Digitales Baumkataster: So verwaltet Augsburg seinen Baumbestand

Digitales Baumkataster
Straßenbäume, Grünanlagen und Friedhöfe: Im digitalen Baumkataster dokumentiert die Stadt Augsburg ihren Baumbestand und koordiniert Pflege- und Kontrollmaßnahmen. Foto: Adobe Stock/manfredxy

Mehr als 85.000 Bäume und Baumstandorte sind inzwischen im digitalen Baumkataster der Stadt Augsburg erfasst. Das System bildet die Grundlage für Baumkontrolle, Pflegeplanung und Ausschreibungen und unterstützt die Mitarbeitenden dabei, den städtischen Baumbestand zu verwalten und dessen Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Digitales Baumkataster
Straßenbäume, Grünanlagen und Friedhöfe: Im digitalen Baumkataster dokumentiert die Stadt Augsburg ihren Baumbestand und koordiniert Pflege- und Kontrollmaßnahmen. Foto: Adobe Stock/manfredxy

Wer durch Augsburg spaziert, erlebt eine grüne Stadt. Doch wie viele Bäume gibt es tatsächlich im Stadtgebiet? Und bei wie vielen besteht aktuell Pflegebedarf? Antworten auf diese Fragen liefert das digitale Baumkataster.

Das Baumkataster wird von Mitarbeitenden des Amtes für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen (AGNF) kontinuierlich aktualisiert und bildet die Grundlage für die Baumkontrolle. Inzwischen dient es vollständig als Basis für Ausschreibungen. Aufgaben, die von eigenen Mitarbeitenden ausgeführt werden, werden papierlos in Form von Pflegeaufträgen auf deren Mobiltelefone übermittelt. Dies berichtet die Stadt Augsburg in einer Mitteilung.

Digitales Baumkataster erleichtert die Baumkontrolle

Im August 2026 waren mehr als 85.000 Bäume und Baumstandorte erfasst. Dazu zählen Bäume an Straßen, in öffentlichen Grünanlagen, auf Friedhöfen, in Biotopen und auf Ausgleichsflächen sowie an Schulen und Kitas. Auch die Bäume des Sport- und Bäderamtes sowie auf Flächen des Liegenschaftsamtes sind im Kataster enthalten.

Alle Bäume im öffentlichen urbanen Raum müssen regelmäßig kontrolliert und auf ihre Verkehrssicherheit überprüft werden. Für die Mitarbeitenden der Grünflächenpflege stellt dies eine anspruchsvolle Aufgabe dar, da diese Arbeiten ausschließlich von fachlich qualifizierten Personen durchgeführt werden können. Eine sorgfältige Koordination und langfristige Planung sind daher unerlässlich.

Das Baumkataster dient dabei als zentrales Arbeitsinstrument, in dem die relevanten Daten erfasst, verwaltet und strukturiert werden. Es unterstützt die fachliche Arbeit und liefert Statistiken sowie Auswertungen, die regelmäßig in den Umweltausschüssen vorgestellt werden.

Nicht jeder Baum steht in Kataster

Zunächst wurden im Baumkataster die Bäume erfasst, für die Pflegemaßnahmen vorgesehen waren. Bestände ohne Maßnahmenbedarf und mit vitalem Zustand werden schrittweise aufgenommen, sofern dies sinnvoll ist. Eine vollständige Erfassung aller Bäume ist jedoch nicht möglich. Grund dafür ist unter anderem die kontinuierliche Naturverjüngung, durch die fortlaufend neue Gehölze nachwachsen, vom Sämling bis zum ausgewachsenen Baum.

Diese geraten meist erst dann in den Fokus der Baumkontrolle, wenn sie sicherheitsrelevant werden. Für eine fachgerechte und sinnvolle Baumkontrolle ist eine vollständige Erfassung auch nicht erforderlich. Ziel ist es vielmehr, insbesondere Einzelbäume als Grundlage der Baumkontrolle zu dokumentieren. Im Schadensfall muss die lückenlose Kontrolle eines Baumes nachweisbar sein.

Das Baumkataster als zentrales Arbeitsinstrument

Große Baumgruppen und waldartige Bestände werden im Baumkataster nicht einzeln erfasst. Angestrebt wird jedoch eine weitgehend vollständige Einzelbaumerfassung, die etwa 70 bis 90 Prozent des gesamten Baumbestands umfasst, für den das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen verantwortlich ist.

Im digitalen Baumkataster werden Statistiken, Pflegeaufträge, Kontrollerfordernisse und Übersichten verwaltet. Mehr als 30 Mitarbeitende des Amtes sind in der Baumpflege und Baumkontrolle tätig. Da täglich neue Daten erfasst oder bestehende Einträge aktualisiert werden, können Auswertungen nur eine Momentaufnahme mit Annäherungswerten darstellen. Die Baumpflege in einer Großstadt wie Augsburg ist ein komplexes Vorhaben, das bedarfsgerecht angepasst wird.

Red.


Zum Geoportal der Stadt Augsburg

Das Geoportal der Stadt Augsburg sind die erfassten Bäume in einer modellhaften 3D-Darstellung einsehbar.


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