Wie Drohnen die Kanalinspektion bei den Berliner Wasserbetrieben verändern

Inspektionsdrohnen ergänzen bei den Berliner Wasserbetrieben zunehmend die klassische Kanalbefahrung. Als Ergänzung zu Kamerafahrwägen ermöglichen sie mit wenig Aufwand Einblicke in schwer zugängliche Bereiche des Abwassernetzes – und stellen die Prozesse zugleich vor neue Herausforderungen.

Drohnen für die Kanalinspektion
Inspektionsdrohnen befliegen ausgewählte Abschnitte der Berliner Kanalisation und liefern Bilddaten aus schwer zugänglichen Netzbereichen – als Ergänzung zu klassischen Kamerafahrwägen. Foto: Adobe Stock/Mulderphoto

Was vor wenigen Jahren noch wie eine ungewöhnliche Idee klang, ist bei den Berliner Wasserbetrieben inzwischen gelebte Praxis: der Einsatz von Kameradrohnen zur Inspektion von Kanälen. Die Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie sind dabei längst nicht ausgeschöpft. Vielmehr setzen die Berliner Wasserbetriebe sichtbare Impulse für die fachübergreifende Weiterentwicklung von Drohnen in der Kanalisation.

Bereits heute ergänzen Inspektionsdrohnen die klassischen Befahrungen mit Kamerafahrwägen. Gemeinsam mit dem Partner Uni‑Inspector befliegen die Berliner Wasserbetriebe ausgewählte Bereiche ihres Kanalnetzes, so die Wasserbetriebe auf ihrer Website.

Drohnen in der Kanalinspektion bringen Vorteile und Herausforderungen mit sich

Der große Vorteil: Drohnen ermöglichen die Inspektion schwer zugänglicher Netzabschnitte mit vergleichsweise geringem betrieblichen Aufwand. Auf diese Weise rücken auch entlegene Bereiche der Kanalisation in den Fokus, sodass künftig ein deutlich umfassenderes Bild über den Zustand des gesamten Netzes vorliegt. Darüber hinaus eröffnen die Drohnen neue digitale Möglichkeiten. Schon jetzt lassen sich aus den Flugdaten dreidimensionale Modelle der beflogenen Bauwerke erstellen.

Als noch junge Technologie ist der Drohneneinsatz in der Kanalinspektion allerdings nicht frei von Herausforderungen. Die gewünschte Genauigkeit liefern die dreidimensionalen Modelle der beflogenen Bauwerke beispielsweise noch nicht.

Anders als bei etablierten Kamerafahrwägen sind viele Abläufe noch in der Entwicklung. Deshalb arbeiten die Berliner Wasserbetriebe mit ihren Partnern kontinuierlich an der Optimierung sämtlicher Prozessschritte – vom Start der Drohne über den Flug im Kanal bis hin zur systematischen Bereitstellung der Bilddaten und 3D‑Modelle.

Wird die Kanalisation in Zukunft „smart“ sein?

Der Einsatz von Drohnen in der Kanalisation steht insgesamt noch am Anfang. Dennoch sind die Berliner Wasserbetriebe überzeugt, dass Inspektionsdrohnen künftig weit mehr als nur eine Ergänzung zu Kamerafahrwägen sein können. Mit zunehmender technischer Reife könnten sie sich zu einer echten Alternative entwickeln.

Autonome Drohnenüberwachungssysteme als Bestandteil eines wirklich „smarten Kanals“ erscheinen damit plötzlich realistisch. Für Kommunen und Betreiber eröffnen sich damit neue Perspektiven für eine effizientere, digital unterstützte Zustandsüberwachung ihrer Abwassernetze.

Red.

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