Wenn Regen zur Ressource wird – Klimaanpassung für lebenswerte Städte

Schwammstadt praktisch umgesetzt: Die Regenwasserbank kombiniert Regenwassermanagement, Bewässerung von Stadtbäumen und urbanes Stadtmobiliar für mehr Klimaanpassung im öffentlichen Raum.

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Regenbank am Südheimer Platz in Stuttgart. Foto: Jan Dietz

Hitzeperioden und Starkregen setzen Städten zunehmend zu, vor allem dort, wo viel Fläche versiegelt ist. Während sich die Gesamtniederschlagsmenge pro Jahr kaum geändert hat, hat sich vor allem die Verteilung der Niederschläge verändert. Zunehmende Trockenperioden setzen der städtischen Vegetation zu. Um den urbanen Hitzeinseln etwas entgegenzusetzen, sind wir aber dringend auf das urbane Grün, insbesondere auf Stadtbäume, angewiesen. Regen als Ressource zu verstehen, bedeutet, ihn zwischenzuspeichern.

Der Grundgedanke ist einfach: Statt Regenwasser sofort in die Kanalisation abzuleiten, wird es vor Ort gespeichert und genutzt. Genau das ist das Ziel blau-grüner Infrastruktur und modernen Regenwassermanagements. Im Neubau lassen sich großflächige Lösungen zur Entkopplung ganzer Stadtviertel vergleichsweise einfach umsetzen. Im Bestand ist das schwieriger, aber keineswegs unmöglich.

Modulare, flexible Lösungen verbessern auch hier die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und wirken Hitzeinseln entgegen. Diese Lösungen müssen ganzheitlich gedacht werden. Neben dem Stadtklima rücken auch soziale Aspekte in den Fokus. Dritte Orte, die zum Verweilen einladen, bringen Nachbarschaften zusammen und spenden dabei ganz nebenbei Schatten und Abkühlung.

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Regenbank am Haus der Jugend in Berlin. Foto: Regenmodule

Die Regenwasserbank: cleveres Stadtmöbel für den Bestand

Genau hier setzt Regenmodule UG an: Die Regenwasserbänke bieten eine niedrigschwellige Lösung für neue wie bestehende Stadtoasen. Sie speichern Regenwasser von umliegenden Dächern und machen es für die Bewässerung von Stadtgrün und Straßenbäumen nutzbar, auch dort, wo eine großflächige Entkopplung nicht infrage kommt.

Die modularen Stadtmöbel vereinen zwei Funktionen in einem Element: Als Sitzbank laden sie zum Verweilen ein, im Inneren verfügen sie über einen integrierten Tank zur Speicherung von Regenwasser. Der gespeicherte Regen steht dann zur Bewässerung der urbanen Vegetation bereit, entweder in einer Low-Tech-Variante mit einer Handpumpe oder über ein automatisches Bewässerungssystem.

Robust, langlebig, reparierbar

Das Design ist auf den öffentlichen Raum zugeschnitten: robust, ansprechend und alltagstauglich. Das Herzstück der Regenwasserbank ist der auf die Form angepasste Tank. Er besteht zu 100 % aus recyceltem Kunststoff und dient neben der Wasserspeicherung als tragende Struktur. Er verfügt über Inspektionsluken zur Reinigung und standardisierte Anschlüsse. Pro Modul können 270 Liter Regenwasser gespeichert werden; es können beliebig viele Module aneinandergereiht werden.

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Regenbänke bestehen aus einem Tank mit optisch ansprechender Holzverkleidung. Foto: Regenmodule

Für die Holzverkleidung kommt FSC-zertifizierte Douglasie aus Deutschland zum Einsatz. Konstruktiver Holzschutz sorgt für eine hohe Langlebigkeit. Das Holz wird fast vollständig von innen verschraubt und ist gut belüftet, wodurch seine Haltbarkeit erheblich erhöht wird. Eine robuste Edelstahlplatte dient als stabile Basis. Den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft entsprechend lassen sich alle Materialien voneinander trennen, reparieren, austauschen und recyceln.

So funktioniert’s

Ein Regensammler wird an ein bestehendes Fallrohr an der Gebäudeaußenseite angeschlossen und mit dem Tank in der Sitzbank verbunden – fertig ist der Wasserspeicher. Die Entnahme aus dem Tank erfolgt je nach Bedarf entweder stromlos über eine Handpumpe oder, falls erforderlich, über ein automatisches Bewässerungssystem.

Eine feste Verankerung im Boden ist nicht zwingend notwendig, was maximale Flexibilität ermöglicht. Dank des modularen Aufbaus lassen sich Umfang und Konfiguration der Sitzbänke individuell an den jeweiligen Standort anpassen.

Produziert wird seit 2025 in lokaler Fertigung durch ein Team in Berlin und Gera, mit dem Fokus auf kurzen Wegen und direktem Austausch. Die Regenwasserbank hat bereits einen Wettbewerb der Regenwasseragentur gewonnen, den „Nachhall 2024“ erhalten und ist für den Bundespreis „Blauer Kompass 2026“ nominiert. Heute stehen die Sitzmöbel bereits an mehreren Standorten im gesamten Bundesgebiet.

Von der Beratung bis zur Bildungsarbeit: Partner für die gesamte Umsetzung

Regenmodule bietet weit mehr als ein Standardprodukt. Für individuelle Stadtoasen, ob klein oder groß, realisiert das Team gemeinsam mit einem Netzwerk aus Umsetzungspartnern auch Projekte und Sonderanfertigungen. Neben der klassischen Standortberatung gehören dazu Planungs- und Gestaltungsleistungen sowie die Unterstützung lokalen Engagements, etwa bei der Schaffung temporärer oder dauerhafter Stadtoasen und deren Gestaltung im Rahmen von Beteiligungsprozessen und nachbarschaftlichem Engagement.

Speziell für Schulen und Kitas wurden zudem Bildungsmaterialien zum Thema Schwammstadt entwickelt. Sie kommen bei Exkursionen und Schulprojekten zum Einsatz und machen das Prinzip der klimaresilienten Stadt schon für die Jüngsten erlebbar.

Kontakt:

Regenmodule UG
Werner-Voß-Damm 54a
12101 Berlin
E-Mail: hello@regenmodule.de
www.regenmodule.de