Schleswig-Holstein macht seine Bauleitplanung fit für die digitale Zukunft: Mit dem Standard XPlanung und einem landesweit organisierten Digitalisierungsservice sollen bestehende Bauleitpläne einheitlich in ein maschinenlesbares Format überführt werden.

Schleswig-Holstein treibt seine Digitalisierung voran: Künftig sollen Bauleitpläne einheitlich digitalisiert und bereitgestellt werden. Grundlage dafür ist XPlanung – ein bundesweit definierter Standard, der gewährleistet, dass Bauleitpläne überall in derselben, maschinenlesbaren und medienbruchfreien Struktur vorliegen. Dies berichtet das Land Schleswig-Holstein in einer Mitteilung.
Bauleitpläne bilden die zentrale Informationsgrundlage für planungsbezogene Abläufe von Bauvorhaben. XPlanung erleichtert die Zusammenarbeit und beschleunigt Abstimmungsprozesse zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Behörden und Planungsbüros – etwa bei Genehmigungsverfahren, auf Beteiligungsplattformen oder bei Informationsdiensten für Bürgerinnen und Bürger.
XPlanung ist bereits seit einigen Jahren bundesweit für neu aufgestellte Bauleitplanungen verbindlich vorgeschrieben. Viele Kommunen stehen jedoch vor der Aufgabe, ihre bestehenden Pläne in dieses neue Format zu übertragen. Genau an diesem Punkt knüpft ein neues Unterstützungsangebot des Landes Schleswig-Holstein an.
Digitalisierung von Bauleitplänen in Schleswig-Holstein
Zur Entlastung der Kommunen übernimmt ein Digitalisierungsservice die fachgerechte Überführung vorhandener Bauleitpläne in den XPlanung-Standard. Dieses Angebot ist für die Kommunen vollständig kostenfrei. Initiiert und finanziert wird das Projekt durch das Land, koordiniert von Dataport und fachlich begleitet vom IT-Verbund Schleswig-Holstein (ITV.SH).
Für das aktuelle Jahr hat das Land für dieses Vorhaben bereits mehr als 600.000 Euro vorgesehen. Bei der technischen Umsetzung und der Digitalisierung der Pläne erhält Schleswig-Holstein aktive Unterstützung vom Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung Hamburg (LGV).
„Die digitale Bauleitplanung ist ein weiteres greifbares Beispiel, wie wir die digitale Transformation in Schleswig-Holstein in allen Lebensbereichen vorantreiben und wie jeder einzelne davon profitieren kann – Gemeinden, Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen“, so Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. „Besondere Schwerpunkte setzen wir dabei auf die Digitalisierung der Verwaltung Hand in Hand mit den Kommunen
.“
Bauverwaltungsprozesse effizient und transparent gestalten
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die XPlanungsplattform Schleswig-Holstein. Sie fungiert als zentrale Stelle für die digitale Veröffentlichung der Pläne. Kommunen können dort ihre bereits konvertierten Bauleitpläne hochladen und für Bürgerinnen, Bürger sowie andere Behörden zugänglich machen. Im Rahmen des Projekts DiPlan|SH entsteht derzeit eine weiterentwickelte Plattform, die die bestehende Lösung künftig ersetzen und um zusätzliche Funktionen erweitern wird.
Wesentlich ist: Die Plattformen dienen ausschließlich der Bereitstellung – die fachliche Erstellung oder Überarbeitung der Pläne erfolgt weiterhin wie gewohnt in den Kommunen und Planungsbüros. Mithilfe des Unterstützungsangebots sollen in den kommenden Jahren schrittweise die bestehenden Bauleitpläne digitalisiert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei zunächst die Flächennutzungspläne und Bebauungspläne neueren Datums.
„Mit dieser Initiative wollen wir die Grundlage für moderne, effiziente und transparente Bauverwaltungsprozesse legen
“, berichtet Innenministerin Magdalena Finke. „Es ist ein wichtiger Schritt zur Vereinfachung dieser Prozesse, der die Kommunen langfristig entlasten kann. Die Initiative wird nicht nur den Kommunen, sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern und Investorinnen und Investoren zugute kommen.
“
Red.
Über das Projekt
Weitere Informationen zu Schleswig-Holsteins digitalisierter Bauleitplanung sind auf der Website des ITV.SH und des Landes Schleswig-Holstein.



