Augsburg auf dem Weg zur Smart City

Augsburger Impressionen: Wichtig ist für die Stadt, dass die Mobilfunksendemasten das Design der Straßenleuchten aufnehmen und sich ins Stadtbild einfügen. Foto: Adobe Stock/Blickfang

Augsburg baut das Mobilfunknetz aus: Mastsysteme von Straßenleuchten werden zu 5G-Hotspots. Das bringt stabilere Datenverbindungen mit höherer Datenrate – und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Smart City.

Die bayerische Stadt Augsburg (300.000 Einwohner) verwandelt ihre Straßenlampen in hochmoderne Mobilfunksendemasten und schafft so die Voraussetzungen für innovative Smart-City-Anwendungen – als erster Standort in Süddeutschland. Bisher wurden zwei Straßenlampen zu 5G-Mobilfunkmasten umgebaut, so Smart City-Manager Horst Thieme.

Weitere Standorte stehen in Aussicht – und Thieme streicht die Bedeutung heraus: „Wir freuen uns, diese Entwicklung für ein leistungsfähiges 5G-Netzes anbieten und Augsburg damit als echte Smart City etablieren zu können.“

Mit der modernen Technik soll die vorhandene städtische Infrastruktur effizient genutzt und gleichzeitig der Ausbau des 5G-Netzes deutlich beschleunigt werden. Zugleich legt die Stadt Wert darauf, dass die Sendemasten das Design der Straßenleuchten aufnehmen und sich so harmonisch in das Stadtbild einfügen.

Am Fuß des Sendemastes befindet sich laut einer Mitteilung der Stadt Augsburg ein Podium, das die gesamte Technik beinhaltet und Raum für verschiedene Mobilfunkbetreiber bietet. An der Spitze sind die Antennen und Lichtsysteme angebracht. Diese 5G-Mobilfunksendemasten im „Gewand“ von Straßenlampen ergänzen die bereits bestehenden Dachantennenstandorte und erweitern die Kapazitätsanforderungen an die Mobilfunknetze dort, wo sie am dringendsten benötigt werden.

Die Masten sind so gestaltet, damit die Stadt dort künftig auch Umwelt- und Verkehrssensorik anbringen kann, um beispielsweise die Luftqualität zu messen oder Verkehrsflüsse sowie klimatologische Daten zu erfassen. Außerdem soll der Rettungsdienst durch den Ausbau ein stabileres 5G-Netz erhalten.

Und die Stadtwerke können LoRaWan-Module an den Masten anbringen, um damit Smart Metering zu ermöglichen, also computergestützt Energieverbrauch und -zufuhr zu messen, zu ermitteln und zu steuern.

Projekt mit Vorbildcharakter

Partner des städtischen 5G-Projekts ist die 5G Synergiewerk GmbH mit Sitz in München. Das Unternehmen baut und betreibt Mobilfunkstationen und bildet die Brücke zwischen Telekommunikation und Energiewirtschaft. Ziel des Unternehmens ist es nach eigenen Angaben, die flächendeckende Mobilfunkversorgung der neuesten Generation durch den zügigen Bau und Betrieb von Mobilfunkanlagen in den 100 größten Städten Deutschlands voranzutreiben. Damit werde in die Mastsysteme der Straßenbeleuchtung die neuste 5G-Technik eingebaut.

„Das Konzept ist bislang einzigartig in Deutschland“, betont Smart City-Manager Thieme. Die Planung, Koordination und Installation der Masten erfolge in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Stadtwerken. Das ist auch in Augsburg der Fall: Dort haben die Stadtwerke das Projekt koordiniert, der Aufbau der 5G-Straßenleuchten wurde durch das städtische Mobilitäts- und Tiefbauamt betreut.

Bisher ist man noch am Anfang – aber auch Wolfgang Hübschle, Referent für Wirtschaft, Arbeit und Smart City, streicht die Bedeutung heraus: „Für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt wie auch für die ansässige Wirtschaft ist Augsburg ebenso Heimat wie zukunftsträchtiges Innovationszen-trum. Ein großer Schritt in diese Richtung ist das neue, auf 5G basierende Datennetzwerk.“

Es sorge für eine bessere Funknetzdichte und Funkqualität in der Innenstadt, für eine stabilere Datenverbindung mit höherer Datenrate und ermögliche immer mehr die Vernetzung von Produkten und Prozessen in Echtzeit, führt Hübschle weiter aus. „Wir gehen hier mit Pioniergeist voran und sind mit dem ersten 5G-Netz aus Straßenlampen Vorbild für die gesamte Region.“

Red.