In Hessen wird derzeit in 14 Landkreisen und zwei kreisfreien Städten ein digitales Starkregenfrühwarnsystem ausgerollt. Sobald die innovative Technologie fertiggestellt ist, wird sie die erhobenen Messwerte automatisch analysieren und im Katastrophenfall in Sekundenschnelle warnen können.

Starkregenereignisse und Überflutungen nehmen in ihrer Häufigkeit und Intensität zu und stellen Kommunen sowie Landkreise vor beträchtliche Herausforderungen. Um gegen die Gefahren gewappnet zu sein, werden in 14 der 26 hessischen Landkreise sowie in zwei kreisfreien Städten des Landes derzeit Starkregenfrühalarmsysteme installiert. Dies berichtet das hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation in einer Mitteilung.
Die innovative Technologie, die die Bevölkerung in Zukunft vor Überflutungen warnen soll, wird mit insgesamt 10 Millionen Euro aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“ gefördert.
Starkregenfrühwarnsystem in Hessen: Der Rollout schreitet voran
„Wir machen Hessen mit innovativen digitalen Lösungen resilient und zukunftssicher. Künftig profitieren rund 42 Prozent der hessischen Bevölkerung – auf fast 50 Prozent der Landesfläche – von einem digitalen Starkregenfrühalarmsystem. Überflutungen können damit zwar nicht verhindert, aber die Folgen deutlich gemindert werden. Dank frühzeitiger Warnung gewinnen Bürgerinnen und Bürger sowie Einsatzkräfte wertvolle Zeit“, erklärt die hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus.
Der Landkreis Fulda habe ein solches System der Ministerin zufolge erstmals mithilfe der Förderung des Digitalministeriums in die Tag umgesetzt. Weitere hessische Kommunen ziehen nun nach. „Genau diese intelligente Nachnutzung innovativer Technologien ist ein zentrales Ziel unseres Förderprogramms ‚Starke Heimat Hessen‘“, so Sinemus. „Ich freue mich, dass nun auch die Menschen in Darmstadt, Zierenberg und Habichtswald, Eschborn und Kronberg, Heuchelheim und Biebertal, im Kreis Bergstraße, im Lahn-Dill-Kreis und Vogelsbergkreis sowie im Wetteraukreis, Main-Kinzig-Kreis und Hochtaunuskreis in spätestens zwei Jahren davon profitieren werden.“
Aber auch in Offenbach und Limburg, im Odenwaldkreis, in Frankenberg (Eder), in Liederbach sowie in Neukirchen, Oberaula, Ottrau, Schrecksbach und Willingshausen wurden und werden solche Systeme installiert.
Die erhobenen Messwerte werden automatisiert analysiert
Das Starkregenfrühalarmsystem erfasst in Echtzeit Niederschlagsmengen, Pegelstände sowie das Abflussverhalten und verknüpft diese Daten mit den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes. Bei Überschreiten kritischer Schwellenwerte erfolgt eine Alarmierung innerhalb von Sekunden. Die Warnungen richten sich an Bürgerinnen und Bürger, Rettungskräfte sowie die Verwaltung. Für die Bevölkerung ist die Installation einer kostenfreien App erforderlich, die bei aktivierter Funktion „Kritische Hinweise“ Push-Nachrichten und Push-Anrufe zur Warnung auslöst. Rettungskräfte und Verwaltungsstellen erhalten ergänzend Alarmmeldungen per SMS und Sprachanrufe.
Bei der Auswertung der Daten kommt auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Die erhobenen Messdaten werden automatisiert analysiert, wodurch der Alarmierungsprozess kontinuierlich und selbstlernend verbessert wird. Um Pegelstände, Niederschlagswerte sowie Warnmeldungen direkt auf dem Smartphone empfangen zu können, steht die „Starkregen App“ kostenfrei in den App-Stores für Android und Apple zum Download bereit.
„Dieses Projekt ist der beste Beweis, dass Digitalisierung bei konkreten und sehr bedrohlichen Problemen in den Kommunen helfen kann. Das System hat seit Beginn der Installation auch schon mehrfach den Praxistest bestanden und einen Alarm ausgelöst“, ergänzt Sinemus.
Red.




