Schnell und flexibel: Zeitgemäße Holzfertigbauweise eignet sich dank ausgereifter Technik und zukunftsfähiger Vorgehensweise besonders gut, um funktionale Lernorte zu schaffen – sowohl als Neubau als auch für Bestandssanierungen.

Schulen sind mehr als Gebäude. Sie sind Lernorte, Lebensräume und ein Stück Zukunft vor Ort. Wenn Kommunen heute neu bauen, den Bestand sanieren oder erweitern, müssen sie deshalb viele Anforderungen zugleich erfüllen: pädagogische Konzepte ermöglichen, verlässliche Kosten im Blick behalten, den Betrieb sichern und Gebäude schaffen, die langfristig funktionieren.
Holz kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten – denn der nachwachsende Rohstoff ist das wichtigste Baumaterial eines hochentwickelten Gesamtkonzeptes.
In kürzester Zeit zusammengesetzt und hochflexibel
Immer mehr öffentliche Bauherren beauftragen deshalb Schulneubauten, serielle Bestandssanierungen oder Erweiterungsbauten in vorgefertigter, nachhaltiger Holzbauweise. Der Neu- oder Umbau kann mit Wand-, Decken- und Dachelementen ausgeführt werden, die auf der Baustelle je nach Ausbaugrad nur noch zusammengesetzt werden und auf einem Fundament in kürzester Zeit ausbaufähig sind.
Oder aber mit vorgefertigten Raummodulen, die maximal vorbereitet aus der Produktionsanlage auf die Baustelle transportiert werden, wo sie nur noch miteinander verbunden werden – inklusive der technischen Ausstattung bis hin zum Einbaumobiliar.
Diese Module haben den Vorteil, dass sie sogar bedarfsorientiert nur temporär genutzt werden können, um sie dann bei sinkendem Bedarf an anderer Stelle partiell oder ganz wieder aufzubauen.
Raummodule für Interimsnutzung
Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der Neubau des Gymnasiums Kreuzgasse in Köln. Dieses von erfahrenen Darmstädter Ar-chitekten geplante Schulgebäude ist das derzeit größte deutsche Schulbauprojekt in nachhaltiger Holzmodulbauweise.
Die ARGE aus drei mittelständischen Holzbauunternehmen erstellt aus 1000 Raummodulen etwa 30.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche für vollwertige Interims-Schulkomplexe, inklusive Schulgebäuden, Zweifeldsporthallen, Mensen und Fachräumen. Die modular aufgebauten Gebäude sind vollständig rückbaubar und können nach Ende der Interimsnutzung an anderen Standorten wieder aufgebaut werden.
Auch zahlreiche andere Beispiele zeigen, dass diese aufstrebende Bauweise gleich mehrere Vorteile bietet: kurze Bauzeiten auf der Baustelle, bedingt durch den hohen Vorfertigungsgrad. Dazu hohe Qualität dank gütegesicherter Produktionen sowie eine verlässliche Kostentreue durch den zum Auftragszeitpunkt feststehenden Leistungsumfang. Das ist angesichts der oft üblichen Kostensteigerungen im öffentlichen Bausektor ein echtes Pfund, mit dem der Holzfertigbau wuchern kann.
Ausschreibung und Vergabe planen
Eine wesentliche Rolle spielt dabei, frühzeitig die passende Ausschreibungsart zusammen mit der anschließenden Vergabe zu planen. Dazu bedarf es zumindest in Teilen einer Gewerkeübergreifenden funktionalen Ausschreibung – für die vorgefertigten Elemente oder Raummodule ein absolut notwendiges Vorgehen.
Die dafür notwendige Abweichung von der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB Teil A, Paragraf Sieben ff.) ist möglich und bedarf einer in diesem Fall systembedingten technischen Begründung. Hierzu empfehlen sich für kommunale Planungsmitarbeiter zwei Handreichungen der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR), die genau dieses Vorgehen fachlich fundiert adressieren. Sie sind online abrufbar.
Nur kurze Störzeiten im Schulbetrieb
Nicht unerwähnt sollte die Schulbestandssanierung bleiben, für die es bei vorgefertigten Fassadenelemente nach dem Prinzip der seriellen Sanierung auch Fördermittel für kommunale Auftraggeber gibt. Dabei werden nach einer digitalen Bestandsaufnahme mittels Drohne oder Lasermessgeräten auf den so erfassten digitalen Zwilling komplette Fassadenelemente geplant.
Sie sind ebenfalls maximal vorgefertigt mit fertiger Fassade und eingebauten Fenstern, auch mit Lüftungsanlagen, und werden innerhalb kurzer Zeit vor die bestehende Fassade montiert – hier bieten sich die Ferienzeiten der Schulen an. Damit erhält das Schulgebäude energetisch Neubauqualität, bei sehr kurzen Störzeiten für den Schulbetrieb. Zudem werden deutlich niedrigere Betriebskosten erreicht.
Fördermittel für die serielle Sanierung
Für die serielle Sanierung von Schulgebäuden steht Kommunen eine Kombination aus Bundesförderung (BEG) und spezifischen Landesförderprogrammen zur Verfügung. Seit der umfassenden BEG-Reform im Juli 2026 wurde der Bonus für serielles Sanieren (SerSan-Bonus) explizit auf Nichtwohngebäude (NWG) ausgeweitet – so profitieren Kommunen von stark erhöhten Zuschüssen.
Die zentrale Anlaufstelle für die Hüllensanierung und Komplettsanierung zum Effizienzgebäude ist das Programm KfW 464 (Kommunen – Zuschuss). Der SerSan-Bonus ist eine Zusatzförderung. Bei der Verwendung modular vorgefertigter Fassaden- oder Dachelemente (inklusive digitalem 3D-Aufmaß) erhalten Kommunen erhebliche Aufschläge:
- plus 15 Prozent-Punkte Extra-Zuschuss für das Erreichen der Stufen EG 40 oder EG 55, jeweils mit Erneuerbare-Energien- (EE) oder Nachhal-tigkeits-Klasse (NH),
- plus fünf Prozent-Punkte Extra-Zuschuss für die Stufe EG 70.
Der SerSan-Bonus lässt sich mit dem Worst Performing Building (WPB)-Bonus (plus zehn Prozent) und dem NH-KlasseBonus (plus fünf Prozent) kombinieren. Für Kommunen sind Förderquoten von bis zu 55 Prozent der förderfähigen Kosten möglich, gedeckelt auf maximal 2000 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche oder maximal zehn Millionen Euro pro Vorhaben.
Red.




