Impfzentrum in Recklinghausen

Landrat Bodo Klimpel (links) und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Recklinghausen beim Spatenstich zum Bau des Impfzentrums Ende November. Foto: Losberger de Boer

Schnelle Lösung

Damit möglichst bald die Impfungen gegen das Coronavirus beginnen können, müssen Kommunen kurzfristig Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. In Recklinghausen entsteht aktuell ein Gebäudekomplex für die Maßnahmen.

Städte und Gemeinden müssen im Zuge der Corona-Impfstrategie dafür sorgen, dass genügend Räumlichkeiten für Impfzentren vorhanden sind. Eine Lösung könnten mobile Zentren in Modulbauweise sein. Die Stadt Recklinghausen hat die Errichtung eines solchen Impfzentrums in Auftrag gegeben, Ende November hat der Aufbau der Leichtbauhalle auf dem Konrad-Adenauer-Platz begonnen. „Wir haben hier eines der größten Impfzentren in Nordrhein-Westfalen errichtet“, erklärt Landrat Bodo Klimpel.

In dem 1 900 Quadratmeter großen Gebäudekomplex, der aus vier modularen Hallen besteht, sollen täglich 2000 Impfungen durchgeführt werden können. Zehn Sattelzüge und 30 Monteure sind während der Errichtung der Halle im Einsatz. Im Vorfeld musste die Kreisverwaltung Recklinghausen einige Anforderungen an das neue Impfzentrum beachten. „Erstens musste eine gute Erreichbarkeit gewährleistet sein, sowohl für die Patienten als auch, was die Lieferung von Material betrifft“, erklärt Lena Heimers von der Kreisverwaltung. Dazu gehöre neben Parkplätzen für Autos auch eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und an die Autobahn. Außerdem müsse das Gebäude barrierefrei sein, damit auch ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen ohne Probleme Zugang haben. Der Konrad-Adenauer-Platz, der zentral in der Innenstadt von Recklinghausen gelegen ist, erfülle diese Voraussetzungen.

Weitere Anforderungen waren eine ausreichende technische Ausstattung, leicht zu desinfizierende Flächen, gute Belüftungsmöglichkeiten und ein Einbahnsystem für die Wegeführung der Patienten. „Wichtig war es auch, dass es verschiedene Zonen in dem Impfzentrum gibt, damit die Mitarbeiterbereiche von den öffentlichen Bereichen getrennt sind“, so Lena Heimers. „Für diesen Zweck braucht es mehrere Räume im Gebäude.“ Modulbauten könnten diese Anforderungen erfüllen. Beauftragt hat Recklinghausen das Unternehmen Losberger de Boer. „Damit haben wir einen erfahrenen Experten auf dem Gebiet der modularen Raumlösungen gefunden, der noch dazu einen regionalen Bezug hat“, meint Lena Heimers. Die schnelle Fertigstellung des Impfzentrums stelle eine Herausforderung für den Landkreis dar, aber die Verantwortlichen hätten sich viel Input geholt, um die Aufgabe gut bewältigen zu können.

Straffer Ablaufplan

Auch für das Unternehmen war der Bau des Impfzentrums eine Herausforderung. „Die Kurzfristigkeit des Projekts, der straffe Ablaufplan, die gesamte Logistik – da muss ein Gewerk ins andere greifen“, sagt Geschäftsführer Detlef Schmitz. Seine Firma hat sich bereits seit einigen Jahren auf die Planung und Errichtung von Modulbauten spezialisiert. Für die Wahl einer modularen Raumlösung sprachen zwei Gründe. „Erstens muss man das Impfzentrum flexibel gestalten und gegebenenfalls erweitern können. Außerdem muss eine flexible Laufzeit garantiert werden, da wir noch nicht einschätzen können, für wie lange wir das Impfzentrum benötigen“, meint Lena Heimers. Modulbauten würden diese flexible Gestaltung ermöglichen.

Zweitens würde es nur sehr wenige Gebäude im Landkreis Recklinghausen geben, die die Anforderungen, wie eine gute Anbindung, Belüftungsmöglichkeiten und ein Einbahnsystem, erfüllen könnten. Somit kamen bereits vorhandene Räumlichkeiten nicht für die Verwendung als Impfzentrum in Frage. „Kulturstätten wollten wir nicht zum Standort des Impfzentrums machen, da kulturelle Veranstaltungen vielleicht wieder stattfinden können, während die Impfungen noch laufen“, erklärt Lena Heimers. „Dieses Platz wollten wir deshalb nicht in Beschlag nehmen.“

Mit modularen Raumlösungen und operativem Know-how können innerhalb kürzester Zeit schnell errichtbare, vollausgestattete Einrichtungen dorthin geliefert werden, wo sie gebraucht werden. Wegen der Modularität können die Hallen genau auf die spezifischen Anforderungen der Kunden zugeschnitten und bei Bedarf angepasst werden. In Recklinghausen wurden die Räume des Gebäudekomplexes gemäß den Vorgaben des Bundesministeriums für Gesundheit gestaltet. Vorgegeben ist, dass es mehrere Impfstraßen gibt, um Ansteckungen zu verhindern. In Recklinghausen sind neun Impfstraßen vorhanden, die jeweils aus unterschiedlichen Bereichen wie Anmeldung, Wartezimmer, Aufklärung und Impfung bestehen. Das Hygienekonzept enthält auch nächtliches Stoßlüften und Absaugung der verbrauchten Luft durch ein Belüftungskonzept. Der Flächenplan sieht vor, dass die Anzahl der Impfplätze durch die flexible Raumplanung bei Bedarf auf 150 Prozent erhöht werden kann und zusätzliche modulare Anbauten möglich sind.

Vorgaben des Bundesgesundheitsministeriums

In den Impfzentren muss ein Einbahnsystem vorhanden sein, bei dem die Wegeführung der Patienten durch Impfstraßen erfolgt. Vorgegeben sind auch bestimmte Bereiche, die jeder Patient durchlaufen muss, wie beispiels-
weise Anmeldung, Arztgespräch, Impf
station und Ruhezone. Zudem müssen die Bereiche der Mitarbeiter von den öffentlichen Bereichen getrennt sein. 
So soll ein reibungsloser Ablauf gewährleistet sein.

Hannah Henrici