Smart City Index 2026: Diese Stadt löst München auf Platz 1 ab

Der Smart City Index 2026 hat einen neuen Spitzenreiter. Zugleich zeigt das Digitalranking der deutschen Großstädte, dass der Wettbewerb zwischen den digital erfolgreichsten Großstädten zunimmt. Die Abstände werden kleiner, das Niveau der kommunalen Digitalisierung steigt und mehrere Städte aus dem Mittelfeld holen deutlich auf.

Smart City Index 2026
Kommunen setzen zunehmend auf digitale Lösungen. Der Smart City Index macht sichtbar, wie sich Deutschlands Großstädte in wichtigen Zukunftsfeldern der Stadtentwicklung positionieren. Foto: Adobe Stock/zapp2photo

Das Digitalranking der deutschen Großstädte, der Smart City Index des Digitalverbands Bitkom, hat einen neuen Spitzenreiter: Im Jahr 2026 führt Stuttgart den Index als smarteste Stadt Deutschlands an und löst München somit von dieser Position ab.

Stuttgart erreicht 92,8 von 100 möglichen Punkten und liegt vor München (92,0 Punkte) sowie Hamburg (91,5 Punkte). Auf den weiteren Plätzen folgen Nürnberg mit 91,3 Punkten, das sich um vier Ränge verbessert, und Düsseldorf mit 90,9 Punkten.

Smart City Index 2026
Die Spitzenreiter der kommunalen Digitalisierung: Diese 20 Städte erreichten im Smart City Index 2026 die höchsten Gesamtwerte. Grafik: Bitkom

Neu in den Top 10 ist Aachen mit 85,5 Punkten. Die Stadt rückte um sechs Plätze auf Rang 10 vor. Aus der Spitzengruppe herausgefallen ist Heidelberg (84,7 Punkte, Rang 13). Dies berichtet der Digitalverband Bitkom in einer Mitteilung.

Stuttgart punktet in allen fünf Kategorien

Der Erfolg Stuttgarts basiert auf einer breit angelegten Digitalisierung. Als einzige der 83 analysierten Großstädte schaffte es die baden-württembergische Landeshauptstadt in allen fünf Bewertungskategorien in die Top Ten.

Bei Energie und Umwelt belegt die baden-württembergische Landeshauptstadt Rang 1 und bei der Verwaltung Rang 3. Im Bereich IT und Kommunikation ist die Stadt auf Platz 6, bei Gesellschaft und Bildung auf Platz 7 und bei der Mobilität auf Platz 8.

 „Stuttgart liegt beim Smart City Index vorn, weil sie Digitalisierung in aller Breite angeht und als einzige Großstadt in allen Bereichen liefert: in der Verwaltung ebenso wie bei Mobilität, Energie, Infrastruktur und Bildung“, so Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „München und Hamburg bleiben auf dem Podium. Sie sind bei der Digitalisierung ebenfalls weitergekommen und sind in vielen Bereichen Vorreiter.“

An der Spitze des Rankings rücken die Städte zunehmend enger zusammen. Zwischen Platz eins und Platz drei liegen in diesem Jahr 1,3 Punkte, nachdem der Abstand im Vorjahr noch 2,2 Punkte betragen hatte. Gleichzeitig steigt das Gesamtniveau weiter an: Für einen Platz unter den Top 10 waren 2026 mindestens 85,5 Punkte erforderlich. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 84,7 Punkten, 2023 genügten noch 76,6 Punkte. Auch der Durchschnittswert der deutschen Großstädte im Smart City Index ist gestiegen und erreicht 73,8 Punkte nach 70,8 Punkten im Vorjahr.

Die größten Aufsteiger im Smart City Index 2026

Die größten Aufsteiger des Jahres kommen aus dem Mittelfeld des Rankings. Erlangen (69,7 Punkte) verbessert sich um 19 Plätze auf Rang 56. Maßgeblich dafür ist die Entwicklung im Bereich Verwaltung, in dem die Stadt um 43 Ränge auf Platz 29 vorrückt. Mittlerweile sind in Erlangen 100 Prozent der abgefragten OZG-Leistungen digital verfügbar. Zudem verfügt die Stadt über eine verbindliche digitale Terminbuchung in Bürger- und Gewerbeamt und erreicht bei internen Prozessen sowie Bezahlvorgängen die volle Punktzahl.

Ebenfalls um 19 Plätze verbessert sich Hildesheim (68,8 Punkte) und erreicht Rang 60. Dort kommen unter anderem eAkte, Dokumentenmanagement und Künstliche Intelligenz in allen Ämtern zum Einsatz. Zudem verfügt die Stadt über eine digitale Wärmeplanung sowie eine deutlich ausgebaute Ladeinfrastruktur.

Mönchengladbach (84,8 Punkte) verbessert sich um 18 Plätze auf Rang 12 und erreicht damit erstmals die Top 20 des Rankings. Besonders deutlich fällt der Zugewinn im Bereich Mobilität aus, in dem die Stadt um 24 Plätze vorankommt. Zu den berücksichtigten Maßnahmen zählen unter anderem eine KI-basierte Verkehrssteuerung, ein digitales Verkehrsschildkataster sowie WLAN im öffentlichen Nahverkehr. In der Kategorie Gesellschaft und Bildung belegt Mönchengladbach Rang 3.

Wie Mönchengladbach verbessert sich auch Neuss (75,5 Punkte) um 18 Plätze und und erreicht Rang 38. Gütersloh (64,7 Punkte) gewinnt 16 Plätze hinzu und liegt nun auf Rang 64. Bremen (78,9 Punkte) setzt seinen Aufwärtstrend fort und verbessert sich um 13 Plätze auf Rang 29. Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Hansestadt damit von Platz 71 auf Platz 29 vorgearbeitet. Somit erreicht Bremen seine bislang beste Platzierung im Smart City Index.

Red.


Zum Smart City Index

Für den Smart City Index 2026 wurden insgesamt 14.442 Datenpunkte erfasst, überprüft und qualifiziert. Alle 83 deutschen Städte mit einer Bevölkerung von 100.000 oder mehr wurden analysiert und bewertet. Im Mittelpunkt der Analyse standen die fünf Themenbereiche Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. Der Smart City Index 2026 ist als interaktive Online-Karte verfügbar.


Mehr zum Thema

Stadtlabor2Go

Auf dem Weg zur Smart City: Das steckt hinter der Initiative „Stadtlabor2go“

Die Stadt Mönchengladbach hat ihr „Stadtlabor2go“ gestartet, in enger Kooperation mit Wiesbaden und Berlin. Das Ziel: sich gemeinsam und im …
Smart City Indes 2025

Smart City Index 2025: Diese Städte sind in den Top 10

Auch im Jahr 2025 hat der Digitalverband Bitkom e.V. in seinem Smart City Index wieder die digitalsten Großstädte Deutschland ausgezeichnet …
Smart City Campus in Westhausen

Für die digitale Zukunft der Kommunen: Smart City Campus in Westhausen wird offizielles Reallabor des Bundes

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMVD) listet den Smart City Campus in Westhausen als Digitallabor des Bundes. Für die …