Herausforderung Bildungsbau: Öffentlich-private Partnerschaften für Lernorte mit Zukunft

Der enorme Investitionsstau in der Schulinfrastruktur stellt Kommunen vor große Aufgaben. Wie diesen begegnet werden kann und sich Schulen dauerhaft wirtschaftlich und nachhaltig betreiben lassen, zeigt das erfolgreiche ÖPP-Projekt der Stadt Nürnberg.

Bildungsbau ÖPP
Eine sanierte Schule in Nürnberg: Ein inspirierender Lernort nach der Sanierung durch einen privaten Partner, der seither auch den Betrieb der Gebäude übernimmt. Foto: VINCI Facilities

Erfolgreiches Lernen ist von vielen Faktoren abhängig: Motivierte Lehrkräfte, störungsfreier Unterricht, moderne Lernmaterialien, aber auch eine sichere und durchdachte Lernumgebung sind ausschlaggebend. Deutschlandweit gibt es rund 32.800 allgemeinbildende [1] und zudem noch einige tausend berufsbildende Schulen. Entsprechend groß ist die Anzahl an Bildungsbauten, die instandgehalten, saniert oder erweitert werden müssen. Diese Aufgaben betreffen meist die Kommunen, denn sie sind für den Erhalt und den Betrieb der Schulen verantwortlich.

Neue Herausforderungen und langjähriger Investitionsstau

Im Jahr 2026 gaben die Kommunen bei einer jährlichen Befragung im Rahmen des KfW-Kommunalpanels einen Investitionsrückstand von 68,9 Milliarden Euro im Bereich der Schulinfrastruktur an [2]. Der Handlungsbedarf ist also groß. Neben dem Erhalt der Gebäude sehen sich die Schulen neuen gesetzlichen Anforderungen wie dem Anspruch auf Ganztagsbetreuung [3] gegenüber, der oft auch Umbauten oder Erweiterungen notwendig macht. Zudem erfordert die Klimakrise Maßnahmen, um auch bei Hitzewellen wie in diesem Sommer das Lernen bei erträglichen Temperaturen zu ermöglichen. Es sind also zahlreiche „Baustellen“, die die Verantwortlichen zu meistern haben. Viele Kommunen setzen bei der Bewältigung dieser Mammutaufgabe auf öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP), um eine möglichst schnelle, fristgerechte und effiziente Lösung zu finden.

ÖPP: von der Planung bis zum Betrieb

Im Rahmen von ÖPP-Projekten übernehmen private Anbieter deutschlandweit den Neubau, die Erweiterung oder die Sanierung von Schulen, oft von Planung und Konzeption bis hin zu Bau bzw. Sanierung, Inbetriebnahme und anschließendem Betrieb. Die Vorteile für die Kommunen: Nach der Ausschreibungsphase können sie das Bauvorhaben an erfahrene und kompetente Partner übergeben, die einen Großteil der Verantwortung tragen und das Projekt möglichst effizient sowie kostengünstig umsetzen. Zudem haben die privaten Unternehmen für die verschiedensten Herausforderungen die richtigen Experten an Bord und können so von Beginn an auch komplexe Aufgabenstellungen wie die Sanierung ohne Unterbrechung des Schulbetriebs mit einplanen.

Bildungsbau ÖPP
Außenanlagen, die zum Spielen und Erholen einladen. Der Schulhof des Sigena-Gymnasiums in Nürnberg. Foto: VINCI Facilities

Gelungene Partnerschaften im Bildungsbau

Ein Beispiel für ein erfolgreiches ÖPP-Projekt sind die Schulgebäude der Stadt Nürnberg. Hier entschieden sich die Verantwortlichen für den Neubau und die Sanierung von insgesamt vier Schulgebäuden sowie modernen Sporthallen und den langfristigen Betrieb der Immobilien durch einen privaten Partner. 2008 erteilte die Kommune nach der Ausschreibungsphase den Zuschlag. Die Baumaßnahmen begannen im darauffolgenden Jahr. Auch das denkmalgeschützte Sigena-Gymnasium wurde im Rahmen des Projekts behutsam saniert. So konnten fristgerecht inspirierende Lernumgebungen für die Schülerinnen und Schüler geschaffen werden.

Im Inneren der Gebäude sorgen helle Materialien, farbige Orientierungselemente und offene Räume für eine angenehme Lernatmosphäre. Flexible Raumgrößen und moderne Ausstattung, von höhenverstellbaren Stühlen bis zu Smartboards, schaffen optimale Bedingungen für zeitgemäßen Unterricht. Speziell ausgestattete Fachräume und Erweiterungsflächen bieten Raum für individuelle Entwicklung und zukünftiges Wachstum. Ergänzt wird das Angebot durch innovative Sportstätten, von Zwei- bis Dreifeldhallen, sowie Außenbereiche, die Bewegung und Gemeinschaft erlebbar machen.

Bildungsbau ÖPP
Denkmalschutz und ÖPP passen zusammen, wie das Beispiel des Sigena-Gymnasiums in Nürnberg zeigt. Foto: VINCI Facilities

Nachhaltiger Betrieb

Photovoltaikanlagen und solarthermische Systeme sorgen in den Schulen für saubere Energie und Warmwasser. Bestehende Bäume wurden in das naturnahe Grünkonzept integriert, nachhaltige Materialien und ein durchdachtes Beleuchtungskonzept sorgen für Sicherheit und ökologische Synergien. So sind in Nürnberg Lernorte entstanden, die Freude am Lernen fördern und auch langfristig wirtschaftlich und nachhaltig betrieben werden können.

Bildungsbau ÖPP
Nürnberg setzt auf nachhaltige Energie für die Schulen der Stadt. Foto: VINCI Facilities

[1] Statista: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/476776/umfrage/allgemeinbildende-schulen-in-deutschland/

[2] KfW-Kommunalpanel 2026, KfW Research: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-Kommunalpanel/KfW-Kommunalpanel-2026.pdf

[3] Vgl. Pressemitteilung der KfW Research: „Kommunen beklagen weiter steigenden Investitionsstau“ vom 01.07.2025: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_855680.html

Kontakt:

VINCI Facilities Solutions GmbH
August-Borsig-Straße 6
68199 Mannheim
Ansprechpartnerin: Simone Anagu
Tel.: +49 69 50051247
E-Mail: simone.anagu@vinci-energies.de
www.vinci-facilities.de