Soziale Dimension

Ausgezeichnete Wohnanlage „wagnisART“ in München: Die Arbeitsgemeinschaft der Architekturbüros Bogevisch sowie Schindler und Hable haben den Gebäudekomplex geplant. Foto: Knop

Der Deutsche Städtebaupreis würdigt Projekte, die in herausragender Weise den Anforderungen an zeitgemäße Lebensformen Rechnung tragen wie auch den Herausforderungen an die Gestaltung des öffentlichen Raumes.

Vorbildliche Bauprojekte im städtischen Umfeld hervorzuheben und zukunftsweisende Gebäude bekannt zu machen, sind zwei der vorrangigen Ziele des Deutschen Städtebaupreises. Der in der Branche viel beachtete Wettbewerb besteht seit 35 Jahren und wird alle zwei Jahre vergeben. Getragen wird er von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung und der Wüstenrot-Stiftung.

Der Preis mache sichtbar, „dass gute Architektur, städtebauliche Konzepte und soziale Aufgaben gemeinsam lösbar sind“, sagte DASL-Präsidentin Elisabeth Merk bei der diesjährigen Preisverleitung Mitte September in Hannover. „Der Städtebaupreis ist ein Mutmacher gute Projekte zu generieren.“

Der Geschäftsführer der Wüstenrot-Stiftung, Philip Kurz, verwies auf die Mehrdimensionalität des Wettbewerbs: Es gehe nicht nur um Stadtgestaltung, „sondern vor allem die Nutzungsqualität für die Menschen, die Verbesserung der alltäglichen Lebensqualität“ sowie um den öffentlichen Raum und mithin um die „politische Dimension von Städtebau“.

Der insgesamt mit 25.000 Euro dotierte Preis wird in zwei Sparten vergeben. Neben dem „klassischen“ Städtebaupreis wird ein Sonderpreis vergeben. Er soll dringliche Anwendungsfelder in Städtebau und -planung akzentuieren. In diesem Jahr stand er unter dem Motto „Soziale Impulse durch Städtebau“.

Der Städtebaupreis 2016 wurde der Wohnanlage „wagnisART“ (Bauherr: Wohnbaugenossenschaft Wagnis) in München zuerkannt. Die Jury würdigte das vorbildliche Zusammenwirken von Bauherren und Architekten bei der Gestaltung und Nutzung eines ehemaligen Kasernengeländes. Der Sonderpreis ging an das Projekt „Grandhotel Cosmopolis“ des Diakonischen Werks Augsburg. Die Jury sah hier die Wiedernutzung eines schon zum Abriss vorgesehenen ehemaligen Altenheims durch zivilgesellschaftliche Akteure als besonders beispielgebend an.

Red.

Info: Eine Übersicht über die preisgekrönten, ausgezeichneten und belobigten Projekte bietet die Webseite des Deutschen Städtebaupreises