Mehr Raum für nachhaltige Entwicklung: Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb umfasst nun 36 Städte und Gemeinden

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ist kräftig gewachsen. Über 40 Prozent mehr Fläche und deutlich mehr Einwohnerinnen und Einwohner eröffnen unter anderem neue Perspektiven für Natur- und Klimaschutz. Der Erweiterungsprozess war breit getragen und setzt auf das Zusammenspiel von Schutz, Nutzung und Beteiligung.

Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Das erweiterte Biosphärengebiet Schwäbische Alb umfasst nun rund 121.000 Hektar und verbindet Kulturlandschaft, Naturschutz und nachhaltige Entwicklung über Gemeindegrenzen hinweg. Foto: Adobe Stock/aBSicht

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb in Baden-Württemberg ist um über 40 Prozent erweitert worden, wobei die Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner um 80 Prozent anstieg. Für Natur, Klima und Zukunftsentwicklung bedeutet dies zusätzliche Chancen.

Nun sei es möglich, den Grundgedanken des Biosphärengebiets „Leben und Wirtschaften im Einklang mit der Natur“ noch umfassender und zu erproben und umzusetzen, so das Land Baden-Württemberg in einer Mitteilung. In dem Gebiet leben circa 265.000 Menschen in 36 Städten und Gemeinden.

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb als Zukunftsmodell

„Mit der Erweiterung des Biosphärengebiets wird das Großschutzgebiet noch größer, noch stärker, noch lebendiger“, betont die baden-württembergische Umweltministerin Thekla Walker. „Hier können wir gemeinsam Modelle für den Erhalt der Landschaft und der Artenvielfalt, den Umgang mit dem Klimawandel oder auch eine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft entwickeln.“

Walker fährt fort: „Mein großer Dank gilt den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Verwaltungen und Verbänden, die das Biosphärengebiet zu dem gemacht haben, was es heute ist. Zugleich möchte ich alle Beteiligten ermutigen, das Biosphärengebiet auf der erfolgreichen Spur zu halten, sich mit Ideen, Projekten und Wissen für die weitere nachhaltige Entwicklung einzubringen“.

Sechs Kommunen traten dem Biosphärengebiet neu bei

Das erweiterte Biosphärengebiet befindet sich südlich von Stuttgart. Auf einer Fläche von circa 121.445 Hektar (ha) erstreckt es sich von Dettingen unter Teck im Norden bis Zwiefalten im Süden, Reutlingen im Westen und Blaubeuren im Osten.

Im Zuge des Erweiterungsprozesses steuerten 16 bereits beteiligte Kommunen zusätzliche Flächen bei. Die Kommunen Allmendingen, Blaubeuren, Engstingen, Hohenstein, Rechtenstein und Sonnenbühl kamen neu hinzu.

Eine Gebietserweiterung mit partizipativem Charakter

Der mehr als zweijährige Prozess zur Gebietserweiterung war stark partizipativ ausgelegt. In über 100 Workshops, Fachgesprächen und Gemeinderatssitzungen kamen Ideen und Vorschläge ebenso zur Sprache wie Vorbehalte und kritische Fragen. Getragen wird das Biosphärengebiet vom Engagement zahlreicher Vereine, Verbände, Unternehmen sowie von Bürgerinnen und Bürgern.

Das Projekt steht beispielhaft für ein Entwicklungsmodell, in dem nachhaltiges Handeln gelingt und wirtschaftliche, soziale und naturschutzfachliche Belange miteinander vereinbar sind. Die Verordnung zur Erweiterung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb ist bereits am 15. April 2026 in Kraft getreten.

Die UNESCO-Prüfung ist im Gange

„Ich bin sehr stolz auf alle Beteiligten, die die Erweiterung des Biosphärengebiets im Konsens gemeinsam erreicht haben. Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist das keine Selbstverständlichkeit“, so Klaus Tappeser, Regierungspräsident und Vorsitzender des Lenkungskreises Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

Auch Dr. Ulrich Fiedler, Landrat und Vorsitzender des Vereins Biosphärengebiet Schwäbische Alb freut sich: „Es ist schön zu sehen, dass die Partizipation im Biosphärengebiet so gut funktioniert. Zahlreiche Projekte und Maßnahmen, die wir gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus der Region Jahr für Jahr erfolgreich umsetzen, machen dies deutlich. Ich freue mich, dass durch die Gebietserweiterung weitere engagierte Menschen dazukommen.“

Die Schwäbische Alb und das Albvorland sind geprägt von einer über viele Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft, die weltweit einmalig ist. Teile davon wurden 2008 als Biosphärengebiet unter Schutz gestellt. Ein Jahr später erkannte die UNESCO das Gebiet als Biosphärenreservat an. Der Prüfprozess zur UNESCO-Anerkennung des erweiterten Gebiets ist derzeit im Gange.

Red.

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