Halle (Saale) macht den ÖPNV smarter. Mithilfe neuer Smart-City-Technik will die Stadt bald in Echtzeit anzeigen, wie voll Busse und Bahnen sind. Die Besetztgradermittlung bringt mehr Komfort für Fahrgäste, effiziente Planung und eine gezielte Förderung nachhaltiger Mobilität.

Wie voll ist mein Bus oder meine Bahn? Diese Frage könnte in Halle (Saale) bald so einfach zu beantworten sein, wie ein Blick aufs Wetter. Die Stadt will den Besetztgrad seiner Busse und Bahnen in Echtzeit mit neuester Smart-City-Technik erfassen.
Die moderne Technik, die im Rahmen des Smart-City-Projekts „Besetztgradermittlung und -prognose“ in die Fahrzeuge eingebaut wurde, erkennt zuverlässig, wie viele Personen gerade mitfahren. Möglich machen dies anonymisierte WLAN- und Bluetooth-Signale, wie die Stadtwerke Halle in einer Mitteilung berichten. Das Programm war von der Halleschen Verkehrs-AG (HAVAG) initiiert worden, die ein Unternehmen der Stadtwerke Halle-Gruppe ist.
Eine Echtzeitdarstellung der Fahrzeugauslastung ist dank der ermittelten Daten ebenso möglich wie Prognosen für die kommenden Fahrten – und das vollkommen datenschutzkonform.
Fahrgäste und Stadtplanung profitieren
Alle Fahrgäste profitieren von den Vorteilen der neuen Technologie. Die Auslastungsdaten stehen zum einen in der Stadtwerke-App „Mein HALLE Unterwegs“ zur Verfügung. Aber auch auf sämtlichen Plattformen, die an die landesweite Auskunft INSA angebunden sind, können sie eingesehen werden. In „Mein HALLE Unterwegs“ wird künftig angezeigt, ob das nächste Fahrzeug wenig, mittel oder stark ausgelastet ist.
Anhand dieser Informationen können Reisende selbst entscheiden, ob sie in die nächste Bahn einsteigen oder auf ein weniger ausgelastetes Fahrzeug warten. Besonders zu Stoßzeiten bedeutet dies mehr Flexibilität und Komfort – und erhöht die Attraktivität des ÖPNV.
Auch in der Stadtplanung kommen die anonymisierten Daten zum Einsatz. Sie werden in die kommunalen Verkehrsplanungssysteme integriert und unterstützen dabei, Linienführungen, Taktungen und Umstiegsmöglichkeiten intelligenter und effizienter zu gestalten. Dadurch lassen sich Reisezeiten verkürzen.
„Mit der neuen Echtzeit-Besetztgradermittlung setzen wir ein klares Zeichen: Smart City ist kein Schlagwort, sondern gelebte Praxis“, so Andreas Blümner, Leiter Smart City Halle (Saale). „Wir nutzen Digitalisierung gezielt, um Mobilität in Halle komfortabler, effizienter und nachhaltiger zu gestalten – und so die Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger zu steigern.“
Smart-City-Technik in Halle stärkt nachhaltige Mobilität
Den Anfang machte Bus Nummer 513 als erstes ausgestattetes Fahrzeug. Er ist mit dem neuen Bordrechner COPILOTpc3 unterwegs. Bei diesem handelt es sich um ein zentrales Assistenzsystem für Funk sowie Fahrgastinformation mit erweitertem Funksystem und Sensorik zur Fahrgasterfassung.
Bis 2026 werden schrittweise insgesamt 120 Fahrzeuge der Halleschen Verkehrs-AG – darunter Straßenbahnen und Busse – mit dieser Technik nachgerüstet. Ab Ende 2026 stehen die Daten erstmals für die Fahrgastinformation zur Verfügung – unter anderem im landesweiten System INSA. Die umfassende Auswertung ist im Rahmen des Smart-City-Förderprojekts bis Ende 2027 vorgesehen.
„Dieses System wird den Nahverkehr in Halle spürbar verändern. Fahrgäste können ihre Fahrten besser planen, die Stadt erhält wertvolle Daten für eine intelligente Verkehrssteuerung – und am Ende profitieren alle von optimierten Verbindungen“, erklärt Peter Kolbert, Senior Projektmanager der Stadtwerke Halle.
Das Ziel ist eindeutig: Die Stadt Halle (Saale) setzt auf moderne Technologien, um die Lebensqualität zu steigern, den ÖPNV zu attraktiver zu machen und nachhaltige Mobilität voranzubringen. Durch den Echtzeit-Besetztgrad entsteht ein smartes System, das Wege verkürzt, Wartezeiten minimiert und einen effizienteren Ressourceneinsatz ermöglicht.
Red.



