Klimaschutz durch lebenszyklusbasiertes Bauen und Sanieren: Dieser Leitfaden für kommunales Bauen zeigt, wie es geht

Ein neuer Leitfaden für kommunales Bauen zeigt, wie Städte und Gemeinden Bau- und Sanierungsprojekte über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes klimafreundlich planen und umsetzen können.

Leitfaden für kommunales Bauen
Der neue Leitfaden unterstützt Kommunen dabei, zwischen Abriss, Ersatzneubau und energetischer Sanierung klimafreundlich abzuwägen. Foto: Adobe Stock/Val Thoermer

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat gemeinsam mit der Technischen Universität München (TU München) und der Bildungswerkstatt Nachhaltigkeit (BiWeNa) einen Leitfaden vorgelegt, der Kommunen bei der Planung und Umsetzung klimafreundlicher Bau- und Sanierungsprojekte über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden praxisnah unterstützen soll.

Adressiert werden vor allem Kommunen und Akteure der Bauwirtschaft, die die Entwicklung hin zu einem klimafreundlichen Gebäudebestand aktiv mitgestalten können. Zugleich appelliert die DUH an Bundesumweltministerin Verena Hubertz, eine umfassende Sanierungsoffensive für öffentliche Gebäude auf den Weg zu bringen und die Kommunen finanziell zu unterstützen. Dies berichtet die Deutsche Umwelthilfe in einer Mitteilung.

Der Leitfaden für kommunales Bauen gibt Planungssicherheit und Orientierung

„Der Sanierungsstau bei öffentlichen Gebäuden ist enorm. Gerade Schulen, Kitas oder Verwaltungsgebäude weisen in vielen Kommunen einen erheblichen Sanierungsstau auf“, betont Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH. „Ein Drittel der öffentlichen Gebäude gilt als stark sanierungsbedürftig. Gleichzeitig liegt hier ein zentraler Hebel für wirksamen Klimaschutz. Kommunen dürfen mit dieser Aufgabe nicht allein gelassen werden.“

Prof. Dr.-Ing. Werner Lang vom Lehrstuhl für energieeffizientes und nachhaltiges Planen und Bauen der Technischen Universität München erklärt: „Die Ergebnisse des Leitfadens machen deutlich, dass klimagerechtes kommunales Bauen beim Bestand beginnen muss. Wer Gebäude erhält, spart in vielen Fällen erhebliche graue Emissionen. Wo neu ergänzt wird, sollten schnell nachwachsende Rohstoffe bevorzugt werden. Wissenschaftlich fundierte Treibhausgasgrenzwerte geben Kommunen dafür die nötige Orientierung und Planungssicherheit.“

Der Leitfaden für die kommunale Baupraxis ist im Rahmen des Vorhabens BauKlima-Kommunal der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) entstanden. Grundlage der Inhalte sind umfassende Analysen von sechs kommunalen Bauprojekten. Auf Basis lebenszyklusbasierter Bewertungen wurden die Treibhausgasemissionen verschiedener Szenarien – etwa Abriss, Ersatzneubau, Sanierung und alternative Bauweisen – systematisch gegenübergestellt. Die daraus resultierenden Ergebnisse liefern Kommunen fundierte und praxisnahe Entscheidungsgrundlagen für klimafreundliche Bau- und Sanierungsvorhaben.

Red.


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