Mit Solarstrom gegen hohe Preise: Photovoltaik reduziert Stromkosten um Milliarden

Ohne den inzwischen erreichten Solarstromanteil von rund 20 Prozent wären die Börsenstrompreise in Deutschland 2025 deutlich höher ausgefallen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft e.V., die den wirtschaftlichen Nutzen der Photovoltaik für Haushalte, Unternehmen und das Stromsystem analysiert hat.

Photovoltaik senkt Strompreise
Der wachsende Anteil von Solarstrom im deutschen Strommix wirkt laut einer aktuellen Studie preisdämpfend auf den Strommarkt und entlastet Haushalte sowie Unternehmen. Foto: Adobe Stock/anatoliy_gleb

Der Ausbau der Photovoltaik trägt inzwischen erheblich zur Senkung der Stromkosten in Deutschland bei. Nach Berechnungen des Energieberatungsunternehmens Enervis wären die Börsenstrompreise im Jahr 2025 ohne den inzwischen erreichten Solarstromanteil von rund 20 Prozent am deutschen Strommix im Durchschnitt etwa 20 Prozent höher gewesen. Für Verbraucher, Gewerbe und Industrie reduzierte die Photovoltaik die Strombeschaffungskosten demnach um rund 15,7 Milliarden Euro.

Von diesem preisdämpfenden Effekt profitieren auch Stromkundinnen und Stromkunden ohne eigene Photovoltaikanlage. Nach Berechnungen von Enervis belief sich die rechnerische Entlastung eines durchschnittlichen Privathaushalts im Jahr 2025 auf knapp 100 Euro. Für einen Industriebetrieb mit einem jährlichen Stromverbrauch von zehn Gigawattstunden hätten die Strombeschaffungskosten ohne den Anteil der Photovoltaik im Strommix um rund 235.000 Euro höher gelegen.

Dies ergab eine Studie, die das auf die Energiewirtschaft spezialisierte Beratungsunternehmen Enervis im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) durchführte.

„Photovoltaik dämpft inzwischen spürbar die Strompreise“

„Auch wer keine eigene Solaranlage besitzt, profitiert vom Ausbau der Solarenergie“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar in einer Mitteilung des Verbands. „Photovoltaik dämpft inzwischen spürbar die Strompreise für Haushalte und Unternehmen. Die Studie zeigt, dass der wirtschaftliche Nutzen des Solar-Ausbaus weit über die Betreiber von Solaranlagen hinausreicht. Die staatliche Solarförderung zahlt sich damit schon heute aus. Sie entlastet alle Bürgerinnen und Bürger und stärkt unsere Wirtschaft.“

Die Studie ermittelte für das Jahr 2025 neben vermiedenen Strombeschaffungskosten von 13,1 Milliarden Euro auch Erlöse aus dem Export von Solarstrom in Höhe von rund 2,6 Milliarden Euro. Aus der preisdämpfenden Wirkung der Photovoltaik am Großhandelsmarkt und den zusätzlichen Exporterlösen ergibt sich demnach ein wirtschaftlicher Wert von rund 15,7 Milliarden Euro. Dieser lag mehr als 40 Prozent über den EEG-Förderkosten für Photovoltaik.

Weitere volkswirtschaftliche Effekte wie vermiedene Klimaschadenskosten durch geringere Treibhausgasemissionen seien nicht berücksichtigt worden, so die Studienautoren.

Batteriespeicher könnten Stromsystem zusätzlich entlasten

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) leitet aus den Studienergebnissen Konsequenzen für die aktuelle Energiepolitik ab. Mit Blick auf die anstehende Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie das geplante „Netzpaket“ appelliert der Verband an Bundesregierung und Bundestag, auf Maßnahmen zu verzichten, die den weiteren Ausbau der Solarenergie ab 2027 deutlich bremsen könnten.

„Wer den Solar-Ausbau bremst, riskiert nicht nur die Klimaziele, sondern auch einen wichtigen preisdämpfenden Faktor am Strommarkt“, so Körnig. „Deutschland braucht weiterhin einen kraftvollen Ausbau der Photovoltaik und zugleich deutlich mehr Speicher und Flexibilität im Stromsystem.“

Zusätzlich könnte ein beschleunigter Ausbau von Batteriespeichern und weiteren Flexibilitätsoptionen die Kosten des Stromsystems senken. Bereits im Frühsommer hatte eine Analyse des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE auf ein Entlastungspotenzial in Milliardenhöhe für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie den Bund aufmerksam gemacht.

Red.


Zur Studie

Das Energieberatungsunternehmen Enervis hat im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft ermittelt, welchen Einfluss die Photovoltaik auf die Strompreise und die volkswirtschaftlichen Kosten des deutschen Stromsystems hat. Grundlage der Analyse war ein Vergleich zwischen der tatsächlichen Entwicklung des Strommarkts und einem Szenario ohne den bestehenden Photovoltaik-Anteil.

Eine Präsentation zur Studie sowie ergänzenden Informationen zu Berechnungsgrundlagen und Methodik stellt der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. bereit.


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