Waldstrategie 2050: Baden-Württemberg setzt 45 Projekte für die Waldzukunft um

Klimawandel, Artenverlust und steigende Nutzungsansprüche stellen die Wälder vor große Herausforderungen. Baden-Württemberg begegnet diesen mit seiner Waldstrategie 2050 und setzt bereits zahlreiche Maßnahmen zur Anpassung und nachhaltigen Entwicklung um.

Waldstrategie 2050 Baden-Württemberg
Baden-Württemberg setzt auf klimaresiliente Mischwälder: Die Waldstrategie 2050 bündelt Maßnahmen für Waldumbau, Biodiversität und Digitalisierung. Foto: Adobe Stock/Günter Albers

Um die Zukunft seiner Wälder zu sichern, setzt das Land Baden-Württemberg derzeit 45 Einzelprojekte mit einem jährlichen Finanzvolumen von circa fünf Millionen Euro um. Die Maßnahmen sind Teil der Waldstrategie 2025.

Eine aktive Waldbewirtschaftung soll die Widerstandsfähigkeit und Multifunktionalität der Wälder begünstigen, so das Land in einer Mitteilung.

Klimaresiliente Wälder als zentrales Ziel

„Mit unserer Waldstrategie Baden-Württemberg 2050 haben wir einen zentralen, koordinierten Handlungsrahmen, um unsere Wälder angesichts des Klimawandels, des Artenverlustes und wachsender gesellschaftlicher Nutzungsansprüche zukunftsfähig zu steuern“, betonte die baden-württembergische Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges, hinsichtlich des derzeitigen Standes der Waldstrategie 2050.

„Mit aktiver Waldbewirtschaftung fördern wir die Multifunktionalität und die Widerstandsfähigkeit unserer Wälder. Wir bauen klimaresiliente Laubmischwälder auf und sorgen für den Erhalt der Artenvielfalt im Wald. Gleichzeitig berücksichtigt die Waldstrategie die gesellschaftlichen Bedürfnisse und die soziale Bedeutung der Wälder, die nicht nur Erholung bieten, sondern auch zur Identität und Kultur im Land beitragen.“

Baden-Württembergische Waldstrategie 2050: Bisher umgesetzte Projekte

Mehrere Projekte und Maßnahmen hat das Land im Rahmen seiner Waldstrategie bereits erfolgreich umgesetzt:

  • Die Waldentwicklungstypen 2024 dienen als waldbaulicher Handlungsleitfaden für alle Waldbesitzarten in Baden-Württemberg. Ihr Ziel ist es, die Wälder an den Klimawandel anzupassen und zu klimaresilienten Mischwäldern weiterzuentwickeln.
  • Bei der Waldnaturschutzkonzeption 2030 handelt es sich um Handlungsleitfaden, der sich an alle Waldbewirtschafter richtet und sie dabei unterstützt, die Biodiversität in ihren Wäldern besser in die Waldwirtschaft zu integrieren.
  • Der diesjährige Themenschwerpunkt „Wald und Wasser“ bündelt forstwirtschaftliche Maßnahmen zum Wasserrückhalt im Wald für alle Akteure, die einen Beitrag dazu leisten, die Widerstandfähigkeit unserer Wälder im Kern zu erhöhen.
  • Verschiedene Digitalisierungsprojekte verfolgen das Ziel, den Austausch mit den Behörden für private und kommunale Waldbesitzer einfacher zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise das Waldportal BW, das als digitales Forstamt fungiert, und die integrierte mobile App „WaldExpert“. Das Projekt PRIMA-Wald greift auf Satelliten- und Drohnendaten zurück, um Waldschäden zu erfassen und analysiert sie anschließend mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Im Rahmen des Projekts DIANA werden zudem neue innovative Ansätze entwickelt, deren Ziel es ist, neue Gemeinschaftswälder zu bilden.
  • Die Kampagne „#Unser Holz Gut fürs Klima – gut für Dich“ informiert Bürgerinnen und Bürger über die Beiträge, die Wald und Holz zum Klimaschutz leisten. 

Für die Jahre 2027 und 2028 ist zudem vorgesehen, das Thema „Privatwald“ zu einem Schwerpunkt der Waldstrategie 2050 zu machen.

Online-Plattform informiert über den Waldzustand

Zu den bedeutendsten Austauschformaten, die sich im Rahmen der Waldstrategie 2050 bewährt haben, zählen zum Beispiel das im Zweijahresrhythmus veranstaltete „Forum Waldzukunft“ sowie die „Regionalen Waldgespräche“. Als zentraler Baustein der Waldstrategie dienen sie als Plattform für Beteiligung, Information und Austausch.

Bei 20 „Regionalen Waldgesprächen“ konnten in den letzten vier Jahren mehr als 1200 Personen erreicht werden, die unter anderem aus den Bereichen Forst- und Holzwirtschaft, Waldbesitz, Naturschutz, Jagd und Tourismus stammten.

Für eine freie und anwenderfreundliche Analyse und Visualisierung der Geodaten zum Waldzustand steht die Online-Plattform deadtrees.earth frei zugänglich bereit.

Red.

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