Vom Wohnprojekt bis zur Mehrzweckhalle: Wie sich bestehende Gebäude nachhaltig weiterentwickeln lassen, zeigen die ausgezeichneten Projekte des Bundespreises UMWELT & BAUEN.

Ob die ökologische Aufwertung eines modernen Bürogebäudes oder die plastikfreie Sanierung einer Fachwerkscheune: Das Bauen im Bestand zeigt sich facettenreich und birgt erhebliche Chancen für Umwelt- und Klimaschutz. Mit dem Bundespreis UMWELT & BAUEN würdigten das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt in Berlin bereits Anfang Mai sieben Projekte, die nachhaltiges Bauen und eine wertschätzende Architektursprache miteinander verbinden.
Der Bundespreis UMWELT & BAUEN wurde an drei Bauwerke vergeben: In der Kategorie Wohngebäude wurde das Wohn- und Gemeinschaftsprojekt Collegium Academicum in Heidelberg ausgezeichnet. In der Kategorie Nichtwohngebäude gingen die Auszeichnungen an die Mehrzweckhalle Ingerkingen sowie das Integrative Familienzentrum in Dresden. Dies berichtet das Umweltbundesamt in einer Mitteilung.
Bauen im Bestand als Ressourcenschutz
Die Projekte unterscheiden sich deutlich voneinander: Eine frühere Kaserne wurde zu sozialem Wohnraum umgenutzt, eine Sporthalle in eine Mehrzweckhalle transformiert und aus einer stillgelegten Schokoladenfabrik entstand ein Familienzentrum.
Gemeinsam ist ihnen ein respektvoller Umgang mit dem Bestand und der Baukultur. Trotz begrenzter finanzieller Mittel sind so Gebäude entstanden, die sowohl ästhetisch als auch funktional und in puncto Nachhaltigkeit überzeugen.
„Die Frage, wie wir bauen, macht für die Umwelt einen großen Unterschied, denn dabei geht es um enorm viele Ressourcen, um klugen Materialeinsatz und um Energieeffizienz“, betonte Bundesumweltminister Carsten Schneider.
„Die ausgezeichneten Projekte sind dafür Vorbilder, weil sie erfolgreich zeigen, wie gute Architektur und Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft kombiniert werden können. Nachhaltiges Bauen ist dabei vor allem nachhaltiges Umbauen. Denn Weiternutzung, Um- und Ausbau von Gebäuden sparen wertvolle Ressourcen.“
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gemeinsam im Blick
Neben den drei ausgezeichneten Projekten sprach die Fachjury vier weiteren Vorhaben eine besondere Anerkennung aus. Der Wettbewerb für Projekte des Bauens im Bestand wurde in den Kategorien Wohngebäude, Nichtwohngebäude und Quartiere ausgelobt.
Zusätzlich wurde ein Sonderpreis für Bauprodukte und Innovationen vergeben. Nach 2020 und 2021 fand damit die dritte Auslobung ihren Abschluss. Teilnahmeberechtigt waren alle Beteiligten an abgeschlossenen Bauprojekten in Deutschland sowie Anbieter marktverfügbarer Bauprodukte.
Neben der ökologischen Qualität wurden bei der Preisvergabe auch die Baukosten berücksichtigt.„Nachhaltiges Bauen beginnt mit guter Planung. Wenn ökologische Ziele von Anfang an mitgedacht werden, entstehen Lösungen, die wirtschaftlich tragfähig sind und zugleich hohe Qualität schaffen“, ordnete die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Rita Schwarzelühr-Sutter ein.
„Entscheidend ist, genau hinzusehen: Was ist wirklich nötig, was kann erhalten bleiben, was lässt sich einfacher lösen? Oft entsteht die bessere Lösung nicht durch immer mehr Haustechnik, sondern durch kluges Weglassen – darin liegt ein großer Gewinn für Umwelt, Klima und Baukultur.“
Die Preisträger im Überblick
Der Bundespreis UMWELT & BAUEN ging an folgende Projekte:
Kategorie Wohngebäude
- Wohn- und Gemeinschaftsprojekt Collegium Academicum in Heidelberg
Kategorie Nichtwohngebäude
- Mehrzweckhallte Ingerkingen
- Integratives Familienzentrum in Dresden
- Reithalle Achern
- Büroerweiterung in Öhringen
Sonderpreis für Bauprodukte, bautechnische und digitale Innovationen
- Lehm-Dünnbettmörtel
- Modernisierung des Bürogebäudes Z2.0 in Stuttgart
Ein Preisgeld wurde nicht vergeben.
Red.



