Dezentral, effizient, nahezu CO₂-frei: Dieses klimafreundliche Quartier entsteht mitten in Berlin

Mitten in Berlin setzen die Berliner Stadtwerke und die Projektgemeinschaft Koop5 derzeit ein Zeichen für klimafreundliche Quartiersentwicklung. Rund um das Haus der Statistik entsteht bis 2029 ein integriertes Energiesystem, das das Quartier nahezu CO₂-frei mit Strom, Wärme und Kälte versorgt.

Klimafreundliche Quartiersentwicklung
Im Areal rund um das Haus der Statistik in Berlin entsteht ein klimafreundliches Stadtquartier Foto: Adobe Stock/Rico Oder

Mit dem nachhaltigen Umbau des Areals rund um das Haus der Statistik setzen die Berliner Stadtwerke aktuell eines ihrer größten und innovativsten Energieprojekte um. Bis 2029 entsteht dort ein zukunftsweisendes Energiesystem, das das Quartier effizient und nahezu CO₂-frei mit Strom, Wärme und Kälte versorgt.

Kern des Energiesystems ist ein multifunktionales Anergienetz, das ungedämmt verlegt wurde. Als Energiequelle nutzt es sowohl Abwasserwärme eines nahegelegenen Kanals als auch Energie aus dem Erdreich. Dies berichten die Berliner Stadtwerke in einer Mitteilung.

Die so gewonnene Energie wird zu mehreren Energiezentralen im Quartier geführt. Hier werden die Temperaturen zum Heizen angehoben oder zur Kühlung abgesenkt. Zusätzlich fließt Abwärme von IT-Anlagen in das System ein. Wärme- und Kältespeicher puffern die erzeugte Energie, um Lastspitzen auszugleichen. Für besonders kalte Tage sind zudem Power-to-Heat-Anlagen vorgesehen.

Klimafreundliche Quartiersentwicklung in Berlin

Für die Wohnungsneubauten wird ein separates Nahwärmenetz aufgebaut, in das eine Hochtemperatur-Wärmepumpe eingebunden ist. Sie ermöglicht es, im Sommer die Abwärme aus der Gebäudekühlung zur Trinkwarmwasserbereitung zu nutzen. Den erforderlichen Strom erzeugt eine Photovoltaikanlage mit 129 kWp. Erste Gebäude des Quartiers werden bereits seit 2024 mit Wärme und Kälte versorgt.

„Die Quartiers­entwicklung rund um das Haus der Statistik ist eine echte Erfolgs­geschichte für den Klima­schutz und für die Menschen im Quartier“, betont Rita Schwarzelühr-Sutter, Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. „Energie­effiziente Sanierung statt Abriss, Sonnen­energie auf dem Dach für den Strom, Abwasser­wärme aus dem Unter­grund zum Heizen. Das vermeidet Emissionen, das senkt die Betriebs­kosten.“

Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, ergänzt: „Im Haus der Statistik zeigen wir, wie innovative Quartiers­planung mit klima­freundlicher Energie­versorgung gelingt. Dieses Projekt steht beispiel­haft dafür, wie wir die Möglich­keiten der dezentralen Energie­lösungen nutzen können, um Berlin Schritt für Schritt klima­neutral bis spätestens 2045 zu machen.“

Die Projektgemeinschaft Koop5 entwickelt das neue Stadtquartier

Entwickelt wird das neue Stadtquartier, für das die Stadtwerke das Energiesystem bauen, von der Projektgemeinschaft Koop5. Diese setzt sich aus der BIM Berliner Immobilien­management GmbH, der WBM Wohnungs­bau­gesellschaft Berlin-Mitte mbH, der Senats­verwaltung für Stadt­entwicklung, Bauen und Wohnen, dem Bezirks­amt Berlin-Mitte und der ZUsammenKUNFT Berlin eG zusammen.

Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit fördert das Projekt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI).

Red.

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