Jürgen Opitz erhält Kommunenpreis

Bürgermeister Jürgen Opitz: Ausgezeichnet mit dem Kommunenpreis des Sächsischen Förderpreises für Demokratie 2015. Foto: Stadt Heidenau

Der Bürgermeister der Stadt Heidenau, Jürgen Opitz, ist mit dem Kommunenpreis des Sächsischen Förderpreises für Demokratie 2015 ausgezeichnet worden. Opitz erhielt die Auszeichnung am 9. November für sein herausragendes Engagement für Demokratie und gegen Rechtsextremismus.

Die Stadt Heidenau wurde überregional bekannt, als es im August dieses Jahres zu tagelangen gewalttätigen Ausschreitungen im Anschluss an eine flüchtlingsfeindliche Demonstration der NPD kam. Die Jury würdigte die klare Haltung Opitz‘, der die Übergriffe scharf verurteilte und für Solidarität mit den Flüchtlingen wirbt: „Jürgen Opitz ist ein Hoffnungsträger in der sächsischen Kommunalpolitik. Wie andere Bürgermeister sorgte er sich um die Verurteilung einer ganzen Stadt, ohne zu beschönigen, dass auch Bürger aus Heidenau unter den Demonstranten waren.“

In einem Interview mit dem Fachmagazin der gemeinderat im Oktober hatte Opitz mit Blick auf die Situation in seiner Stadt gesagt, „wir haben eine rechtsextreme Szene (…), die für Demonstrationen rund 150 Anhänger mobilisieren kann. Die konzentrieren sich auf einen Stadtteil und lassen sich für vernünftige Gespräche kaum erreichen.“ Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung sei aber auf der Seite der Flüchtlinge, so Opitz. „Das zeigt sich an den ehrenamtlichen Aktivitäten, an den vielen Spenden für die rund 90 der Stadt direkt zugewiesenen Flüchtlinge, der Arbeit des Heidenauer Integrationsrates, dem auch Stadtratsmitglieder angehören.“

Den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis des Sächsischen Förderpreises für Demokratie überreichten Vertreter der Amadeu-Antonio-Stiftung, der Freudenberg-Stiftung, der Sebastian-Cobler-Stiftung und der Stiftung Elemente der Begeisterung in Dresden an die Bürgerinitiative „Gesicht zeigen – Netzwerk für demokratisches Handeln“ aus den sächsischen Gemeinden Penig und Lunzenau.

Die Wahl der Bürgerinitiative begründete die Jury mit deren „unermüdlichen mutigen Engagement, auch unter Anfeindung, Bedrohung und vielfacher Ignoranz“. Die Bürgerinitiative reagiert auf eine Reihe von rechtsextremen Übergriffen in der Umgebung und setzt dabei auf Partnerschaften mit Gemeinwesen und Politik.

Fünf weitere Initiativen wurden zudem mit einem Anerkennungspreis in Höhe von je 1000 Euro gewürdigt: Banda Comunale (Dresden), Bündnis „Willkommen in Roßwein“, Initiativkreis Antirassismus (Leipzig), „Legida? Läuft nicht. Leipziger Studierende gegen Rassismus“ sowie „Schüler für Flüchtlinge (Bischofswerda). Eine Jury aus Vertretern der auslobenden Stiftungen sowie weiteren Persönlichkeiten aus Kultur, Medien und Wissenschaft wählte aus 64 Bewerbungen die sieben Preistragenden aus.