Endlich glückliche Bäume?

Wie die „Glücksgemeinde“ Schömberg im Nordschwarzwald ihren Baumbestand digital organisiert – vom Rathaus durch den Kurpark bis hinauf zum Aussichtsturm.

Bäume Baumkataster
Wo steht welcher Baum und was ist zu tun? Das digitale Kataster bündelt die wichtigsten Informationen. Foto: Green GIS GmbH

Ein Bürger meldet sich im Rathaus. An einem Baum ist ein starker Ast abgebrochen. Was nach einem einfachen Vorgang klingt, kann intern schnell mehrere Fragen auslösen: Gehört der Baum der Gemeinde? Wann wurde er zuletzt kontrolliert? Ist der Schaden schon bekannt? Weiß der Bauhof Bescheid? Wurde bereits eine Maßnahme an die Baumpflege weitergegeben? Genau hier zeigt sich, wie wertvoll eine gemeinsame Datengrundlage sein kann.

Schömberg erfasst seinen kommunalen Baumbestand deshalb digital mit dem Green GIS Baumkataster. Rund 2.500 Objekte sind inzwischen im System angelegt. Ein Objekt kann ein einzelner Baum sein – oder, wo es fachlich sinnvoll ist, eine ganze Baumgruppe.

Vom Park in den Wald

Wer Schömberg kennt, versteht schnell, warum diese Unterscheidung wichtig ist. Vom Rathaus führt der Weg durch den Kurpark Richtung Aussichtsturm. Zunächst prägt ein klassisch parkartiger Bestand mit teils besonderer Baumartenwahl das Bild. Je weiter es bergauf geht, desto dichter werden die Bestände. Der Park geht zunehmend in einen waldartigen Bereich über, durch den der Aufstieg zum Aussichtsturm führt.

Hinzu kommen weitere Erholungs- und Erlebnisangebote wie der Barfuß- und Weißtannenpfad, der Kur- und Heilwald sowie weitere Aufenthalts- und Erlebnisflächen im Wald. Überall dort, wo eine Verkehrssicherung erforderlich ist, muss der Baumbestand entsprechend kontrolliert und im Blick behalten werden.

Ein markanter Einzelbaum im Kurpark wird dabei anders betrachtet als ein dichter waldartiger Bestand entlang eines abgelegenen Weges. Deshalb können im Baumkataster sowohl Einzelbäume als auch Baumgruppen dokumentiert werden. In geeigneten Bereichen müssen nicht hunderte Bäume einzeln geführt werden. Das spart Aufwand und bildet die Situation trotzdem fachlich nachvollziehbar ab.

Wem gehört der Baum?

Bevor kontrolliert, gepflegt oder beauftragt werden kann, muss zunächst klar sein, für welche Bäume die Gemeinde zuständig ist. Green GIS kann vorhandene kommunale Eigentümerdaten verarbeiten und eine Karte erzeugen, in der gemeindeeigene Flächen farblich gekennzeichnet sind. Für die Arbeit draußen zählt vor allem: Liegt dieser Baum auf einer Fläche der Gemeinde oder nicht? In Kombination mit Luftbildern und bei Bedarf GPS beziehungsweise GNSS lässt sich das direkt im Gelände erkennen.

Bäume Baumkataster
Digital statt Zettelwirtschaft: Schömberg bündelt Informationen zu seinen Bäumen in einem Kataster. Foto: Green GIS GmbH

Nicht nur wissen, wo der Baum steht

Ein Baumkataster wird erst dann wirklich nützlich, wenn es mehr kann als Punkte auf einer Karte anzeigen. Zu jedem Baum oder jeder Baumgruppe lassen sich Kontrollen, Fotos, Dokumente und Maßnahmen hinterlegen. So entsteht eine nachvollziehbare Historie: Was wurde festgestellt? Wann wurde kontrolliert? Welche Arbeit steht an? Ist sie bereits weitergegeben worden?

Wie selbstverständlich diese gemeinsame Datengrundlage im Alltag werden kann, zeigt eine kleine Szene aus Schömberg. Bei einer Kontrolle war ein Baum aufgefallen und fotografisch dokumentiert worden. Als das Thema anschließend beim Bauhof zur Sprache kam, kam die Antwort: „Ja, ich habe mir die Fotos schon angeguckt.“

Ein beiläufiger Satz – und gerade deshalb ein gutes Beispiel. Niemand musste die Bilder erst per Mail verschicken, ausdrucken oder später nachreichen. Die Information war bereits dort, wo sie gebraucht wurde.

Vom Hinweis zum Arbeitsauftrag

Auch externe Fachfirmen oder der Bauhof können in den digitalen Ablauf eingebunden werden. Im Green GIS Baumkataster lassen sich Arbeitspakete anlegen. Darin werden genau die Bäume oder Baumgruppen zusammengefasst, die zu einem Auftrag gehören.

Externe Dienstleister können einen eigenen Gastzugang erhalten, der nur die freigegebenen Arbeitspakete und die darin enthaltenen Objekte zeigt. Sie sehen damit, was sie für ihre Arbeit benötigen – nicht automatisch den gesamten kommunalen Bestand.

So bleibt der Ablauf von der Feststellung über die Beauftragung bis zur Dokumentation an einer Stelle nachvollziehbar. Das reduziert Listen, Kartenausdrucke und Rückfragen.

Digitalisierung muss sich auch rechnen

Gerade für kleinere und mittlere Kommunen zählt nicht nur, was eine Software kann, sondern auch, was sie dauerhaft kostet. In Schömberg spielten deshalb neben der Funktionalität auch die moderaten laufenden Kosten eine Rolle. Die monatlichen Softwarekosten liegen im unteren zweistelligen Bereich.

Der größere Aufwand steckt in der sauberen Ersterfassung. Ist der Bestand einmal aufgebaut, kann die Gemeinde dauerhaft mit dieser Grundlage weiterarbeiten. Die nächste Kontrolle beginnt dann nicht wieder bei null.

Und genau darum geht es am Ende: nicht möglichst viele Daten zu sammeln, sondern im richtigen Moment die richtigen Informationen zu haben. Wenn die nächste Meldung im Rathaus eingeht, sollte die Bearbeitung deshalb nicht mit der Suche beginnen, sondern mit einem Blick ins Baumkataster.

Kontakt:

Green GIS GmbH
Rodbachstr. 37
74397 Pfaffenhofen
Tel. +49(0)7046 8848 665
E-Mail: kontakt@green-gis.de
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