Mehr Tempo für neuen Wohnraum: Hannover setzt auf den Bau-Turbo und eine effizientere Bauleitplanung

Mit neuen Leitlinien zum sogenannten Bau-Turbo und einer Straffung der Bauleitplanverfahren will die Landeshauptstadt Hannover den Wohnungsbau deutlich beschleunigen. Grundlage ist ein seit Herbst 2025 geltendes Bundesgesetz, das Kommunen zusätzliche Handlungsspielräume eröffnet.

Bau-Turbo Hannover
Die Landeshauptstadt Hannover nutzt neue bundesrechtliche Spielräume und reformierte Planungsverfahren, um Wohnungsbauprojekte schneller umzusetzen. Foto: Adobe Stock/Photo London UK

Die Landeshauptstadt Hannover treibt Maßnahmen zur Beschleunigung des Wohnungsbaus voran. Grundlage dafür sind neue Leitlinien zur Anwendung des des sogenannten „Wohnungsbauturbos“ sowie eine Straffung der Bauleitplanverfahren. Sowohl kleinere als auch umfangreichere Bauvorhaben sollen auf diese Weise schneller realisiert werden können.

Auslöser ist das bundesweit geltende Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Sicherung von Wohnraum, das Ende Oktober 2025 in Kraft getreten ist. Es ermöglicht den Kommunen, unter bestimmten Voraussetzungen Bauvorhaben auch ohne ein förmliches Bebauungsplanverfahren zu genehmigen.

Die Landeshauptstadt Hannover macht von diesen Regelungen Gebrauch, um für konkrete Vorhaben zügig neues Baurecht zu schaffen und zusätzlichen Wohnraum schneller bereitzustellen. Dies berichtet die Landeshauptstadt in einer Mitteilung.

Eindeutige Leitlinien und zügige Entscheidungen

„Die Lage auf dem Wohnungsmarkt erfordert entschlossenes Handeln“, so Oberbürgermeister Belit Onay. „Mit dem Bau-Turbo schaffen wir die Voraussetzungen, damit neue Wohnungen schneller gebaut werden können. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass zentrale Anforderungen wie bezahlbarer Wohnraum, soziale Infrastruktur und städtebauliche Qualität weiterhin verbindlich berücksichtigt werden.“

Zur rechtssicheren und einheitlichen Anwendung der neuen gesetzlichen Instrumente hat die Verwaltung Leitlinien entwickelt. Darin sind transparente Kriterien für die gemeindliche Zustimmung zu entsprechenden Bauvorhaben festgelegt.

Eine Zustimmung setzt unter anderem Folgendes voraus:

  • ein stimmiges städtebauliches und freiraumplanerisches Gesamtkonzept,
  • die Vereinbarkeit mit bestehenden Planwerken und Ratsbeschlüssen,
  • eine gesicherte Erschließung sowie
  • die Berücksichtigung der erforderlichen sozialen Infrastruktur.

Darüber hinaus bleibt ein zentrales wohnungspolitisches Ziel unverändert: Bei größeren Wohnungsbauprojekten, die mehr als zehn zusätzliche Wohneinheiten zum bestehenden Baurecht schaffen, sollen weiterhin mindestens 30 Prozent der neu ermöglichten Wohnungen im geförderten Segment entstehen.

Anpassung der Bauleitplanverfahren ergänzend zum Bau-Turbo

Parallel zum Bau-Turbo passt die Landeshauptstadt Hannover die Verfahren der Bauleitplanung an. Ziel dieser Maßnahmen ist es, Verfahren zu verkürzen, ohne dabei Beteiligungsrechte oder fachliche Standards zu reduzieren.

In Zukunft sollen vor allem:

  • Entscheidungszuständigkeiten eindeutiger gebündelt,
  • Gremienläufe reduziert und besser strukturiert sowie
  • Verfahren stärker an ihrer tatsächliche Komplexität ausgerichtet werden.

Demnach wird der Rat in der Regel erst bei den abschließenden Beschlüssen beteiligt, während vorbereitende Entscheidungen anderen Gremien übertragen werden. Zudem erfolgt die Einbindung der Fachausschüsse gezielter, etwa mit einem stärkeren Fokus auf Verfahren mit relevanten Umweltauswirkungen.

Integrierter Ansatz soll mehr Wohnraum schaffen

„Wir reagieren auf deutlich gestiegene Anforderungen in der Bauleitplanung und schaffen gleichzeitig effizientere Abläufe“, erklärt Stadtbaurat Thomas Vielhaber. „Unsere Verfahren bleiben rechtssicher, transparent und beteiligungsorientiert, werden aber insgesamt schlanker und schneller. Das ist ein wichtiger Schritt, um Investitionen zu erleichtern und Planungssicherheit zu erhöhen.“

Indem die Landeshauptstadt Hannover den Bau-Turbo und beschleunigte Bauleitplanverfahren kombiniert, verfolgt sie einen zweigleisigen Ansatz. Einerseits nutzt sie die neuen bundesrechtlichen Möglichkeiten konsequent, andererseits optimiert sie zugleich die Abläufe in Verwaltung und Politik.

Red.

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