Urlaubstipps auf Abruf

Dinkelsbühl: Die bayerische Stadt hat drei im Internet abrufbare Rundgänge in ihrem Stadtführungsprogramm - Sehenswürdigkeiten, Stadtgeschichte sowie zum Thema Hexenverfolgung. - Foto: Hdg033-Fotolia

Durch die Vernetzung von Sehenswürdigkeiten und Informationen auf Themenplattformen im Internet können Gemeinden und Tourismusanbieter sich ihren Besuchern und Kunden zeitgemäß präsentieren. Dieser Beitrag gibt Hinweise rund um die digitale Aufbereitung touristischer Angebote.

Worauf müssen Kommunen, die ein Portal kaufen oder nutzen wollen, besonders achten?

Für den Tourismus ausgelegte Portale oder Lösungen in Form von Apps sollten auf den gesamten Nutzwert hin untersucht werden. Dabei kann zwischen den Nutzwert der Endkunden, also Touristen und Einheimische und dem Nutzwert für die Kommune unterschieden werden. Für die Endkunden spielt das einfache Auffinden des digitalen Angebotes eine entscheidende Rolle, neben den Kosten und der Bedienungsergonomie.

Leistungsmerkmal „einfaches Auffinden“

Viele Touristen machen sich erst am Urlaubsort im Detail kundig, wie sie ihre schönste Zeit des Jahres gestalten. Dabei ist das vielfältig strukturierte und gestaltete digitale Informationsangebot zu den Sehenswürdigkeiten und touristischen Dienstleistern oft eine hohe Barriere für den Gast. Um ihr Angebot zu bewerten, können folgende Frage hilfreich sein: Ist eine angemessene, das Angebot bündelnde App auffindbar? Hat die Kommune ein ansprechendes touristisches Abbild auf ihren Internetseiten? Sind die Angebote in einer digitalen Landkarte abgebildet, um die Urlaubstage „medienbruchfrei“ digital planen zu können?

Bedeutung der Bedienungsergonomie

Jede Web-Seite hat einen anderen Aufbau, einen anderen Fokus. Wenn eine App zur Region gefunden wird, rückt die Bedienungsergonomie in den Fokus. Sie lässt sich orientiert an folgender Leitfrage bewerten: Ist die App gut geeignet und so interessant gestaltet, um dem Gast zum virtuellen Stöbern durch die Region einzuladen? Wichtig ist auch: Sind diese Angebote oder Informationen für den Gast Geld kostenlos nutzbar?

Für die Stadt oder Gemeinde sind weitere Aspekte wie Leistungsumfang, Erweiterungsmöglichkeiten, Produktauswahl und Finanzierung interessant.

Leistungsumfang eines touristischen Themenportals

Digitale touristische Angebote sollen durch den Gast schnell auffindbar sein. Zum einen durch Recherche mittels Internet-Suchmaschinen, zum anderen durch Vermarktung auf Flyern. Auch Hinweise an der Sehenswürdigkeit selbst, etwa durch QR-Codes oder eine kurze Internet-Adresse, können das Angebot erschließen. Ein weiterer Einstiegspunkt kann durch intelligente Vernetzung erzeugt werden.

Der Trend geht überall weg von Insellösungen, hin zu Gesamtsystemen. Die Informationsangebote sollten knackig und interessant sein und die geografische Lage der Sehenswürdigkeiten („Points of interest“) enthalten. Andere Medienformate wie Audio-Guides und Imagefilme sollten ebenfalls integrierbar sein. Für die Kommune oder den Tourismusbeauftragten sollten die Inhalte einfach zu pflegen sein.

Erweiterungsmöglichkeiten

Mit der Integration von elektronischen Stempelheften oder Quizspielen sowie mit anderen Erweiterungen wird das Ziel verfolgt, den Tourist so lange wie möglich in der eigenen virtuellen und realen Welt zu halten, um möglichst viel Umsatz in der Region zu schaffen. Die bayerische Stadt Dinkelsbühl zum Beispiel hat drei Rundgänge in ihrem Stadtführungsprogramm (www.dinkelsbuehl.world-qr.com): Sehenswürdigkeiten, Stadtgeschichte (30-jähriger Krieg) sowie die Zeit der Hexenverfolgung.

Auch die Schaffung von intelligenten Content, der sich selbst updatet und beliebige Websites auf Änderungen hin prüft, ist möglich. Damit kann die Mehrfacherfassung von Inhalten vermieden werden.

Wie findet eine Kommune das richtige Angebot?

Eine Kommune oder Tourismusregion muss sich zuerst ein Bild davon machen, wo sie steht und was sie möchte. Um das Angebot der vorhandenen touristischen Präsentation zu bewerten, müssen die richtigen Fragen gestellt werden, so zum Beispiel: Verfügt die Webseite über responsives Design? Dies ist die Voraussetzung für die optimierte Darstellung auf mobilen Endgeräten. Ist die Darstellung von Kartenmaterial oder geografischen Daten möglich? Existiert eine touristische App?

Anschließend werden die Wünsche priorisiert und sortiert, also zum Beispiel mit „Prio 1“: Optimierung der Webseiten auf mobile Endgeräte, Einbindung von Kartenmaterial, Abbildung der Sehenswürdigkeiten der Region, Aufbau von virtuellen Rundgängen durch die Region; „Pro 2“: Abbildung der touristischen Dienstleister der Region, zusätzliche Vermarktung; „Prio 3“: Schaffung eines Buchungssystems für regionale touristische Angebote, Herstellung einer App

Am Ende steht die Entscheidung, welches Medium entwickelt oder weiterentwickelt werden soll.

Kosten für Beschaffung, Implementierung und Betrieb

Mit der Anforderungsanalyse geht die Kommune zum Beispiel per Ausschreibung auf die potenziellen Anbieter zu und holt Angebote ein. Die Kosten für die jeweiligen Leistungsbereiche können stark differieren. Je spezieller die Angebote sind, desto höher ist in der Regel der Preis. Standardisierte Anbieter nennen als Vorteil zum Beispiel die überregionale Vernetzung von touristischen Angeboten und damit die Chance, direkt weitere Gäste zu gewinnen.

Bernd Schilbach

Der Autor
Bernd Schilbach ist Geschäftsführer des Softwareunternehmens Denkende Portale in Plauen