Mehr Pegel, sanierte Deiche, neue Rückhalteräume: Nordrhein-Westfalen hat seit der Hochwasserkatastrophe von 2021 zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit den Niederlanden soll der Hochwasserschutz entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse weiter gestärkt werden.

Die Hochwasserkatastrophe 2021 markierte für Nordrhein-Westfalen eine Zäsur. Sie machte deutlich, dass Hochwasserschutz, Warnsysteme und Planungen an die Folgen des Klimawandels angepasst werden müssen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Juli 2026 stellten das Land Nordrhein-Westfalen und die Niederlande ihre Maßnahmen der vergangenen fünf Jahre vor.
Die grenzüberschreitende Kooperation zeigt sich unter anderem bei Deichsanierungen am Rhein und dem Hochwasserpolder in Köln-Worringen, der derzeit entsteht. „Es gilt das Prinzip: Oberlieger schützt Unterlieger“, so der nordrhein-westfälische Umweltminister Oliver Krischer in einer Mitteilung des Landes. „Gemeinsam können wir die Sicherheit für Millionen Menschen am Rhein und seinen Nebenflüssen erhöhen.“
Grenzüberschreitende Schutzkonzepte für den Rhein und die Nebenflüsse
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Forschung. Im Programm JCAR ATRACE arbeiten das Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen und das niederländische Institut Deltares zusammen, um praxisnahe Lösungen für den Hochwasserschutz zu entwickeln.
Zugleich setzen Nordrhein-Westfalen und die Niederlande auf die Verbindung von technischem und natürlichem Hochwasserschutz. Renaturierungen, Deichrückverlegungen und die Schaffung von Rückhalteräumen sollen Hochwasserspitzen abmildern.
Zur besseren Abstimmung werden die Niederlande auch in die nordrhein-westfälischen Regionalpakte für den Hochwasserschutz einbezogen. Ziel sind abgestimmte Schutzsysteme für Rhein, Rur, Niers oder Ijssel zu schaffen, um die Menschen beidseits der Grenze bestmöglich und effizient zu schützen.
Nordrhein-Westfalen baut den Hochwasserschutz konsequent aus
Seit 2021 hat Nordrhein-Westfalen rund 500 Millionen Euro für den Hochwasserschutz bereitgestellt. Rund 600 Projekte wurden gefördert, darunter Deichsanierungen, Rückhaltebecken, der Ausbau des Pegelnetzes sowie Starkregen- und Hochwasserschutzkonzepte für Kommunen. Hinzu kommen 120 Projekte, die technischen Hochwasserschutz mit ökologischer Flussentwicklung verbinden.
Weitere Maßnahmen umfassen den Ausbau der Hochwassermeldepegel von 84 auf 122 Standorte, die Einführung eines landesweiten Pakts für Hochwasserschutz, die Arbeit einer Hochwasserkommission, neue risikobasierte Planungsmethoden sowie die Digitalisierung der Förderanträge. Zudem sollen künftig die Auswirkungen des Klimawandels stärker in wasserwirtschaftliche Planungen einfließen.
Red.



