Welche Städte treiben die Mobilitätswende besonders voran? Der TÜV-Verband hat acht Kommunen für den Award „New Mobility City“ 2026 nominiert – ausgewählt auf Basis umfassender Datenanalysen und bewertet nach Verkehrssicherheit, Nachhaltigkeit und Lebensqualität.

Lebenswerte und sichere Städte würdigen – dieses Ziel verfolgt der TÜV-Verband mit mit seinem Award „New Mobility City“, der im Jahr 2026 erstmals verliehen wird. Die Nominierten des Awards stehen bereits fest, so der Verband in einer Mitteilung.
Insgesamt acht deutsche Städte und Gemeinden haben nach einer umfangreichen Datenanalyse der „Initiative für sichere Straßen“ und Interviews mit TÜV-Expertinnen und -Experten die Shortlist erreicht.
Verkehrssicherheit, Lebensqualität und Nachhaltigkeit im Fokus
In die Bewertung flossen wissenschaftlich ausgewertete Mobilitäts- und Unfalldaten ebenso ein wie weitere zentrale Indikatoren zur Qualität kommunaler Mobilität. Zu diesen gehören etwa sichere Schulwege sowie der Umgang mit Gefahrenstellen und Unfallschwerpunkten. Aber auch die Qualität und Funktionsfähigkeit des Verkehrsnetzes über alle Mobilitätsarten hinweg spielte eine Rolle.
„Die individuelle Mobilität des Einzelnen entscheidet darüber, wie gut der Alltag funktioniert und wie lebenswert Städte insgesamt sind“, so Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband. „Zeitgemäße Mobilitätskonzepte verbessern ganz konkret den Alltag der Menschen. Die nominierten Städte und Gemeinden zeigen, wie sich Verkehrssicherheit, Nachhaltigkeit und hohe Lebensqualität in urbanen Räumen verbinden lassen.“
TÜV Award „New Mobility City“ 2026: Die Nominierten der drei Kategorien
Der TÜV-Award „New Mobility City“ wird 2026 in drei Kategorien vergeben:
1) Die Kategorie „Regionalräume“ – Kommunen in Stadtregionen/Umland und in ländlichen Regionen
- Hattersheim am Main: Flächendeckendes Tempo 30, sichere Schulwege und eine eindeutige Bevorzugung des Fuß- und Radverkehrs. Die Maßnahmen sind systematisch aufeinander abgestimmt und tragen sowohl zur Erhöhung der Verkehrssicherheit als auch zur Verbesserung der Lebensqualität bei.
- Lünen: Die Stadt Lünen setzt auf einen integrierten Ansatz, der Mobilitäts-, Klima- und Smart-City-Strategien miteinander verknüpft. Die Umsetzung erfolgt schrittweise im Rahmen von Pilotprojekten und Kooperationen, mit einem besonderen Fokus auf Verkehrssicherheit und Praxistauglichkeit im Alltag.
2) Die Kategorie „Metropolräume“ – Hauptpreis für Regiopole und Großstädte
- Braunschweig: Die Mobilitätsstrategie der Stadt ist durch eine integrierte Planung und eine datenbasierte Steuerung gekennzeichnet. Der Mobilitätsentwicklungsplan 2035+ steht dabei ebenso im Fokus wie Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und die Einrichtung von Schulstraßen. Zudem werden Verkehrssicherheit, Klimaschutz und Lebensqualität systematisch miteinander verknüpft.
- Fürth: Die Stadt setzt auf eine datenbasierte und strategisch ausgerichtete Mobilitätsentwicklung, die sich an klar definierten Leitbildern orientiert. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen eines integrierten Ansatzes mit Schwerpunkten auf Verkehrssicherheit, Klimaanpassung und Lebensqualität; zudem wird der Fußverkehr besonders priorisiert.
- Mannheim: In der baden-württembergischen Stadt ist die Mobilitätswende strategisch im Stadtraum verankert und basiert auf einem klar definierten Leitbild sowie politisch legitimierten Masterplänen. Die Entwicklung wird insbesondere durch die Neuordnung des öffentlichen Raums, die Stärkung des Umweltverbunds und Elemente der Bürgerbeteiligung vorangetrieben.
- Rostock: Die Stadt verfolgt einen integrierten Ansatz, der Verkehrssicherheit, Klimaschutz und soziale Teilhabe miteinander verbindet. Dabei werden infrastrukturelle Maßnahmen gezielt mit Kommunikationskampagnen und einer aktiven Einbindung der Bürgerschaft kombiniert.
3) Die Kategorie „Mobil mit Herz“ – Sonderpreis für Kommunen ab 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern
- Dortmund: Mobilitätswende der Stadt Dortmund basiert auf klar definierten Prioritäten und einer strategischen Verankerung. Maßnahmen zur Schulwegsicherheit sowie der Aufbau eines stadtweiten Netzes von Velorouten übertragen langfristige Planungen in konkrete Verbesserungen für den Alltag.
- Duisburg: Die Stadt entwickelt seine Mobilität unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen pragmatisch und mit klarem Fokus auf Sicherheit weiter. Ein schrittweiser Transformationsansatz spiegelt sich unter anderem in Projekten wie dem Shared Space am Opernplatz sowie in der qualitätsorientierten Umsetzung von Fahrradstraßen wider.
Red.
Über den TÜV-Award „New Mobility City“
Der TÜV Award „New Mobility City“ wurde vom TÜV-Verband gemeinsam mit der Initiative für sichere Straßen ins Leben gerufen. Der Preis versteht Mobilität als zentralen Baustein für Lebensqualität, Sicherheit und eine moderne Stadtentwicklung. Grundlage der Auszeichnung ist eine umfassende wissenschaftliche Analyse von Stadtplänen sowie von Mobilitäts- und Unfalldaten. Eine aktive Bewerbung der Städte ist nicht vorgesehen: Stattdessen wurden im Rahmen einer bundesweiten Untersuchung mehr als 700 Städte und Gemeinden systematisch ausgewertet. Die am besten bewerteten Städte wurden daraufhin von Mobilitätsexpertinnen und -experten des TÜV-Verbands interviewt und für die weitere Teilnahme am TÜV Award nominiert. Bei der Auswahl der Gewinner berücksichtigt die Jury neben den Ergebnissen der Datenanalyse auch die Gesamtstrategien und Einzelmaßnahmen der kommunalen Verkehrsplanung.




