Hitzeschutz in Ludwigshafen: Stadt plant Millioneninvestitionen für Klimaanpassung

Hitzeperioden stellen Städte zunehmend vor neue Herausforderungen. Ludwigshafen will deshalb den Hitzeschutz systematisch ausbauen und plant ein Maßnahmenpaket mit Investitionen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Im Fokus stehen soziale Einrichtungen, öffentliche Räume sowie langfristige Maßnahmen zur Klimaanpassung.

Hitzeschutz in Kommunen
Ludwigshafen will den Hitzeschutz in den kommenden Jahren systematisch ausbauen. Geplant sind Investitionen in Begrünung, Verschattung und klimaresiliente Infrastruktur. Foto: Adobe Stock/Mathias Weil

Zunehmende Hitzeperioden belasten in Ludwigshafen gleichermaßen die Bevölkerung, die Natur und die städtische Infrastruktur. Vor diesem Hintergrund plant die Stadt, ihre Vorsorgemaßnahmen deutlich zu intensivieren und den Hitzeschutz in den kommenden Jahren systematisch weiterzuentwickeln.

Zur Finanzierung sollen unter anderem Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes genutzt werden. Der Stadtvorstand arbeitet derzeit an einem Maßnahmenpaket mit einem Investitionsvolumen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich, das dem Stadtrat zur Entschiedung vorgelegt werden soll. Dies berichtet die Stadt Ludwigshafen in einer Mitteilung.

Zweigleisiger Ansatz für mehr Hitzeschutz in Ludwigshafen

„Heiße Sommer und längere Hitzeperioden werden für die Menschen und die Natur auch in Ludwigshafen immer mehr zur Herausforderung. Deshalb wollen wir den Hitzeschutz in unserer Stadt gezielt weiterentwickeln und entsprechend investieren“, so Oberbürgermeister Prof. Dr. Klaus Blettner.

„Wenn eine Hitzeperiode vorbei ist, dürfen wir nicht einfach wieder in alte Muster zurückfallen und vergessen, was war. Wir müssen aus diesen Erfahrungen lernen, uns vorbereiten und dauerhaft Vorsorge treffen. Genau dafür bringen wir jetzt die nächsten Schritte auf den Weg.“

Die Stadt verfolgt dabei einen zweigleisigen Ansatz aus kurzfristig wirksamen Angeboten und langfristigen strukturellen Veränderungen. Zu den Maßnahmen, die sich zeitnah umsetzen lassen, zählt das Wilhelm-Hack-Museum: An besonders heißen Tagen wird dort kein Eintritt erhoben. So soll das Museum mitten in der Stadt zu einem kühlen Rückzugsort werden.

Hitzevorsorge mit Fokus auf Schutzbedürftige

Ein Fokus des Maßnahmenpakets liegt auf Menschen, die unter hohen Temperaturen besonders leiden. Zu ihnen gehören hauptsächlich Kinder, ältere Menschen sowie Pflegebedürftige.

„Besonders wichtig ist uns der Schutz von Kindern. Unser Ziel ist, dass perspektivisch jede Kita mindestens einen klimatisierten Raum als Rückzugsort hat“, betont Schul- und Jugenddezernent Lars Pletscher. „Gleichzeitig brauchen wir an Kitas und Schulen mehr Verschattung, etwa durch Bäume, Sonnensegel und einen besseren baulichen Sonnenschutz.“

Bereits laufende Projekte verdeutlichen die angestrebte Entwicklung der städtischen Einrichtungen. So wird der Spielplatz in der Welserstraße im Hemshof mit schattenspendenden und klimaresilienten Pflanzen neu gestaltet sowie um einen Trinkbrunnen ergänzt. Am Schulzentrum Mundenheim wurden rund 1.200 Quadratmeter Schulhoffläche umgebaut, entsiegelt und begrünt. Zudem entstanden Wetterschutzdächer.

Verschattung, Begrünung und Entsiegelung

Die Einzelmaßnahmen folgen einem übergeordneten Ansatz: Aufenthaltsbereiche für Kinder sollen so gestaltet werden, dass sie auch während länger anhaltender Hitzeperioden nutzbar bleiben. Aspekte wie Verschattung, Entsiegelung, Begrünung und Möglichkeiten zum Aufenthalt in kühleren Bereichen sollen daher bei künftigen Investitionen stärker gemeinsam berücksichtigt werden.

Aber auch die städtischen Senioreneinrichtungen sind ein Schwerpunkt. „Hitze belastet besonders ältere und pflegebedürftige Menschen. Deshalb wollen wir auch in unseren beiden städtischen Pflegeheimen, dem Dr. Hans Bardens Haus in der Gartenstadt und im Haus Friesenheim, gezielt in Hitzeschutz investieren, zum Beispiel in klimatisierte Rückzugsräume, besseren Sonnenschutz und zusätzliche Verschattung“, so Sozialdezernent David Guthier. 

„Klimaanpassung muss im Stadtbild konkret spürbar werden“

Neben sozialen Einrichtungen richtet die Stadt ihren Fokus zunehmend auf den öffentlichen Raum. Insbesondere dicht bebaute Stadtteile und öffentliche Plätze sind an heißen Tagen von starker Erwärmung betroffen. Begrünung, Verschattung und Trinkwasserangebote sollen daher bei der künftigen Gestaltung öffentlicher Räume stärker berücksichtigt werden.

„Klimaanpassung muss im Stadtbild konkret spürbar werden“, so Baudezernent Alexander Thewalt. „Wenn wir Plätze, Straßen und öffentliche Räume neu gestalten, müssen wir Hitze von Anfang an mitdenken. Mehr Grün, weniger versiegelte Flächen, Schatten und Trinkwasser verbessern nicht nur das Stadtklima. Sie entscheiden zunehmend auch darüber, ob sich Menschen an heißen Tagen im öffentlichen Raum noch gerne und sicher aufhalten können.“

Bereits 250 zusätzliche Bäume wurden im Rahmen des Kommunalen Investitionsprogramms Klimaschutz und Innovation in verschiedenen Stadtteilen gepflanzt. Künftig sollen derartige Maßnahmen stärker zu einem vernetzten System begrünter, verschatteter und möglichst kühler Orte im Stadtgebiet beitragen.

Ludwigshafen will langfristig hitzeresilient werden

Die Stadt kann dabei auf eine bereits vorhandene strategische Grundlage zurückgreifen. Im Rahmen des Projekts „Fit for (climate) future“ wurde mit Förderung des Bundes ein Klimaanpassungskonzept erarbeitet. Darin sind zahlreiche Ansätze gebündelt, mit denen Ludwigshafen auf zunehmende Hitzebelastungen und weitere Auswirkungen des Klimawandels reagieren kann.

„Wir werden Ludwigshafen nicht von heute auf morgen vollständig hitzefest machen können“, erklärt Oberbürgermeister Blettner. „Aber wir können jetzt entscheiden, wie unsere Stadt in zehn oder zwanzig Jahren mit heißen Sommern umgeht.

Deshalb wollen wir vorhandene Fördermöglichkeiten konsequent nutzen, Investitionen sinnvoll priorisieren und Klimaanpassung bei künftigen Planungen von Anfang an berücksichtigen. Unser Ziel ist eine Stadt, in der Kinder spielen, ältere Menschen sich bewegen und alle Bürgerinnen und Bürger sich auch an sehr heißen Tagen möglichst sicher und gut aufhalten können.“

Red.

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