Umweltbundesamt hat Umweltbelastungen neu berechnet

Braunkohletagebau: Die „Methodenkonvention 3.0 zur Ermittlung von Umweltkosten“ des Umweltbundesamts hilft dabei, die Schäden durch Umweltbelastungen deutlich zu machen. – Foto: Mitifoto/Adobe Stock

Zu viele Treibhausgase, Luftschadstoffe und andere Umweltbelastungen schädigen unsere Gesundheit und führen zu wirtschaftlichen Einbußen. Das Umweltbundesamt hat seine „Methodenkonvention 3.0“ zur Ermittlung von Umweltschäden aktualisiert.

Eine Kilowattstunde (kWh) Braunkohlestrom verursacht Umweltschadenskosten von durchschnittlich 20,81 Cent. Diesen Wert hat das Umweltbundesamt (UBA) errechnet. In seiner aktuell veröffentlichten „Methodenkonvention 3.0“ hat es seine Empfehlungen zur Ermittlung von Umweltschäden aktualisiert und die entstehenden Kosten neu berechnet.

Danach führte der im Jahr 2016 in Deutschland erzeugte Braunkohlestrom zu Umweltschadenskosten von 31,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich stellt das UBA fest: Eine Kilowattstunde Strom aus Windenergie führt lediglich zu Umweltschäden in Höhe von 0,28 Cent.

In der „Methodenkonvention 3.0 zur Ermittlung von Umweltkosten“ wurden zahlreiche Parameter herangezogen, um die Kosten von Umweltbelastungen zu berechnen. Dazu gehören die Kosten zur Wiederherstellung beschädigter Gebäude und Infrastrukturen, der Marktwert von Ernteverlusten und Produktionsausfällen und der Betrag, den Menschen bereit wären für die Vermeidung von Gesundheitsschäden zu bezahlen.

Die Emission einer Tonne Kohlendioxid (CO2) verursacht nach dieser Berechnung Schäden von rund 180 Euro. Umgerechnet auf die Treibhausgasemissionen Deutschlands 2016 entspricht dies Gesamtkosten von rund 164 Milliarden Euro.

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger sagte: „Diese Beispiele zeigen die riesige Dimension der Schäden, die jedes Jahr durch Umweltbelastungen in Deutschland entstehen.“ Auch wenn die Schäden sich nicht sofort als finanzielle Belastung zum Beispiel im öffentlichen Haushalt niederschlagen würden, seien die Schäden real und verursachten enorme volkswirtschaftliche Kosten, so Krautzberger.

Das UBA hat weitere Berechnungen angestellt. So verursacht die Emission einer Tonne Feinstaub (PM2.5) im Verkehr durchschnittliche Umweltschäden in Höhe von 59.700 Euro, die Emission einer Tonne Stickoxide (NOx) 15.000 Euro. Hochgerechnet auf die Gesamtemissionen des Verkehrs in Deutschland im Jahr 2016 ergibt das Umweltschäden von 1,49 Milliarden für Feinstaub und 7,29 Milliarden Euro für Stickoxide pro Jahr.