Digitale Daten für die Kreislaufwirtschaft: Berlin auf dem Weg zur Klimaneutralität

Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist auf dem Weg zur Klimaneutralität von entscheidender Bedeutung. Welche Rolle digitale Daten dabei spielen, zeigt eine Studie der Technologiestiftung Berlin.

Digitale Daten für die Kreislaufwirtschaft
In ihrer Studie „Sieben Leben für die Kreislaufwirtschaft“ hat die Technologiestiftung Berlin untersucht, welche Rolle digitale Daten für die Kreislaufwirtschaft spielen. Foto: Adobe Stock/Attasit

Berlin hat sich das Ziel gesetzt, bis spätestens 2045 klimaneutral zu werden. Um dies zu erreichen, ist es für die Stadt nicht nur wichtig, die erneuerbaren Energien auszubauen und das Fernwärmenetz zu dekarbonisieren.

Auch der Aufbau einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft ist für Deutschlands Hauptstadt von großer Bedeutung. Dies berichtet die Technologiestiftung Berlin in einer Mitteilung.

Kreislaufwirtschaften schonen die Umwelt und stärken die Wirtschaft

Ziel einer Kreislaufwirtschaft ist es, Rohstoffe und Materialien so lange wie möglich im Umlauf zu behalten. Dies kann sowohl durch Wiederverwertung und Reparatur als auch durch Recycling und neue Geschäftsmodelle gelingen. Eine Kreislaufwirtschaft schützt auf diese Weise Umwelt und Klima – und stärkt zugleich die Wirtschaft.

„Wenn wir Materialien länger im Umlauf halten und Daten intelligent nutzen, verbinden
wir ökologisches Verantwortungsbewusstsein mit ökonomischer Stärke“, so Dr. Severin Fischer, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. „Berlin hat das Potenzial,
hier eine Vorreiterrolle zu übernehmen: als digitaler Innovationsstandort und Modellregion für
moderne, ressourcenschonende Wirtschaftspolitik.“

Tatsächlich gibt es in der Hauptstadt schon viele Ansätze und Initiativen, um eine solche Kreislaufwirtschaft umzusetzen, vor allem in der Textilwirtschaft, im Bauwesen und in der Wiederverwendung von Elektrogeräten.

Digitale Daten als zentrales Instrument für die Kreislaufwirtschaft

Die Technologiestiftung Berlin verfolgt das Ziel, diese Ansätze zu stärken und gezielt weiterzuentwickeln. Für ihre jetzt veröffentlichte Studie „Sieben Leben dank Kreislaufwirtschaft“ hat sie daher analysiert, welche Rolle digitale Daten in diesem Zusammenhang spielen.

Es stellte sich heraus, dass in Berlin schon viele strukturierte Datensätze beispielsweise aus der der Bauwirtschaft, der Verpackungsentsorgung oder der Elektronikrücknahme existieren. Diese wurden bisher hauptsächlich für gesetzliche Berichtspflichten genutzt. Trotzdem sie sind auch für neue digitale Anwendungen und Geschäftsmodelle von großem Potenzial.

Digitale Daten können der Studie zufolge ein zentrales Instrument sein, wenn es darum geht, Stoffströme nachzuvollziehen, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und Transparenz entlang der Wertschöpfungskette zu schaffen. Zudem veranschaulicht die Studie, dass viele digitale Anwendungen wie Reparaturnetzwerke, Materialpässe und Plattformen für Sekundärmaterialien schon erkennbar sind und großes Entwicklungspotenzial haben.

Daten unterstützen bei der Entwicklung neuer Lösungen

„Die Studie zeigt konkret, wie aus Daten praktikable Lösungen entstehen können – etwa für
digitale Produktpässe, Materialregister oder Reparaturnetzwerke. Entscheidend ist jetzt, diese
Erkenntnisse in umsetzbare Maßnahmen zu überführen und vorhandene Ansätze gezielt
weiterzuentwickeln,“ erklärt Nicolas Zimmer, Vorstandsvorsitzender der
Technologiestiftung Berlin.

Mithilfe der soliden Datengrundlage ist es in Berlin möglich, neue datenbasierte Lösungen zu entwickeln und vorhandene Initiativen weiter auszubauen. Konkrete Anknüpfungspunkte für die Entwicklung und Erprobung zirkulärer Geschäftsmodelle bieten sich in verschiedenen Bereichen. Dazu gehören insbesondere die Gesundheitsbranche, die Textilindustrie und die Bauwirtschaft. Bei einer erfolgreichen Kreislaufwirtschaft kommt es auf verlässliche Datenstrukturen ebenso an wie auf ein gemeinsames Verständnis.

Red.


Infokasten

Bei der Technologiestiftung Berlin handelt es sich um eine gemeinnützige Stiftung, die sich für eine menschengerechte Digitalisierung einsetzt.


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