Berufsbegleitende Weiterbildung an Hochschulen: Wissen auf der Höhe der Zeit

Neue Herausforderungen müssen gemeistert werden, Personal aber ist knapp – und doch: Berufsbegleitende, passgenaue Weiterbildungen an Hochschulen können ein Schlüssel gegen den Fachkräftemangel in Kommunen sein. Wie das geht, erläutern Cora Watson und Professorin Annika Maschwitz für die DGWF.

Berufliche Weiterbildung an Hochschulen
Das Weiterbildungsprogramm der Hochschulen bietet eine breite Palette, darauf verweist die Deutsche Gesellschaft für Wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e.V. (DGWF) – möglich sind auch Schulungen, die gemeinsam mit den Kommunen entwickelt werden. Foto: Adobe Stock/WavebreakmediaMicro

Kommunale Verwaltungen, Institutionen und Unternehmen stehen vor einer Vielzahl komplexer und neuer Herausforderungen – von der Digitalisierung über die ökologische Transformation bis hin zum demografischen Wandel. Eine der drängendsten Problemlagen bleibt dabei der zunehmende Fachkräftemangel. Hierbei gewinnt die berufsbegleitende Weiterbildung stark an Bedeutung. Sie eröffnet neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt, stärkt die Beschäftigten und sorgt dafür, dass der Wandel nicht zu Nachteilen oder Ausschluss, sondern zu mehr Teilhabe führt. Hochschulen nehmen hierbei eine wichtige Rolle ein.

Was aber ist (berufsbegleitende) Weiterbildung an Hochschulen? Die Kultusministerkonferenz (2001) beschreibt Weiterbildung an Hochschulen (auch: wissenschaftliche Weiterbildung) als die Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach einer ersten Bildungsphase – etwa nach Studium oder Ausbildung – und in der Regel nach dem Eintritt in das Berufs- oder Familienleben. Sie soll inhaltlich und didaktisch dem Niveau einer Hochschule entsprechen.

Breites Weiterbildungsangebot an Hochschulen

Die Deutsche Gesellschaft für Wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e.V. (DGWF) trägt dazu bei, die Weiterbildung an Hochschulen kontinuierlich zu verbessern und weiterzuentwickeln. Sie vertritt die Überzeugung, dass Lernen ein lebenslanger Prozess ist und Weiterbildung lebendig gestaltet werden sollte.

Viele wissen nicht, dass die deutschen Hochschulen ein breites Weiterbildungsangebot anbieten: ob berufsbegleitende Masterstudiengänge, Zertifikatskurse oder Schulungen – die praxisorientierte Ausrichtung der vielfältigen Programme sorgt für eine direkte Anwendbarkeit und verknüpft Wissenschaft und Praxis. Die zunehmende Digitalisierung von Weiterbildungsangeboten trägt zudem zu einer zeitlichen und örtlichen Unabhängigkeit und damit einem Abbau von Barrieren bei.

Passgenaue Schulungsangebote

Kooperationen zwischen Arbeitgebern und Hochschulen spielen dabei eine wichtige Rolle. Neben berufsbegleitenden Master- und Bachelorstudiengängen sowie Zertifikatskursen haben Unternehmen und Kommunen die Möglichkeit, passgenaue Schulungen in Kooperation mit den Hochschulen zu entwickeln. Dies bietet große Potenziale: Von der gemeinsamen Bedarfsanalyse bis hin zur Konzeption maßgeschneiderter Weiterbildungen können beide Seiten voneinander profitieren.

Hochschulen wünschen sich von Unternehmen und Kommunen klare Rückmeldungen zu Weiterbildungsbedarfen und die Bereitstellung zeitlicher, organisatorischer und finanzieller Ressourcen für diejenigen, die an Weiterbildungen teilnehmen. Arbeitgeber wiederum erwarten praxisnahe, flexible und bezahlbare Weiterbildungsangebote, die sich an den realen Herausforderungen im Berufsalltag orientieren.

Fördermöglichkeiten nutzen

Für die Teilnahme an Weiterbildungsangeboten an Hochschulen sind grundsätzlich kostendeckende Gebühren zu erheben. Weiterbildungsinteressierte und Unternehmen haben jedoch verschiedene Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten. Darunter fallen staatliche Förderungen des Bundes und der Länder, Studienkredite, Stipendien sowie Bildungsurlaub.

Berufsbegleitende Weiterbildungsangebote ermöglichen es Berufstätigen, Jobwechslern, Wiedereinsteigern und Personen mit familiären Pflichten, sich neben ihren Verpflichtungen weiterzubilden. Diese Angebote stehen nicht nur Akademikerinnen und Akademikern offen, sondern auch Personen mit Berufsausbildung und Berufserfahrung oder anderweitig nachgewiesener Eignung.

Das Angebot berufsbegleitender Weiterbildungen an Hochschulen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Aktuelle Themen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung sowie in vielen weiteren Bereichen werden gezielt adressiert. Das Weiterbildungsportal „hoch & weit“ der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) bietet Interessierten die Möglichkeit, ein passendes Weiterbildungsangebot zu finden, und gibt Orientierung über die Vielfalt der Angebote an deutschen Hochschulen.

Es lohnt sich, hier aktiv zu werden: Berufsbegleitende Weiterbildung an Hochschulen ist ein zentrales Instrument, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und Transformation zu gestalten – zumal durch Kooperationen mit Hochschulen maßgeschneiderte Weiterbildungen entwickelt werden können.

Cora Watson, Annika Maschwitz


Die Autorinnen

Cora Watson ist bei der Deutschen Gesellschaft für Wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e.V. (DGWF) als wissenschaftliche Projektbegleitung tätig. Dr. Annika Maschwitz ist Vorstandsvorsitzende der DGWF und Professorin der Hochschule Bremen.


Mehr Wissen

  • Das Weiterbildungsportal „hoch & weit“ der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) gibt Orientierung über die Vielfalt der Angebote an deutschen Hochschulen.
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