – mit gebündelten Kräften“, so Minister Strobl. „Mit dem Glasfaserpakt bauen wir in Baden-Württemberg die digitale Überholspur aus – optimieren mit nochmal höherem Tempo die Glasfaserinfrastruktur und die Mobilfunkversorgung unter noch engerer Einbeziehung aller Beteiligten.“
Flächendeckend mehr Power
Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der IHK Reutlingen, schließt sich an: „Für die Unternehmen ist der flächendeckende Glasfaserausbau Grundvoraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Wachstum. Baden-Württemberg hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Wir müssen nun weiter an Geschwindigkeit aufnehmen.“
Die kommunale Perspektive
Professor Alexis von Komorowski, Hauptgeschäftsführer des Landkreistags Baden-Württemberg, Steffen Jäger, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg, und OB a.D. Ralf Broß, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg, äußern sich gemeinsam: „Neben der erklärten Absicht, die Kommunikation auch gegenüber der Bürgerschaft während eines Ausbauprojekts weiter zu verbessern, begrüßen wir Kommunen ausdrücklich die gemeinsame Zielsetzung, einen Überbau von bestehender Glasfaserinfrastruktur künftig zu vermeiden und stattdessen verstärkt auf Open Access zu setzen. Auch der angekündigte Gigabitatlas Baden-Württemberg kann einen echten Mehrwert für alle Beteiligten bieten.“
Fabienne Acker



