Biodiversität im Fokus: 15 Kommunen mit dem Label „StadtGrün naturnah“ ausgezeichnet

Das Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt hat 15 Städte und Gemeinden mit dem Label „StadtGrün naturnah“ ausgezeichnet. Neun Kommunen erhalten die Auszeichnung erstmals, sechs wurden rezertifiziert. Bundesweit sind somit 90 Kommunen ausgezeichnet.

StadtGrün naturnah
Blühflächen, Wiesen und naturnahes Stadtgrün schaffen Lebensräume für Insekten und andere Arten und leisten zugleich einen Beitrag zur Klimaanpassung in Städten und Gemeinden. Foto: Adobe Stock/VOJTa Herout

Naturnah gepflegte Grünflächen leisten einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt und zur Klimaanpassung in Städten und Gemeinden. Für ihr Engagement zeichnet das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ in diesem Jahr 15 Kommunen mit dem Label „StadtGrün naturnah“ aus.

Neun Städte und Gemeinden erhalten die Auszeichnung erstmals, sechs wurden erfolgreich rezertifiziert. Dies berichtet das Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt in einer Mitteilung.

Bundesweit inzwischen 90 Kommunen ausgezeichnet

Mit den neuen Auszeichnungen steigt die Zahl der bundesweit zertifizierten Kommunen auf 90. Das Label gilt jeweils drei Jahre. Anschließend müssen Städte und Gemeinden nachweisen, welche Maßnahmen aus ihrem Maßnahmenplan umgesetzt wurden.

„Die rezertifizierten Kommunen haben seit ihrer letzten Prüfung weitere Flächen auf naturnahe Pflege umgestellt und ihre angekündigten Maßnahmen umgesetzt“, so Dr. Uwe Messer, Fachreferent des Bündnisses.

Die Kommunen Pforzheim und Laupheim konnten ihre Bewertung verbessern. Pforzheim stieg von Silber auf Gold auf, Laupheim von Bronze auf Silber.

Diese Kommunen wurden 2026 ausgezeichnet

Die ausgezeichneten Kommunen verteilen sich auf zehn Bundesländer.

Neu ausgezeichnet

  • Bad Brückenau (Bayern) – Bronze
  • Beelitz (Brandenburg) – Bronze
  • Borken (Nordrhein-Westfalen) – Gold
  • Friedrichstadt (Schleswig-Holstein) – Bronze
  • Haan (Nordrhein-Westfalen) – Silber
  • Neumarkt in der Oberpfalz (Bayern) – Silber
  • St. Wendel (Saarland) – Bronze
  • Treptow-Köpenick (Berlin) – Gold
  • Wolfsburg (Niedersachsen) – Silber

Erneut ausgezeichnet

  • Bad Säckingen (Baden-Württemberg) – Silber, 1. Rezertifizierung
  • Frankfurt am Main (Hessen) – Gold, 2. Rezertifizierung
  • Haldensleben (Sachsen-Anhalt) – Silber, 1. Rezertifizierung
  • Hannover (Niedersachsen) – Gold, 2. Rezertifizierung
  • Laupheim (Baden-Württemberg) – Silber (zuvor Bronze), 1. Rezertifizierung
  • Pforzheim (Baden-Württemberg) – Gold (zuvor Silber), 1. Rezertifizierung

Weniger mähen, mehr Artenvielfalt fördern

Ein Schwerpunkt des Labels liegt auf der naturnahen Pflege öffentlicher Grünflächen. Nach Angaben des Bündnisses können bereits vergleichsweise einfache Änderungen große Wirkung entfalten.

„Oft geht es zunächst darum, Gewohnheiten zu ändern. Weniger Mahd fördert artenreiche Vegetationsbestände und schafft Lebensräume für Insekten. Gleichzeitig schützt höherer Bewuchs den Boden auch vor Austrocknung und verlangsamt bei Niederschlägen den oberflächlichen Wasserabfluss sodass mehr Regen versickern kann“, erklärt Alexander Pelzel, Fachreferent des Bündnisses.

So wird das Label bewertet

Rund zwei Drittel der Bewertung entfallen auf die naturnahe Gestaltung und Pflege kommunaler Grünflächen. Berücksichtigt werden unter anderem eine reduzierte Mahdhäufigkeit, heimische und insektenfreundliche Pflanzen sowie der Verzicht auf Torf, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger.

Weitere Kriterien betreffen die Umweltbildung und Bürgerbeteiligung, beispielsweise durch Schul- und Naturerlebnisgärten, sowie die kommunale Planung, etwa über Festsetzungen in der Bauleitplanung.

In die Bewertung fließen sowohl bereits umgesetzte Maßnahmen als auch verbindliche Vorhaben aus der Maßnahmenplanung ein. Fachleute des Bündnisses prüfen die Angaben anschließend bei einer Vor-Ort-Begutachtung.

Bis zu 1.250 Punkte für naturnahes Stadtgrün

Je nach Erfüllungsgrad der Kriterien können Kommunen bis zu 1.250 Punkte erreichen. Die Auszeichnung wird in drei Stufen vergeben:

  • Bronze ab 500 Punkten
  • Silber ab 750 Punkten
  • Gold ab 1.000 Punkten

Die Bronzestufe kennzeichnet Kommunen, die erste Flächen auf naturnahe Pflege umgestellt haben und auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichten.

Die Goldstufe setzt voraus, dass nahezu sämtliche öffentlichen Grünflächen naturnah bewirtschaftet werden. Darüber hinaus müssen entsprechende Anforderungen in Bauleitplanung und politischen Beschlüssen verbindlich verankert sein und zusätzliche Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt umgesetzt werden.

Red.


Über das Label

Mehr Informationen über das Label „StadtGrün naturnah“ des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“, die Bewertungskriterien sowie Teilnahmemöglichkeiten für interessierte Kommunen finden Sie hier.


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