Datengrundlage für Kommunen: Neues Stadtklimadashboard macht Potenziale zur Klimaanpassung sichtbar

Mit dem neuen Stadtklimadashboard schafft das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) eine bundesweite Datengrundlage für die kommunale Klimaanpassung. Die Plattform bündelt zentrale Indikatoren zu Stadtgrün, Versiegelung und Grünversorgung und macht Unterschiede zwischen deutschen Städten sichtbar.

Stadtklimadashboard
Das Stadtklimadashboard visualisiert zentrale Parameter zur Klimaanpassung und veranschaulicht unter anderem die Erreichbarkeit von Grünflächen sowie den Anteil versickerungsfähiger Flächen in deutschen Städten. Foto: Adobe Stock/soleg

Hitze, Trockenheit und Starkregen stellen Städte vor wachsende Herausforderungen. Mit dem neuen Stadtklimadashboard stellt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zentrale Indikatoren zur Klimaanpassung in deutschen Städten gebündelt online bereit.

Das Dashboard soll Kommunen, Fachöffentlichkeit und Politik bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen, wie das BBSR in einer Mitteilung berichtet.

Zwei Schlüsselindikatoren für das Stadtklima

Vorgestellt wurde das Stadtklimadashboard bereits am 7. Mai 2026 beim 4. Bundeskongress „Grün in der Stadt“. Die Anwendung wird fortlaufend weiterentwickelt. Künftig sollen die wichtigsten Indikatoren regelmäßig für alle deutschen Städte mit mehr als 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern berechnet werden.

Im Fokus des Dashboards stehen zwei zentrale Messgrößten. Die erste erfasst die Erreichbarkeit kühlender Grünflächen und zeigt, wie viele Menschen Grün- und Wasserflächen innerhalb eines Fußwegs von 500 Metern erreichen können. Die zweite bildet den Anteil versickerungsfähiger Oberflächen im Siedlungsgebiet ab.

Ergänzend enthält das Dashboard Auswertungen zur Grünausstattung im Siedlungsraum, zur Grünversorgung je Einwohnerin und Einwohner, zum Grünvolumen in Städten sowie zu Flächen mit Defiziten in der Grünversorgung. Darüber hinaus werden Indikatoren zum städtischen Grün im Zusammenhang mit der EU-Wiederherstellungsverordnung dargestellt.

dgrdfgfdg

Die Berechnungen stützen sich auf Geobasisdaten der Landesvermessungsämter, Satellitendaten sowie Bevölkerungsdaten aus dem Zensus 2022. Bei der Ermittlung der Erreichbarkeit von Grünflächen wird davon ausgegangen, dass diese innerhalb von 500 Metern über das Straßen- und Wegenetz fußläufig erreichbar sind.

Das Dashboard entstand im Rahmen des Forschungsprojekts „Stadtklimadashboard – Praxistest von Indikatoren zur Stadtklimaanpassung“. Auftraggeber sind das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) sowie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Seit Juli 2024 wird das Projekt von einem Konsortium aus Wissenschaft und Praxis umgesetzt.

Sowohl das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) als auch die Plan4Better GmbH, die LUP – Luftbild Umwelt Planung GmbH Potsdam sowie die Universität Kassel waren an dem Projekt beteiligt.

Red.


Zum Dashboard

Die Webanwendung des Stadtklimadashboards ist online abrufbar.


Mehr zum Thema

Berlin TXL

Reallabor für klimaneutrale Urbanität: Wie der frühere Flughafen Tegel zur Blaupause für klimaneutrale Städte wird

Auf dem Gelände des früheren Flughafens Tegel entsteht mit Berlin TXL ein von Grund auf neuer Stadtteil: Ein Modellprojekt, das …
Bewässerung von Stadtgrün im Klimawandel

Bewässerung von Stadtgrün im Klimawandel: Hamburg stellt Weichen für die Zukunft

Heißere und trockenere Sommer lassen den Wasserbedarf für das Stadtgrün in Hamburg deutlich steigen. Gleichzeitig verschärfen sinkende Niederschläge und knappe …
Urbaner Digitaler Zwilling

Klimaanpassung im Fokus: Mannheim und Aachen entwickeln digitales Planungsinstrument für Kommunen

Im Rahmen des Förderprojekts MACspeeDZ realisieren Mannheim und Aachen gemeinsam ein digitales Planungsinstrument für die Stadt- und Freiraumplanung. Auf Basis …